Mitarbeiter der Biostation ärgern sich über Halter Elseauen werden zum Hundeklo

Bünde  (WB). Die Elseauen in Bünder Stadtteil Spradow sind eine idyllische Landschaft. Feldwege laden zum Spazieren ein, der Else-Werre-Radweg führt hier entlang. Viele Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner in dem Naturschutzgebiet aus. Und rufen damit die Kritik von Naturschützern und Besitzern der Flächen hervor.

Von Hilko Raske
Klaus Nottmeyer, Leiter der Biostation in Stift Quernheim, vor einer Wiese am Naturschutzgebiet Elseaue. Mit Hinweisschildern will man Hundehalter darauf hinweisen, dass hier Heu geerntet wird, welches an Tiere verfüttert werden soll.
Klaus Nottmeyer, Leiter der Biostation in Stift Quernheim, vor einer Wiese am Naturschutzgebiet Elseaue. Mit Hinweisschildern will man Hundehalter darauf hinweisen, dass hier Heu geerntet wird, welches an Tiere verfüttert werden soll. Foto: Hilko Raske

Denn beim Gassi-Gehen werden die nicht eingezäunten Wiesen als Hundeklo zweckentfremdet. Dabei stört es viele Hundehalter anscheinend gar nicht, dass ihre Vierbeiner nicht nur ihr »Geschäft« hier verrichten, sondern auch unangeleint durch ein streng geschütztes Gebiet tollen.

Nur mit dem Kopf schütteln über ein solches Verhalten von »Herrchen« und »Frauchen« kann Klaus Nottmeyer, Leiter der Biologischen Station Ravensberg mit Sitz in Stift Quernheim. Bereits vor Jahren habe man schon einen Teil des Naturschutzgebietes aus eben diesem Grund eingezäunt. Dort weiden inzwischen schottische Hochlandrinder.

»Im Naturschutzgebiet ist das Anleinen Pflicht«

Was Nottmeyer überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist das Verhalten der Hundebesitzer. Immerhin weisen zahlreiche Hinweisschilder auf das richtige Verhalten im Naturschutzgebiet hin. »Es gibt drei gute Gründe, weshalb Hunde im Naturschutzgebiet an der Leine geführt werden müssen«, sagt Nottmeyer. Zum einen sei es formal einfach verboten. »In jedem Naturschutzgebiet müssen Hunde verpflichtend an der Leine geführt werden.« Zudem hätten die Flächen eine Schutzfunktion. »Hier könnten am Boden brütende Vögel heimisch sein.« Sobald Hunde hier umherlaufen würden, wären diese Tiere gestört. »Viele Hundebesitzer erzählen mir, dass ihr Hund doch gut erzogen sei und keine Tiere jagen würde.« Er habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die meisten Hunde, wenn sie erst einmal von der Leine losgelassen werden, sich überhaupt nicht um Kommandos kümmern würden. »Auch wenn der Hund dann wirklich keine Vögel jagt, passt er ins Beutegreiferschema. Vögel verlassen dann ihr Gelege, die Brut ist gefährdet.« Das gelte nicht nur für das besonders gefährdete Rebhuhn, sondern auch für Enten und Gänse, die in den Elseauen brüten würden.

Heu nicht mehr als Viehfutter zu gebrauchen

Drittens würde es sich bei den Wiesen, die als Hundeklo benutzt würden, um fremdes Eigentum handeln. »Nur weil eine Wiese nicht eingezäunt ist, heißt das nicht, dass jeder sie betreten darf.« Das sieht auch Karin Silger so. Ihrer Familie gehört eine etwa 3500 Quadratmeter große Wiese an der Straße Im Südbrock. »Mir hat man beigebracht, dass ich nicht einfach auf fremde Äcker, Wiesen oder Grundstücke marschiere – schließlich ist das nicht mein Eigentum.« Genauso wie Klaus Nottmeyer ärgert sie sich darüber, dass viele Hundebesitzer das einfach ignorieren. »Unsere Wiese wird von der Biostation bewirtschaftet, die sie zweimal im Jahr mäht.« Durch den Hundekot sei das Heu aber verunreinigt. »Es kann dann nicht mehr als Futter beispielsweise für Pferde genutzt werden. Außerdem überträgt es auch Krankheitserreger.«

Gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband will Nottmeyer deshalb entsprechende Hinweisschilder an den betroffen Stellen aufstellen – und hofft, dass sie auch stehen bleiben. »Einige Verbotsschilder sind in der Vergangenheit schon herausgerissen worden.«

Kommentare

Private Wiese

Wir haben eine große uneingezäunte Wiese bei ins hinterm Haus die Regelmäßig von Hundehalter als Klo missbraucht wird. Es ist Ackerland zur Heu Ernte. Ich habe Personen direkt drauf angesprochenen und bin böse beschimpft worden. Wenn ich das nicht möchte sollte ich es einzäunen. Wo leben wir den. Ich geh ja bei den auch nicht in den Garten. Einzäunen geht nicht dann kommt der Trecker nicht drauf. Liegt am Alten Postweg. Danke

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