Lettow-Vorbeck-Straße: Grüne scheitern mit Antrag Keine Bürgerinformation zum Reichswehr-General

Bünde (WB). Nur knapp sind die Bünder Grünen mit ihrem Antrag für eine Info-Veranstaltung über den umstrittenen Reichswehr-General Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964) gescheitert. Eine mögliche Umbenennung der ihm gewidmeten Straße dürfte somit vorerst vom Tisch ein.

Von Daniel Salmon
Umstrittener Namensgeber: Viele Städte haben ursprünglich Paul von Lettow-Vorbeck gewidmete Straßen umbenannt.
Umstrittener Namensgeber: Viele Städte haben ursprünglich Paul von Lettow-Vorbeck gewidmete Straßen umbenannt. Foto: Bundesarchiv

Über das Thema wurde in der Sitzung des Verkehrausschusses teils emotional debattiert. CDU, UWG und Liberale wollten dem Ansinnen der Bündnisgrünen letztlich aber nicht folgen.

CDU: »Man kann Historie nicht löschen«

Wie berichtet wollte die Fraktion die Verwaltung mit der Ausrichtung einer solchen Veranstaltung beauftragen, auf der »ein fachkundiger Historiker über das Leben Lettow-Vorbecks informiert, um eine angemessene historische Urteilsbildung zu gewährleisten«. Auf der Meinung der Bürger aufbauend sollte der Stadtrat dann einen möglichen Beschluss zu einer neuen Namensgebung für die Straße fällen.

Martin Schuster (CDU) merkte für seine Partei an: »Die Ausrichtung einer solchen Infoveranstaltung ist nicht Aufgabe der Stadt, sondern der Parteien.« Zudem sehe er für eine mögliche Umbenennung keinen inhaltlichen Grund: »Man kann Historie nicht löschen. Würden wir die Straße umbenennen, wäre das ein Zeichen, dass wir mit unserer Vergangenheit nicht klarkommen.« Zudem verwies er auf den hohen bürokratischen Aufwand, die ein solches Vorhaben mit sich brächte. Sven Schäffer (FDP) kritisierte: »Geschichtsunterricht ist keine Aufgabe der Stadtverwaltung.«

Grüne: Keine Ehrung für Völkermord und Kriegsverbrechen

Grünen-Ratsherr Uwe Mausch betonte, dass auch zahlreiche andere Kommunen die ursprünglich nach dem General benannten Straßen umgewidmet hätten. Er forderte daher: »Bünde hat sich seiner Geschichte zu stellen.« Sein Parteikollege Dr. Elmar Holstiege merkte an: »Mit einem Straßennamen sollte eine Person für ihr Lebenswerk geehrt werden.« Lettow-Vorbeck aber stehe für »Völkermord und Kriegsverbrechen«. Zudem habe er gegen eine demokratische Regierung geputscht. Dass seine Partei auf die Ausrichtung einer Bürgerveranstaltung durch die Stadtverwaltung poche, habe damit zu tun, »dass wir dort einen Referenten haben wollen, der von allen anerkannt wird«.

Norbert Darnauer (UWG) meinte: »Würden wir eine Umbenennung durchführen, würden wir uns irgendwann auch mit der Hindenburgstraße befassen.«

Antrag abgelehnt

Die SPD signalisierte, dem Vorschlag der Grünen folgen zu wollen. Ratsherr Wolfgang Pohl: »Die Adolf-Hitler-Straße wurde schließlich damals auch umbenannt.« SPD-Mann Gerd Elbers ergänzte: »Für mich wäre es egal, wer eine Infoveranstaltung organisiert. Eigentlich wäre das unser aller Aufgabe.« Dementsprechend wurde der Beschlussvorschlag der Grünen dahingehend geändert, die Verwaltung zu beauftragen, die Durchführung einer Infoveranstaltung zu Lettow-Vorbeck auf die Tagesordnung für die nächste interfraktionelle Sitzung der Bünder Parteien zu setzen.

Bei der Abstimmung kam es zu einem Patt: sieben Ausschussmitglieder stimmten für den Vorschlag, sieben dagegen. Der Grünen-Antrag gilt somit als abgelehnt.

Kommentare

die Grünen

die Linkspopulisten, wie wäre es, wenn man die ganzen Straßennahmen von Kommunisten entfernt. Denn die Kommunisten haben mehr Verbrechen begangen als alle anderen, alleine der angebetene von den Grünen Mao hat über 100 Mio Menschen getötet. Hinzu kommen die zig Millionen durch Pol Pot, Stalin, Lenin, Honnecker, Mielke uvm.

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