Debatte um Nutzung des André-Parks lebt wieder auf Stadt erbt Buddenberg-Villa

Bünde (WB). Die Lage ist ein Traum, das Gebäude eher ein Albtraum. Die Rede ist von der verfallenden Buddenberg-Villa an der Viktoriastraße und dem sie umgebenden fast 5000 Quadratmeter großen Areal hin zur Kaiser-Wilhelm-Straße. Die Stadt hat die Gesamtimmobilie geerbt, der Gesamtwert liegt bei geschätzt einer Million Euro.

In den 60er-Jahren erbaut wurde die Buddenberg-Villa, das imposante Gebäude steht in allerbester Innenstadtlage. Nach mehrjährigem Leerstand aber ist das einst prächtige Haus in einem sehr schlechten Zustand.
In den 60er-Jahren erbaut wurde die Buddenberg-Villa, das imposante Gebäude steht in allerbester Innenstadtlage. Nach mehrjährigem Leerstand aber ist das einst prächtige Haus in einem sehr schlechten Zustand. Foto: Hilko Raske

Die in den 60er-Jahren erbaute Villa war bis zu Beginn dieses Jahrtausends repräsentativer Wohnsitz des Ehepaares Buddenberg mit Schwimmhalle im Kellergeschoss und einer Einliegerwohnung für Hauspersonal. Hellmuth Buddenberg, gebürtiger Bünder, war von 1976 bis 1988 Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP AG und bis 1994 stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Der Träger des Großen Verdienstkreuzes starb 2003 im Alter von 78 Jahren in seiner Heimatstadt, kurz darauf zog seine Witwe nach Lippe und starb im Frühjahr 2014. Mehrere Jahre hatte die einst prächtige Villa schon zu diesem Zeitpunkt leer gestanden. Und ist, wie Bürgermeister Wolfgang Koch und Wirtschaftsförderer Hartmut Bokel im Gespräch mit dieser Zeitung erklärten, in einem Zustand, der eine Sanierung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum zulasse.

Museum wird nicht enstehen

Das Ehepaar Buddenberg wollte das Areal und das Haus der Stadt im Wege der Schenkung überlassen, allerdings unter einer Bedingung: Auf dem weitläufigen Areal sollte ein Museum entstehen. Für Errichtung und Betrieb war ein Geldbetrag, ebenfalls als Schenkung, vorgesehen.

Mit der Erbengemeinschaft einigte sich die Stadt darauf, die zu kostenintensiven Museumsplanungen fallen zu lassen und auf den Geldbetrag zu verzichten. Was jetzt mit Villa und Areal geschieht, ist Sache der Politik. Es gibt bereits einen potenziellen Käufer. Es soll sich um den Erbauer der Villa handeln, der Interesse bekundet haben soll, die Immobilie zu kaufen und zu sanieren. Der ältere Mann wohnt im Norden Deutschlands, will das Gebäude entweder selbst beziehen oder für seine Nachkommen sanieren.

Grüngürtel erweitern

Das Areal ist zweigeteilt, auf knapp 2000 Quadratmeter steht die Villa, knapp 3000 Quadratmeter umfasst der so genannte André Park, der nicht bebaut werden darf und als öffentliche Grünfläche ausgewiesen ist. Über diesen Bereich wird seit langem diskutiert. Vor Jahren hatte der frühere Technische Beigeordnete Heinz Brockmeier dafür plädiert, das Gelände zu erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ein Weg hätte von der Paulus-Kirche bis zum Stadtgarten führen und somit Teil eines innerstädtischen Grüngürtels werden können. Brockmeier konnte sich nicht durchsetzen, aber die alten Planungen könnten jetzt erneut aus der Schublade geholt werden. Am gestrigen Abend hat sich der SPD-Ortsverein Bünde-Mitte mit dem Thema beschäftigt. Unter der kämpferisch klingenden Fragestellung: »Soll der Grüngürtel in der Innenstadt einem exklusiven Wohndomizil für wenige Gutbetuchte weichen?«

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