Waschstraßen-Unfall: Engeraner (80) befreit eingeklemmte Frau Polizei lobt couragierten Rentner

Bünde/Enger (WB). Keine Sekunde hat Manfred Pultermann gezögert. Als ein 86-Jähriger vor einer Woche eine Tankstellenmitarbeiterin an der Waschanlage mit seinem Wagen einklemmt und selber so unter Schock steht, dass er das Auto nicht mehr zurückfahren kann, setzt sich Pultermann hinter das Lenkrad und befreit die Frau. Dafür spricht ihm die Polizei ein großes Lob aus.

Von Kathrin Weege
Couragierter und hilfsbereiter Bürger: Manfred Pultermann (80) aus Enger hat eine von einem Auto eingeklemmte Tankstellen-Mitarbeiterin befreit. Er setzte den Wagen des Unfallverursachers zurück. Für diese prompte Hilfeleistung lobt ihn die Polizei.
Couragierter und hilfsbereiter Bürger: Manfred Pultermann (80) aus Enger hat eine von einem Auto eingeklemmte Tankstellen-Mitarbeiterin befreit. Er setzte den Wagen des Unfallverursachers zurück. Für diese prompte Hilfeleistung lobt ihn die Polizei. Foto: Kathrin Weege

»Helfen ist für mich selbstverständlich«, sagt der 80-jährige Engeraner und blickt auf den Freitag der vergangenen Woche zurück. Er war mit seiner Frau Inge in Bünde. Auf dem Rückweg wollte er seinen silbernen Mercedes in der Waschstraße einer Tankstelle an der Engerstraße waschen lassen. »Die junge Mitarbeiterin hatte unser Auto schon vorgereinigt. Ich hatte den Leerlauf eingelegt, um dann als nächstes in die Waschstraße zu fahren«, berichtet der Engeraner. Plötzlich gab es einen Knall und sein Auto machte einen Satz nach vorne.

Gas und Bremse verwechselt

Ein Golffahrer (86) aus Bünde, der als nächstes in die Anlage wollte, hatte Gas und Bremse verwechselt. Er fuhr auf den Wagen der Pultermanns auf und dann rechts an ihnen vorbei. Er kam erst an einer Wand zum Stehen. Davor stand die Tankstellenmitarbeiterin, die er auf Beinhöhe gegen die Wand drückte. »Wir sind sofort ausgestiegen. Da haben wir die Frau schon schreien gehört. Ich habe dem Mann gestikuliert, dass er sofort zurücksetzen muss. Nichts passierte, er stand unter Schock«, berichtet Inge Pultermann. Ihr Mann öffnete kurz darauf die Fahrertür des Golfs, wies den Mann an, zurückzusetzen. »Er saß reglos im Fahrzeug. Ich habe ihn sanft an der Schulter herausgezogen, mich hinter das Steuer gesetzt und den Wagen vorsichtig zurückgefahren«, sagt Pultermann und ergänzt: »Ich musste mich genau konzentrieren, damit ich bei dem fremden Automatik-Wagen auch den Rückwärtsgang einlege.« An den Schreck des eigenen Auffahrunfalls hat er in dem Moment gar nicht mehr gedacht. »Die Mitarbeiter der Tankstelle verständigten die Rettungskräfte. Sie waren sehr schnell da«, berichtet Pultermann.

Das Geschehene ließ das Ehepaar nicht los. Am Dienstag sind sie zur Tankstelle gefahren und haben sich nach dem Zustand der Frau (30) erkundigt. »Wir haben erfahren, dass ein Bein bei dem Unfall gebrochen und eines zertrümmert wurde. Sie wurde operiert, weitere OPs sollen noch folgen.«

Polizei lobt Engeraner

Die Polizei spricht dem Engeraner ein großes Lob aus. »Das couragierte Eingreifen von Herrn Pultermann verdient Anerkennung. Dafür möchten wir ihm als Polizei ein Lob aussprechen«, sagt Polizeisprecher Steven Haydon. Besonders vor dem Hintergrund, dass Pultermann selber in den Unfall verwickelt worden war und sicher ebenfalls einen Schreck von dem Aufprall bekommen habe, sei diese Leistung zu würdigen. »Andere wären nach dem Auffahrunfall selber erstarrt. Manfred Pultermann aber eilte der Tankstellen-Mitarbeiterin sofort zur Hilfe«, ergänzte Haydon.

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