Evangelische Freikirche kauft leer stehendes Kemner-Gebäude Aus Laden wird Gemeindehaus

Rödinghausen  (WB). Seit Jahren stand es leer – das ehemalige Geschäft Kemner an der Bünder Straße in Schwenningdorf. Nun hat das Gebäude einen neuen Besitzer. Und der hat ganz konkrete Vorstellungen, was daraus werden soll.

Von Hilko Raske
Das ehemalige Ladengeschäft der Familie Kemner an der Bünder Straße in Schwenningdorf. Der Verein »Gemeinde der Christen – evangelische Freikirche« hat das Gebäude gekauft und will dort ein Gemeindezentrum errichten.
Das ehemalige Ladengeschäft der Familie Kemner an der Bünder Straße in Schwenningdorf. Der Verein »Gemeinde der Christen – evangelische Freikirche« hat das Gebäude gekauft und will dort ein Gemeindezentrum errichten. Foto: Marisa Eckschmidt

Der Verein »Gemeinde der Christen evangelische Freikirche« – er zählt etwa 110 Mitglieder – hat die Immobilie jetzt gekauft. »Das Gebäude soll zu einem neuen Gemeindezentrum umgebaut werden«, sagt Vereinsvorsitzender Ulrich Schaub. Das bisherige Gemeindezentrum an der Bünder Straße/Ecke Handwerkerstraße platze aus allen Nähten. »Mit den Jahren ist es für uns einfach zu klein geworden. Es fehlen vor allem Gruppen- und Lagerräume.« Man habe seit Jahren schon Ausschau nach einer geeigneten Immobilie gehalten, bislang aber immer ohne Erfolg.

Reichlich Platz im neuen Gemeindezentrum

»Im neuen Gemeindezentrum ist ausreichend Platz vorhanden, um allen Gruppen der Gemeinde gerecht zu werden«, betont Schaub. Immerhin gebe es im ehemaligen Geschäft insgesamt 1800 Quadratmeter an Fläche.

Bevor allerdings der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, stellte die freikirchliche Gemeinde einen Antrag auf Nutzungsänderung beim Kreis Herford. »Vorher hätte das keinen Sinn gemacht«, so Schaub. Nachdem der Kreis den Antrag positiv beschieden habe, sei man in die Kaufverhandlungen eingetreten. Wie viel die Freikirche für die Immobilie bezahlt hat, wollte Schaub nicht sagen. Allerdings ist die Immobilie über einen Makler für 380 000 Euro angeboten worden. Zur Finanzierung habe man bereits in der Vergangenheit Mittel zurückgelegt. Außerdem hätten sich einige Gemeindemitglieder bereit erklärt, monatlich einen freiwilligen Betrag für den Kauf zu entrichten.

»Besonderen Charme hat das Gebäude, da vor über 60 Jahren die ersten Gottesdienste der Gemeinde in der ehemaligen Kneipe ›Kemner‹ an der Stelle des jetzigen neuen Gemeindezentrums stattgefunden haben«, erzählt Schaub. Außerdem sei man nun in das Zentrum von Schwenningdorf gerückt.

Ausbau hauptsächlich in Eigenleistung

Der Ausbau soll zu großen Teilen in Eigenleistung durch die Gemeindemitglieder erfolgen. Zwar liege die Genehmigung des zuständigen Bauamtes für den Umbau noch nicht vor. Man habe aber schon mit den Arbeiten begonnen, die auch jetzt bereits erlaubt sein. »So sind innen schon einige Leichtbauwände entfernt worden.« Von der Bausubstanz her sei das Gebäude in Ordnung – »da passt alles«. Man rechne aber mit hohen Auflagen in Sachen Brandschutz. Generell wolle man natürlich die jetzige Front verschönern. Alles solle luftig und transparent wirken. Besonders freue man sich auf den neuen Gemeinderaum. »Unser derzeitiger ist etwa 120 Quadratmeter groß. Während unserer Gottesdienste haben wir etwa 130 Besucher – im Sommer leiden wir dann immer unter der Hitze und der stickigen Luft«, so Schaub. Der neue Gemeinderaum werde 360 Quadratmeter groß sein. Er gehe davon aus, dass man in zwei Jahren mit den Umbauarbeiten fertig sei.

Und was passiert mit dem alten Gemeindezentrum? »Erst einmal wollen wir es noch nutzen – schließlich wollen wir unsere Gottesdienste feiern.« Wenn das neue Gemeindezentrum fertiggestellt sei, werde man das alte Gebäude entweder verkaufen oder anderweitig nutzen.

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