Lukas-Krankenhaus Bünde: Chirurg Ralf Krallmann zieht nach elf Jahren Bilanz Auch eine Prinzessin kam zur Augen-OP

Bünde (WB). Er war ein Mann der ersten Stunde am Zentrum für ambulante Operationen (ZAOP) des Lukas-Krankenhauses: Nach elf Jahren verlässt Augenchirurg Ralf Krallmann die dortige Abteilung für Augenheilkunde.

Von Daniel Salmon
Oft dauert eine Augen-Operation nur wenige Minuten. Mehr als 30 000 Patienten hat Chirurg Ralf Krallmann als Belegarzt der Abteilung für Augenheilkunde am Lukas-Krankenhaus in den vergangenen elf Jahren behandelt.
Oft dauert eine Augen-Operation nur wenige Minuten. Mehr als 30 000 Patienten hat Chirurg Ralf Krallmann als Belegarzt der Abteilung für Augenheilkunde am Lukas-Krankenhaus in den vergangenen elf Jahren behandelt. Foto: Daniel Salmon

»Sind wir schon fertig?«, fragt die ältere Dame auf dem OP-Tisch ungläubig. Es ist einer der letzten ambulanten Eingriffe, die Krallmann am vergangenen Dienstagmorgen im Bünder Krankenhaus durchführt, am 31. März endet ein entsprechender Vertrag mit der Klinik. Kaum fünf Minuten hat die Augen-OP gedauert. Für den 52-jährigen Mediziner war es ein Routineeingriff.

Prinzessin hatte Leibarzt dabei

In seiner Zeit als ambulanter Arzt hat der in Herford niedergelassene Augenchirurg knapp 15 000 Patienten operiert, größtenteils wegen Grauem Star. »Dazu kamen 17 000 Augeninjektionen, bei denen ein Medikament zur Verhinderung der Erblindung in den Augapfel appliziert wird«, ergänzt Krallmann. Feuchte Makula-Degeneration lautet der medizinische Fachbegriff dieses Leidens. »Vor 30 Jahren musste man diesen Menschen noch sagen: ›In geraumer Zeit werden Sie blind‹. Heute sind wir da weiter«, so der Arzt. Eine solche Therapie dauere in der Regel etwa ein Vierteljahr, monatlich werde eine Spritze gesetzt.

Vor allem in den letzten Jahren habe die Zahl so genannter Spritzen-Patienten im Lukas-Krankenhaus stetig zugenommen, im Wartebereich gab es bis zuletzt kaum einen freien Sitzplatz. »Unser Einzugsbereich erstreckt sich rund 50 bis 60 Kilometer um Bünde herum«, erklärt Krallmann. Aber manche Patienten nahmen auch durchaus weitaus weitere Wege in Kauf. »So etwa eine Prinzessin aus dem arabischen Raum. Die hatte sogar ihren Leibarzt dabei. Der guckte immer ganz kritisch. Scheichs waren auch da«, erinnert sich der 52-Jährige und fährt fort: »Oder aber ein argentinischer Star-Architekt, der seine Blutbefunde von seinem Arzt aus New York mitbrachte. Unterschiede in der Betreuung im Vergleich zu anderen Patienten gab es für die aber nicht.«

Patientenversorgung sichergestellt

Auch wenn Krallmann die ambulanten Behandlungen in Bünde beendet, wird er am Lukas-Krankenhaus bis zum 30. Juni diesen Jahres weiterhin als Belegarzt Patienten versorgen, die nach einer Augen-OP stationär dort bleiben müssen. Vorwiegend wird er sich jedoch auf die Arbeit in seiner eigenen Praxis in Herford konzentrieren

Die Patientenversorgung sei aber weiterhin sichergestellt, betont Krankenhausvorstand Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei. Dr. Matthias Klamann ist neuer Belegarzt und er operiert ambulant im ZAOP. »Die hohe Qualität in dem Bereich ist somit weiterhin gewährleistet. Für das Krankenhaus wird es keine Veränderungen geben. Wir bedanken uns bei Herrn Krallmann für die langjährige Zusammenarbeit und sein Engagement«, sagt Sorgenfrei.

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