Nach Diskussionen um Flüchtlingsunterkunft CDU-Ratsfrau verlässt Partei

Bünde (WB/grot). In Bünde (Kreis Herford) hat die anhaltende Debatte um eine Flüchtlingsnotunterkunft personelle Konsequenzen im politischen Raum. Die 29-jährige CDU-Ratsfrau Nora Müller ist von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Sie legte ihr Ratsmandat nieder und hat auch die Partei verlassen.

Nora Müller.
Nora Müller.

Die Diplom-Mathematikerin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Universität Bielefeld, war parteiintern in die Kritik geraten. Als eine Grundschule und eine Sporthalle im Stadtteil Ahle, für den Müller 2014 in den Rat gekommen war, kurzfristig mit Flüchtlingen belegt wurde, hatte die 29-Jährige, auch im örtlichen Sportverein aktiv, öffentlich ihrem Unmut darüber Luft gemacht. Sie hatte geäußert, die Flüchtlinge würden dem Stadtteil »nur Nachteile« bringen.

Müller nicht mehr tragbar

Damit war für ihre Fraktion Nora Müller als Mitglied des Integrationsrates nicht mehr tragbar. In einer Fraktionssitzung am Montagabend war sie aufgefordert worden, dieses Amt niederzulegen. Das hatte sie zunächst abgelehnt, dann aber am späten Mittwochabend der Partei- und Fraktionsführung mitgeteilt, dass sie alle politischen Ämter niederlege und die Partei verlasse. In einem Schreiben an den Stadtverbandsvorsitzenden hat sich die 29-Jährige für ihr Verhalten bezüglich der Sporthalle entschuldigt, ihre Reaktion sei »unangebracht« gewesen.

Die Bünder CDU-Spitze sprach am Dienstag von »unüberbrückbaren Differenzen«. Wer gegen die Prinzipien der Partei handele, müsse diese eben verlassen, sagte Fraktionssprecher Georg Kruthoff. Nora Müller hatte schon vor der Kommunalwahl 2014 mehrere Jahre als Sachkundige Bürgerin mitgearbeitet, ihren Wahlbezirk holte sie direkt mit 48 Prozent der Stimmen. Sie war eine von zwei stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes und gehörte dem Fraktionsvorstand an.

Kommentare

Zustände wie in der DDR !

In meinen Augen ein unfassbarer Skandal. Hier wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und überhaupt das Grundgesetz mit Füßen getreten. Wie mit Frau Müller umgesprungen wurde, ist einer Demokratie absolut unwürdig. Das sind knallharte Diktatur-Methoden, genau wie sie früher in der DDR gang und gäbe waren.
Das ist nicht mehr die CDU, wie ich sie 30 Jahre lang gewählt habe. Frau Merkel hat die Partei langsam aber konsequent zersetzt. Auch ich habe meine Konsequenzen gezogen: Ich würde mir eher den Finger abhacken, als noch einmal mein Kreuzchen bei dieser CDU zu machen. Diesen links-grünen Kader- und Knzlerinnenwahlverein mit gleichgeschalteter Unisono-Meinungsdiktatur braucht kein Mensch !

Endlich...

... es ist gut, dass sie weg ist!

Offensichtlich die einzig Aufrechte

Die einzig Aufrechte in Bünde mußte natürlich gehen. Das ist klar. Sie war noch nicht gleichgeschaltet, hatte noch ihre eigene Meinung, hatte wirkliche Argumente, blickte nach vor und vieles mehr. All das ist in der lokalen (aber auch bundesweiten) CDU-Fraktion und bei den anderen Blockparteien natürlich nicht erwünscht.
Frau Müller kann man nur gratulieren, daß sie nicht mehr in diesem Laden zugange ist!

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist nicht gut für eine Stadt. Sie mag aktuell notwendig sein, aber sie ist nicht gut.

Scheinbar reicht es heute schon, selbst in der CDU, Wahrheiten auszusprechen und man wird aus dere Partei vergrault. Diese Entwicklung ist äußerst besorgniserregend - die Gesellschaft in Deutschland erscheint bis ins Mark erschüttert durch die Krise.

Prinzipien der Partei?

Wer gegen die Prinzipien der Partei handele, müsse diese eben verlassen, sagte Fraktionssprecher Georg Kruthoff.

Welche Prinzipien sollen das denn bitte sein? Ist es mittlerweile verboten, die Einhaltung der Gesetze zu fordern? Die Bundesrepublik bricht durch die unkontrolliete Aufnahme von Asylbewerbern das Recht! Was in Bünde passiert ist, ist eine kleine Kapitulation des Rechtstaats!

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