Landschaftsarchitekten stellen Wegeplanung vor – Patt sorgt für Stillstand Entwurf für André-Park abgelehnt

Bünde (WB). CDU, FDP und UWG haben sich am Donnerstagabend im Planungsausschuss mit sieben Stimmen gegen den Vorentwurf für den André-Park ausgesprochen. Zwar kamen SPD und Grüne ebenfalls auf sieben Ja-Stimmen. Durch den Patt gilt der Beschluss jedoch als abgelehnt.

Von Kathrin Heeren
So könnte der Wegeverlauf durch den Andrépark nach Vorstellung der Landschaftsarchitekten Nagel aus Bad Oeynhausen aussehen. Der Baumbestand wurde bei den Planungen besonders beachtet und bei der Wegeführung als richtungsweisend zugrunde gelegt.
So könnte der Wegeverlauf durch den Andrépark nach Vorstellung der Landschaftsarchitekten Nagel aus Bad Oeynhausen aussehen. Der Baumbestand wurde bei den Planungen besonders beachtet und bei der Wegeführung als richtungsweisend zugrunde gelegt. Foto: Nagel Landschaftsarchitekten aus Bad Oeynhausen

Drei Eingänge von der Kaiser-Wilhelm-Straße, der Viktoriastraße und der Steinmeisterstraße aus sowie eine »möglichst barrierefreie Durchlaufbarkeit des Parks« waren im Vorentwurf der Nagel Landschaftsarchitekten aus Bad Oeynhausen vorgesehen, die Diplom-Ingenieur Mark Gaebler den Lokalpolitikern präsentierte.

Vorgesehen war zudem ein farbiger Belag der Wege an den Eingängen, um Passanten auf den Park aufmerksam zu machen. »Die Wegführung ist in reiner Abhängigkeit von den Baumstandorten erfolgt. Da gibt es nicht viel dran zu rütteln«, sagte Gaebler. Die sensiblen Wurzelbereiche sollten durch Wurzelbrücken überbaut werden, um den wertvollen Baumbestand zu schonen. Der Park hätte mit Leuchten und Bänken aus Stahl und Hartholz schlicht möbliert werden sollen. In den Kreuzungs- und Aufenthaltsbereichen waren homogene Gräserfelder vorgesehen.

Für die Verwirklichung des Entwurfs wäre ein Flächentausch notwendig gewesen. »Der betroffene Grundstückseigentümer ist bereit, etwa 200 Quadratmeter Fläche gegen eine andere Fläche gleicher Größe einzutauschen«, sagte Bündes Technischer Beigeordneter Dr. Andreas Siepenkothen.

Martin Schuster (CDU) wollte wissen, wie hoch die Kosten für die Sanierung der Mauer an der Kaiser-Wilhelm-Straße seien. Hier entgegnete Dr. Siepenkothen, dass diese Kosten in Höhe von etwa 100 000 Euro bereits im Haushalt eingeplant seien. Zudem übersteige das Geld, das aus dem bereits erfolgten und dem geplanten Verkauf einiger Grundstücke aus dem Parkgelände eingenommen wurde oder noch zu erwarten sei, alle Kosten für die Parkgestaltung sowie die Mauer bei Weitem. »Es bleibt also für die Stadt unterm Strich noch eine erhebliche Summe über.«

Zudem könne das Vorhaben als ISEK-Projekt mit 60 Prozent vom Land gefördert werden. »Von den geplanten Kosten für die Herrichtung der Parkanlage in Höhe von 189 800 Euro würde das Land 120 000 Euro Förderung übernehmen«, so Dr. Siepenkothen. Die Kosten für die jährliche Unterhaltung des Parks betrügen nach Einschätzung der Verwaltung 7500 Euro.

Horst Wibbeler (CDU) sagte, wenn der Park, wie vorgeschlagen, gestaltet werde, »wäre die Ökologie kaputt. Da kommen Hunde rein. Lassen wir es doch, wie es ist. Dann brauchen wir keine Pflege. Kein Geld. Wer braucht so einen Park?«

Andrea Kieper konterte, dass es der Wille des Erblassers der Buddenberg-Villa gewesen sei, dass die der Stadt vererbten Flächen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. »Es gibt viele Bürger, die keinen Balkon oder Garten haben, für die wäre ein Weg durch den Park ein Stück Naherholung.«

Martin Schuster forderte, den Vorenwurf nur zur Kenntnis zu nehmen und in Bezug auf die weitere Behandlung der Grundstücksangelegenheiten in den Wirtschaftsförderungsausschuss zu verweisen. Grüne und SPD hingegen forderten eine klare Zustimmung für den Entwurf. Diese lehnten CDU, FDP und UWG ab.

Schuster: »Die CDU ist gegen die Umsetzung dieser Planung. Am besten wäre es, einfach nichts zu tun, weil wir das Geld nicht haben und schon genug Grünflächen haben, die wir pflegen müssen.«

Dr. Siepenkothen warf ein, er habe ja bereits Gegenteiliges deutlich gemacht. »Durch die Grundstücksverkäufe haben wir das Geld. Und noch eine stattliche Summe mehr.«

Eyüp Odabasi (Grüne) betonte, der jetzige Entwurf sei bereits ein Kompromiss. Der Park werde längst nicht so gestaltet, wie eigentlich seit Jahrzehnten vorgesehen. Jetzt müsse die Politik ihrer Verantwortung gerecht werden, den Bürgern die Flächen zukommen zu lassen.

Durch die Ablehnung des Vorentwurfs kann die Planung für den Park nicht fortgeführt werden. Ebenfalls gestoppt sind allerdings auch die geplanten Grundstücksverkäufe, über die der Wirtschaftsförderungsausschuss beschließen sollte. »Weiter geht es erst, wenn eine der Fraktionen einen neuen Antrag stellt«, sagte Dr. Amdreas Siepenkothen auf Anfrage.

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