Freibad-Diskussion: Dr. Siepenkothen kritisiert Bürgermeister Wolfgang Koch »Nicht der übliche Gang«

Bünde (KaB). Bündes Technischer Beigeordneter Dr. Andreas Siepenkothen hat am Donnerstag im Planungsausschuss klargestellt, dass die alternativen Pläne zum Freibad, die in dieser Woche vorgestellt wurden , kein Vorschlag der gesamten Verwaltungsspitze, sondern ein Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Koch und dem Ersten Beigeordneten Günther Berg seien. »Ich selbst habe eine andere Sicht der Dinge.«

Die Rutsche im Freibad Bünde-Mitte ist seit einiger Zeit gesperrt. Derzeit wird heiß über eine mögliche Schließung oder Renovierung des Bades diskutiert.
Die Rutsche im Freibad Bünde-Mitte ist seit einiger Zeit gesperrt. Derzeit wird heiß über eine mögliche Schließung oder Renovierung des Bades diskutiert.

Bei diesem Vorschlag seien aus seiner Sicht viele Randbedingungen nicht beachtet worden. Darauf habe er den Bürgermeister auch hingewiesen, aber nichts weiter gehört, bis die Alternative in der Presse veröffentlicht worden sei.

Unter anderem befinde sich das Gelände rund um das Freibad in Bünde-Mitte in dem durch die Hochwasserrisikokarten ausgewiesenen Überflutungsgebiet (bei einem 20-jährigen Hochwasser einen halben Meter, bei einem 100-jährigen bis zu einen Meter).

Die geplante Anordnung der Gebäude auf dem jetzigen Freibad-Areal passe nicht zu den Plänen, die man früher für den Steinmeisterpark gehabt habe, zum Beispiel mit einer zentral gelegenen Gastronomie. Auch sollte sich der Blick nicht nur auf das Areal des Freibades beschränken, sondern auch die umliegenden Flächen (zum Beispiel Else-Stadion und Steinmeisterpark) in die Überlegungen einbeziehen.

Betriebswirtschaftlich sei es sinnvoll, Hallen- und Freibad an einem Standort zu konzentrieren. »Wenn ein Freibad in Ennigloh aber nicht möglich sein sollte, sollte man in Bünde-Mitte alles so planen, dass man die Möglichkeit hat, in 15 oder 20 Jahren, wenn die Bünder Welle in Ennigloh sanierungsbedürftig ist und wir an dem gleichen Punkt stehen wie heute, in Bünde-Mitte ein Kombi-Bad zu errichten.« 20 Jahre seien schnell vorbei, daher müsse man vorausschauend planen und die Flächen in Bünde-Mitte nicht bebauen oder verkaufen.

Ungewöhnlich sei für Dr. Siepenkothen, dass die Planungen, die der Bürgermeister vorgestellt hat, nicht mit ihm als für Planen und Bauen zuständigen Beigeordneten abgesprochen worden seien. »Das ist nicht der übliche Gang.«

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