Außergewöhnlicher Wunsch zur bevorstehenden Taufe Kai Michael (13) sucht Namensgeber

Bünde  (WB). In der Nacht auf Ostersonntag wird Kai Michael Kligge (13) in der Pauluskirche getauft. Er und seine Mutter Christine Kligge haben dafür einen ganz besonderen Wunsch. Sie möchten dazu den Mann einladen, dem der 13-Jährige seinen zweiten Vornamen verdankt.

Von Hilko Raske
Schon vor 13 Jahren berichtete das WESTFALEN-BLATT über den ungewöhnlichen Geburtsort. Christine Kligge und Sohn Kai Michael hoffen nun, dass rechtzeitig vor der Taufe noch der Namensgeber gefunden werden kann.
Schon vor 13 Jahren berichtete das WESTFALEN-BLATT über den ungewöhnlichen Geburtsort. Christine Kligge und Sohn Kai Michael hoffen nun, dass rechtzeitig vor der Taufe noch der Namensgeber gefunden werden kann. Foto: Hilko Raske

Entbindung im Hausflur

Mit diesem Zwischennamen hat es eine ganz eigene Bewandtnis. Statt in einem Krankenhaus brachte Christine Kligge vor 13 Jahren ihren Sohn im eigenen Hausflur in der Bachstraße zur Welt – das Baby hatte nicht warten wollen. Notarzt und Sanitäter halfen bei der Entbindung. Zuerst trafen damals die Sanitäter des Rettungswagen in der Wohnung ein. Christine Kligge schaffte es gerade noch, die Tür zu öffnen. »Dann wurde mir von den Sanitätern geholfen, die mindestens so aufgeregt waren wie ich«, erinnert sie sich. Kurz danach kam der Arzt, der von einer Polizeieskorte begleitet wurde. Auch Ehemann Ralf, den Christine Kligge ebenso wie die Rettungswache über Handy informiert hatte, traf dann mit seinem Motorrad aus Herford ein. Die Strecke hatte er wahrscheinlich in einer Rekordzeit zurückgelegt. Nach der Entbindung wurden Mutter und das Neugeborene in die Frauenklinik des Lukas-Krankenhauses gebracht.

Geburt ohne Komplikationen

Entgegen ersten Befürchtungen waren bei der Geburt keine Komplikationen aufgetreten. »Lediglich für die Sanitäter und auch den Notarzt war es die erste Geburt gewesen, bei der sie helfen mussten, wie ich nachher erfahren habe«, berichtet Christine Kligge. Zum Team, das ihr geholfen habe, hätten damals auf dem Notarztwagen Dr. Rolf Dollscheid, Michael Juhnke und Thomas Henseler sowie auf dem Rettungswagen Olaf Kuhlmann und Felix Heidenreich gehört. »Ich weiß aber nicht, ob die Sanitäter und der Arzt, die mir damals geholfen haben, überhaupt aus Bünde sind – mein Notruf ging direkt in der Leitstelle des Rettungsdienstes ein«, sagt Christine Kligge.

Rettungssanitäter als Namensgeber

Als die Familie dann später beim Bünder Standesamt den Vornamen Kai für ihren Sohn eintragen lassen wollte, bekam sie zu hören, dass dies nur mit einem Zwischennamen gehe, der eindeutig auf das Geschlecht verweist. »Das wussten wir gar nicht«, sagt Christine Kligge. Mehr oder weniger spontan entschied sie sich für Michael. »Ich hatte die Namen der Männer vor Augen, die mir geholfen haben – und Michael passte am besten zu Kai.«

13 Jahre sind seitdem vergangenen. Sie hofft nun, Michael Juhnke ausfindig zu machen, um ihn zur Taufe von Kai Michael einzuladen. Und vielleicht auch die anderen Helfer in der Pauluskirche begrüßen zu können. »Ich dachte mir, es wäre schön, wenn die Leute wissen, was aus dem Kind geworden ist, dem sie auf die Welt geholfen haben.« Auch Kai Michael ist neugierig auf ihn – »immerhin verdanke ich diesem Mann meinen zweiten Vornamen«.

Mutter und Sohn wünschen sich nun, dass ihnen jemand in dieser Angelegenheit weiterhelfen kann. Telefonisch ist die Familie unter 05223/904084 erreichbar.

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