Symbolischer Schlüssel übergeben – Verwaltung will Gebäude wirtschaflich betreiben Bünder Bahnhof: Stadt ist nun Besitzer

Bünde (WB). Was lange währt, wird endlich gut: Seit Donnerstag ist die Stadt Bünde – genauer gesagt die städtischen Kommunalbetriebe – Besitzer des Bahnhofgebäudes. In einem symbolischen Akt nahm Bürgermeister Wolfgang Koch einen goldenen Schlüssel für die Immobilie in Empfang.

Von Daniel Salmon
Die Stadt Bünde – genauer gesagt die städtischen Kommunalbetriebe – ist nun Besitzer des Bahnhofsgebäudes
Die Stadt Bünde – genauer gesagt die städtischen Kommunalbetriebe – ist nun Besitzer des Bahnhofsgebäudes Foto: Daniel Salmon

Knapp 4400 Quadratmeter Fläche misst das Grundstück auf dem das historische Gebäude steht. Schlussendlich musste die Kommune dafür gut 283.000 Euro an die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG) zahlen.

»Naturgemäß haben sich die Verhandlungen etwas in die Länge gezogen«, sagte das sichtlich gut gelaunte Stadtoberhaupt bei der Übergabe. »Wir sehen den Bahnhof als Entree für Bünde, als eine Mobilitätsdrehscheibe und hatten immer Interesse an einem Erwerb«, so Koch weiter. Nun wolle die Kommune das Bauwerk und den dazugehörigen Vorplatz optisch auf Vordermann bringen. Wie berichtet soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Die Ergebnisse könnten laut Verwaltung Anfang kommenden Jahres vorliegen. Mit diesen muss sich dann die Lokalpolitik befassen. Auch die Mieter der Gebäudeflächen sollen in den Prozess eingebunden werden. Der Plan ist zudem, das Gebäude wirtschaftlich betreiben zu können.

BEG würde von Abriss abraten

Carsten Kirchhoff, Projektleiter der BEG, riet dazu, das historische Ambiente der Immobilie zu bewahren: »Einen kompletten Abriss würde ich nicht empfehlen. Das Gebäude hat eine Seele, viele Bünder kennen es von Kindertagen an.« Der zuständige Bahnhofsmanager Martin Nowosad ergänzte: »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Nachkriegs- und Neubauten nicht den selben Charme haben, wie ältere Gebäude – und von Fahrgästen und Bürgern auch nicht so gut angenommen werden.«

Als gelungene Beispiele für eine vorbildliche Sanierung durch Kommunen in OWL nannte er die Bahnhofsgebäude in Steinheim und Rheda-Wiedenbrück. Letzteres sei »ein Schmuckkästchen« geworden, so Nowosad. Für das Bünder Gebäude hat die Bahn sogar bereits mögliche Sanierungsvarianten erstellt. »Wir werden die Kommune bei ihren Planungen unterstützen«, versprach Kirchhoff.

Bauarbeiten am Bahnsteig sollen 2018 enden

Doch warum trennt sich die Bahn überhaupt bundesweit von zahlreichen Gebäuden? »Wir haben leider nicht genug Geld, um in alle Bahnhöfe gleichermaßen zu investieren«, so Bahnhofsmanager Nowosad. Zudem gebe es viele Aufgabenbereiche bei der Bahn nicht mehr, die früher in den Gebäuden untergebracht waren: »Beispielsweise die Wohnung des Bahnhofsvorstehers oder die Gepäckannahme. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß«. Vor allem kleinere Bahnhofsgebäude seien daher in den Händen der Kommunen besser aufgehoben: »Die sind einfach näher an den örtlichen Gegebenheiten dran.«

»Nicht der ganze Bahnhof ist jetzt im Besitz der Stadt. Die Verkehrsstation gehört weiterhin der Bahn. Das sind beispielsweise die Treppen, Bahnsteige, Aufzüge und Dächer«, so Bahnhofsmanager Martin Nowosad. Diese Anlagen werden seit geraumer Zeit aufwendig saniert. Zudem werde die derzeit noch im Bahnhof untergebrachte Bahntechnik in ein Gebäude in Gleisnähe ausgelagert.Im ersten Quartal 2018 sollen diese Arbeiten aber abgeschlossen sein.

Zudem teilte er mit, dass das Reisezentrum am Bahnhof auch weiterhin von der DB-Verkehr betrieben werde.

Kommentare

goldener schlüssel für bahnhof.......die bünder und deren rollstuhlfahrer lachen sich kaputt

Leute.......seit jetzt schon über 2 jahren kriegt ihr es nicht fertig den (kleinen) bahnhof in bünde zu sanieren. das kann doch wohl nicht wahr sein! es gibt nichts zu feiern! wahrscheinlich würde der bahnhof im jahre 2018 fertig sein.....lach noch lauter! die DB hört man oft ist stolz darauf immer superschnelle loks in dienst zu stellen aber vergißt ihre bahnkunden in kleineren städten völlig; ganz besonders rollstuhlfahrer wie in bünde!

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