In der Gemeinde Kirchlengern fehlen etwa 70 Plätze Grundschule bald als Kita?

Kirchlengern (WB). Schaut man auf die demografische Entwicklung der vergangenen Jahren, werden die Deutschen immer weniger. Für Kirchlengern scheint das nicht ganz zuzutreffen. Hier ist die Zahl der Kinder bis zu sechs Jahren von 750 im Jahr 2014 auf 802 im Jahr 2016 gestiegen.

Von Hilko Raske
In der Grundschule Häver sollen nach einem Umbau drei Kitagruppen Platz finden. Damit will die Gemeindeverwaltung auf die gestiegene Zahl von Kindern reagieren, die Anspruch auf einen derartigen Platz haben.
In der Grundschule Häver sollen nach einem Umbau drei Kitagruppen Platz finden. Damit will die Gemeindeverwaltung auf die gestiegene Zahl von Kindern reagieren, die Anspruch auf einen derartigen Platz haben. Foto: Hilko Raske

Das ist erfreulich. Allerdings benötigen diese Kinder auch Kitaplätze. Und daran mangelt es in Kirchlengern gerade. Die Gemeinde sucht deshalb nach einer Lösung.

Für das Kindergartenjahr 2017/2018 wurden in den bestehenden Kitas in Kirchlengern insgesamt 443 Plätze eingerichtet. »Davon sind 82 Plätze für Kinder unter drei Jahren, 361 Plätze für Kinder über drei Jahren«, informiert Esther Ungerland, Sprecherin des Kreises Herford. Darüber hinaus sind 52 Plätze für Kinder unter drei Jahren eingeplant, die durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater betreut werden.

Dreigruppige Einrichtung würde Problem lösen

Dennoch warten 70 Kinder derzeit auf einen Kitaplatz. Bei 50 von ihnen wird der Bedarf sogar als dringend eingestuft. Wie damit verfahren werden soll, ist von den Grundzügen her schon geklärt. »In Kirchlengern ist eine dreigruppige Einrichtung geplant. Dafür führt der Kreis Herford mit der Gemeinde und dem Landesjugendamt Gespräche«, sagt Esther Ungerland. Eine dreigruppige Einrichtung würde 50 weitere Plätze ermöglichen. Nach Vorgaben des Landesjugendamtes, das für die Betriebserlaubnis der Kitas zuständig ist, wären das 16 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 34 Plätze für Kinder über drei Jahren.

Die Gemeinde hat als Standort der neuen Kita die ehemalige Grundschule in Häver ins Auge gefasst. Das Gebäude steht derzeit leer, nachdem der Schulbetrieb aufgrund rückläufiger Schülerzahlen inzwischen eingestellt wurde. Eine Kita an diesem Standort käme auch dem Wunsch der Gemeindeverwaltung entgegen, möglichst ortsnah derartige Plätze anzubieten.

Träger wird gesucht

Jedoch muss für eine solche Einrichtung noch ein Träger gefunden werden. Derzeit werden die Kindertagesstätten in Kirchlengern vom Evangelischen Kirchenkreis und der Arbeiterwohlfahrt betrieben. Sowohl der Kreis Herford als auch die Gemeinde stehen bereits im Gespräch mit ihnen.

Sollte ein Träger gefunden werden, müsste in einem weiteren Schritt das Gebäude umgebaut werden. Das käme der Gemeinde durchaus entgegen. Denn wenn ein schon bestehendes Gebäude umgebaut wird und dafür auch noch Fördermittel des Landes eingesetzt werden, besteht eine fünfjährige Zweckbindung. Bei einem Neubau hingegen wäre diese Zweckbindung – also Nutzung als Kita – über einen Zeitraum von 20 Jahren zu gewährleisten. Eine fünfjährige Nutzung als Kindertagesstätte wäre aus Sicht der Planer jedoch deutlich wahrscheinlicher als eine 20-jährige.

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