Notbetreuung im »Sonnenland« in Enger Sechs Kitas des DRK Dienstag geschlossen

Bünde (WB). Im Tarifstreit im Öffentlichen Dienst steht auch für den Kreis Herford fest: Warnstreik am Dienstag, 26. April. Dann sind unter anderem die Mitarbeiter von Kindertagesstätten aufgerufen, in den Ausstand zu treten. Konsequent befolgt wird der Aufruf der Gewerkschaft Verdi von den Kitas des DRK-Kreisverbandes Herford-Land.

Von Rainer Grotjohann
In der AWO-Kita Traumland am Lehmkuhlenweg in Enger wird am Dienstag eine Notgruppe eingerichtet.
In der AWO-Kita Traumland am Lehmkuhlenweg in Enger wird am Dienstag eine Notgruppe eingerichtet. Foto: Gerhard Hülsegge

In den Warnstreik treten Mitarbeiterinnen der folgenden Einrichtungen: Kindertagesstätten »Krempoli« und »Kieselstein« in Bünde mit 120 Kindern in sechs Gruppen beziehungsweise 55 Kindern in drei Gruppen, die Einrichtung »Holzwurm« in Rödinghausen (85 Kinder in vier Gruppen), Kita »Traumland« in Enger mit 100 Kindern in fünf Gruppen, »Sonnenland« in Spenge mit 72 Jungen und Mädchen in vier Gruppen sowie die Einrichtung »Sonnenwiese« in Vlotho mit 85 Kindern in fünf Gruppen.

Nach dem Stand von Freitag bleiben am kommenden Dienstag alle sechs Einrichtungen geschlossen, allerdings wird es Notgruppen im »Traumland« in Enger geben.

Sprösslinge nach Enger

DRK-GeschäftsführerMichael Honder Foto: Hülsegge

Michael Honder, seit Jahresbeginn Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Herford-Land, sagte auf Anfrage, Eltern, die absolut keine Möglichkeit hätten, ihre Kinder am kommenden Dienstag anderweitig betreuen zu lassen, werde das Angebot unterbreitet, ihre Sprösslinge nach Enger zu bringen. Dort sollen die nicht streikenden Erzieherinnen zusammengezogen werden, um eine Betreuung auch über die Mittagsstunden sicherzustellen.

Ihm sei bewusst, dass dies eine absolute Notlösung sei und vor allem Eltern in weiter entfernt liegenden Kommunen wie Vlotho vor Probleme stellen werde. »Wir tun unser Bestes«, sagte Honder, »mehr ist nicht möglich«. Am Freitag würden Informationsbriefe an die Eltern verschickt. Darin werden sie gebeten, bis einschließlich Montag Bedarf für die Notbetreuung anzumelden.

Eintägiger Warnstreik

Jens Ortmann, Verdi-Funktionär und Koordinator des Streiks in den Kindertagesstätten, erklärte auf Anfrage, er habe die DRK-Geschäftsführung bereits am vergangenen Montag über die zu erwartende Beteiligung an dem Warnstreik informiert. Dies sei im Interesse der Eltern geschehen. Durch eine möglichst frühzeitige Information habe ihnen die Möglichkeit gegeben werden sollen, sich um eine alternative Betreuung ihrer Kinder zu kümmern.

»Dies ist nur ein eintägiger Warnstreik«, sagte Ortmann, »und der erste im DRK-Kreisverband Herford-Land. Mit diesem Verband gibt es erst seit März 2015 eine Tarifvereinbarung. Wir haben uns bisher sehr zurückgehalten. Ich erinnere nur an die mehr als vierwöchigen Kita-Streiks in anderen Regionen.«

Kontroverse um Namenslisten

Zwischen dem Gewerkschafter und dem DRK-Geschäftsführer hat es eine Kontroverse gegeben, nachdem Honder die Kita-Leitungen aufgefordert hatte, die Namen der »nicht Streikberechtigten« aufzulisten, diese sollten dann zum Dienst in der Notgruppe in Enger erscheinen.

Ortmann: »Natürlich hat jeder Arbeitnehmer, jede Arbeitnehmerin das Streikrecht, unabhängig auch von einer Gewerkschaftsmitgliedschaft. Ich habe Herrn Honder darauf den Entwurf einer gemeinsamen Erklärung an die Belegschaft zugeschickt, um die arbeitsrechtliche Lage zu klären. Darin habe ich ganz bewusst die Formulierung ›Missverständnisse‹ gewählt. Herr Honder wollte das jedoch nicht unterschreiben. Das kann ich nicht nachvollziehen.«

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