63. DRK-Landeswettbewerb in der Bünder Innenstadt – 1000 Rotkreuzler im fairen Wettstreit Das Gipfeltreffen der Helfer

Bünde (BZ). Wenn Menschen in Not geraten, sind sie zur Stelle. Die große Vielfalt der Rotkreuzarbeit wurde beim 63. DRK-Landeswettbewerb in der Bünder Innenstadt deutlich. Etwa 1000 Rotkreuzler aus dem gesamten DRK-Landesverband Westfalen-Lippe verglichen ihren jeweiligen Leistungsstand im fairen Wettstreit und präsentierten gleichzeitig ihr breit gefächertes Aufgabenspektrum der Öffentlichkeit.  Sieger bei den Erwachsenen wurde die Rotkreuzgemeinschaft Wenden 1.

Von Karl Hendrik Tittel
Simulierter Notfall: Monika Althaus (links) und Erika Bonnhäger vom DRK-Kreisverband Coesfeld kümmern sich um die Verletztendarstellerin Jennifer Stevenson, die eine fingierte Kopfwunde erlitten hat. Im Hintergrund DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters im Gespräch.
Simulierter Notfall: Monika Althaus (links) und Erika Bonnhäger vom DRK-Kreisverband Coesfeld kümmern sich um die Verletztendarstellerin Jennifer Stevenson, die eine fingierte Kopfwunde erlitten hat. Im Hintergrund DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters im Gespräch. Foto: Karl Hendrik Tittel

Zum ersten Mal fand der DRK-Landeswettbewerb in Bünde statt. Eine große Herausforderung, die von den Gastgebern, DRK-Kreisverband Herford-Land und DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, »hervorragend gemeistert wurde«, wie Dr. Rudolf Seiters lobend erwähnte. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes war einer von zahlreichen Ehrengästen, die sich zur Feierstunde anlässlich des Landeswettbewerbes in der Aula des Marktgymnasiums eingefunden hatten. Seiters dankte den vielen Helfern, ohne die »der Wettbewerb undenkbar« sei, und gratulierte den Teilnehmern, die ja bereits allesamt Sieger seien, da sie die Kreiswettbewerbe für sich entschieden hätten. Zur aktuellen Flüchtlingssituation in Deutschland sprach er deutliche Worte: »Das DRK muss neutral und unparteiisch sein, aber bei Ausländerhass ist eine Grenze überschritten, da können und dürfen wir nicht mehr schweigen.«

Er sprach sich für eine faire Quotenregelung zur Bewältigung der Asylproblematik in Europa aus. »Wir müssen differenzieren, ob Menschen aus Kriegsgebieten flüchten oder aus – wenn auch verständlichen – sozialen oder wirtschaftlichen Gründen ihr Heimatland verlassen.« Letzteres könne man nicht mit der Asylpolitik lösen. »Wenn wir nicht differenzieren, haben wir Probleme, denjenigen zu helfen, die von Krieg und Tod unmittelbar betroffen sind.«

Flüchtlingssituation ist Thema

Auch Bürgermeister Wolfgang Koch, zudem Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Herford-Land, sprach die Flüchtlingssituation an. Er sei stolz, dass Bünder Stadtverwaltung, DRK und Kreis Herford gemeinsam die Aufnahme von Flüchtlingen in der Notunterkunft in Ahle so schnell gemeistert hätten. »Das Aufgabenfeld der Rotkreuzarbeit hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert, aber eine Kernaussage trifft damals wie heute zu: Hilfe im Namen der Menschlichkeit«, so Koch. Carin Hell, Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, betonte, dass beim Landeswettbewerb, neben der Überprüfung des Leistungsstandes, der olympische Gedanke sowie die Gemeinsamkeit im Vordergrund stünden: »Hier wird die Vielfalt unserer Tätigkeiten widergespiegelt.« Davon machten sich DRK-Präsident Seiters und weitere Ehrengäste ein genaues Bild.

Angeführt vom Bünder Rotkreuzleiter Sven Kampeter und der DRK-Kreisbeauftragten Susanne Paul-Brandt, besuchte die Gruppe alle 16 Stationen des Wettbewerbsparcours, die in der gesamten Innenstadt verteilt waren – von der Fußgängerzone, über das Elseufer, bis hin zum Steinmeisterpark. »Das ist alles super organisiert, ein wirklich toller Wettbewerb«, so Jacqueline Falk, Jugendrotkreuzleiterin aus Schmallenberg. Insgesamt stellten sich 33 Gruppen, davon zehn Jugendrotkreuzteams, den Aufgaben aus den Bereichen »Erste Hilfe«, »Sanitätsdienst«, »Rotkreuzwissen«, »Blutspendedienst«, »Betreuung« sowie »Sicherheit und Technik«. Die Teilnehmer wurden unter anderem mit simulierten Notfällen konfrontiert, inklusive Opferdarsteller, die sie vor den Augen der Passanten versorgen mussten.

Rotkreuzgemeinschaft Wenden 1 holt Sieg

Während sich bei den Erwachsenen  die Rotkreuzgemeinschaft Wenden 1 (DRK-Kreisverband Olpe) den Sieg sicherte, setzte sich  im Jugendbereich die JRK-Gruppe  aus dem DRK-Kreisverband Paderborn durch. Die Pokale gab es abends im Stadtgarten Bünde. Doch zuvor zogen die Ehrlich-Brothers die Besucher mit einer fantastischen Show in ihren Bann.

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