Bürgermeister Koch und Beigeordneter Berg setzen neuen Impuls in Freibad-Debatte Mehrgenerationentreff als Alternative

Bünde (WB). In der seit Monaten anhaltenden Bäder-Debatte dreht sich alles nur noch um ein Thema: Wird das Freibad Bünde-Mitte geschlossen oder nicht? Jetzt haben Bürgermeister Koch und Erster Beigeordneter Günther Berg einen Vorschlag zur alternativen Nutzung des Areals vorgelegt.

Von Rainer Grotjohann

Um der Diskussion »neue Impulse zu verleihen«, hat Koch seine Vorstellungen von einem Sport- und Erlebnispark im Herzen der Stadt konkretisiert. Die Nutzung als Freibad solle enden, der Beckenbereich mit einer Skateranlage, einer Streetballfläche, einem Tischtennisbereich und Wasserspielen überbaut werden. Wobei die Wasserspiele von Anfang Januar bis Februar einer Eisfläche weichen könnten. An anderer Stelle wäre Platz für ein Beachvolleyballfeld und eine Kletter- oder Boulderanlage, letztere vorbehaltlich noch zu klärender Haftungsfragen.

Herzstück des Projektes aber wäre der Neubau eines »Mehrgenerationentreffs« mit kleiner Gastronomie, der von Kindern, Jugendlichen und Senioren gemeinsam genutzt werden könnte. Es könne der Ersatz für das Kinder- und Jugendzentrum Atlantis sowie die Altentagesstätte an der Klinkstraße sein, hielt Koch fest. Diese beiden Gebäude seien für ihre jeweilige Nutzung nur unzureichend geeignet und könnten veräußert werden. So wäre das Projekt, für das es noch keine Kostenschätzung gibt, zumindest teilweise finanziert.

Das riesige Freibadareal könne so ganzjährig genutzt werde, nicht nur drei Monate im Jahr. Es sei zu überlegen, ob eine solche Lösung nicht geeigneter für die Entwicklung der Innenstadt und attraktiver insbesondere für junge Familien sei als die Beibehaltung der jetzigen Nutzung. Es sei an der Zeit, einen starken »auch baulichen Impuls zur Attraktivitätssteigerung« zu setzen, hielt Berg fest.

Koch sagte: »Dies ist keine Zielsetzung, an der wir unter allen Umständen festhalten wollen. Es ist eine Idee, der Hinweis darauf, dass es interessante Lösungsmöglichkeiten gibt, die in der Diskussion bislang keinerlei Rolle gespielt haben.« Er lege Wert auf die Feststellung, dass es sich um einen Diskussionsbeitrag der Verwaltungsspitze, nicht um den der CDU-Fraktion handele. Er habe den Eindruck, dass sich in der Debatte um das Freibad ausschließlich die zu Wort meldeten, die die über 80 Jahre alte Einrichtung um jeden Preis erhalten wollten. Berg ergänzte: »Und das ist eine absolute Minderheit.«

Außer Frage steht für die Verwaltungsspitze, dass Bünde auch weiterhin ein Außenschwimmbecken brauche. Das könne auf dem Gelände der Bünder Welle errichtet werden. Die Emissionsprobleme, die sich aus dem erhöhtem Verkehrsaufkommen ergäben, seien durchaus lösbar, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Ein zweites Gutachten zu diesem Problembereich wird zur Zeit erarbeitet.

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