Bündes Bürgermeister hofft auf einen Abriss noch in diesem Sommer Cordes-Gebäude: Entscheidung soll bald fallen

Bünde (WB). Seit einer gefühlten Ewigkeit steht das alte Cordes-Gebäude leer. Nur zu gerne würden Bünder Stadtverwaltung und Politik den maroden Komplex abreißen lassen. Dagegen sperrt sich bislang die Denkmalschutzbehörde in Münster. In einigen Wochen könnte eine endgültige Entscheidung fallen.

Von Daniel Salmon
Das denkmalgeschützte Cordes-Gebäude ist in einem maroden Zustand. Nur zu gerne würden Stadtverwaltung und große der Teile der Bünder Politik den Komplex abreißen lassen. Die obere Denkmalbehörde in Münster sperrt sich aber bislang dagegen.
Das denkmalgeschützte Cordes-Gebäude ist in einem maroden Zustand. Nur zu gerne würden Stadtverwaltung und große der Teile der Bünder Politik den Komplex abreißen lassen. Die obere Denkmalbehörde in Münster sperrt sich aber bislang dagegen.

Und Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch würde sich wünschen, dass diese im Interesse der Stadtverwaltung ausfällt. »Ich hoffe, dass der Abriss dann noch in diesem Sommer beginnen kann«, so das Stadtoberhaupt.

Erneut Gespräche mit Denkmalbehörde

Vor knapp vier Wochen hätten erneut Gespräche mit den Münsteraner Denkmalschützern über das Gebäude an der Ecke Gerhart-Hauptmann-Straße/Wasserbreite, das sich seit einigen Jahren im Besitz der Kommune befindet, stattgefunden. Koch: »Die haben gesagt, dass sie sich in der Sache noch mal an den Landeskonservator wenden wollen.« Dies solle bis zum 30. Juni geschehen. Danach wollen Denkmalschützer und Stadtverwaltung erneut zusammenkommen – und die jahrelange Debatte möglicherweise zu einem Ende bringen.

»Wir haben bei den Gesprächen seitens der Stadt aber zugesagt, dass wir unsere Bemühungen, das Gelände zu vermarkten, noch einmal intensivieren wollen. Es wäre auf jeden Fall gut, wenn die Geschichte endlich mal zu einem Abschluss kommen würde. Wir warten die paar Wochen einfach ab und sehen dann vielleicht klarer«, so Bürgermeister Koch.

Das Areal, auf dem das denkmalgeschützte Gebäude derzeit steht, ist etwa 9000 Quadratmeter groß. Einige Interessenten habe es für die Fläche bereits gegeben. Bündes Wirtschaftsförderer Hartmut Bokel hatte vor einiger Zeit betont: »Es stehen Gewerbetreibende auf der Warteliste.«

Abriss würde 150.000 Euro kosten

Lediglich die obere Denkmalbehörde spielte bislang nicht mit. Erst im Januar hatten die Münsteraner – nach erneuten Bemühungen der Verwaltung – die Einwilligung zum geplanten Abriss des Cordes-Gebäudes verweigert. Damit wollte man sich im Bünder Rathaus aber erneut nicht abfinden.

Bereits in der Vergangenheit hatte die Stadt ein Gutachten und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Eine Sanierung sei wirtschaftlich nicht darstellbar. »Befindet sich ein denkmalgeschütztes Gebäude aber in öffentlichem Besitz, hängt die Messlatte für einen Abriss, selbst wenn die Sanierung nicht wirtschaftlich darstellbar ist, sehr hoch«, sagte vor einigen Monaten Marcus Horst, innerhalb der Stadtverwaltung zuständig für die etwa 150 Baudenkmäler auf Bünder Gebiet.

Die möglichen Kosten für einen Abriss des Gebäudes aus den 1920er-Jahren hat die Stadtverwaltung indes schon ermittelt. Laut den Unterlagen aus der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsauschusses würden dafür gut 150.000 Euro fällig.

Symbolischer Preis

Die Edeka-Gruppe hatte den Industriekomplex in der Bünder City 2008 vom damaligen Unternehmen »Field Rotopack« mit Hauptsitz in Stuttgart erstanden. Der Produzent von Verpackungen für hochwertige Gebrauchsgüter hatte das Bünder Werk seinerzeit geschlossen, die Produktion nach Melle verlegt. Edeka hatte das Areal aus strategischen Gründen gekauft – der Lebensmittelkonzern wollte so verhindern, dass an dieser Stelle eine Kaufland-Filiale eröffnet wird. 2012 hatte die Stadt Bünde, das Gelände dann für einen symbolischen Betrag gekauft.

Teile des ehemaligen Industriekomplexes wurden seither zwar dem Erdboden gleichgemacht, vom Abriss ausgenommen ist bislang allerdings das so genannte Cordes-Gebäude. Denn der Bau aus den 1920ern war seinerzeit auf Empfehlung des Landeskonservators als Industriedenkmal eingestuft worden.

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