Zahlreiche Besucher beim Spielplatzfest an der Flüchtlingsunterkunft in Ahle Ein herzliches Miteinander

Bünde (WB). Lautes Kinderlachen hallt am Donnerstagnachmittag über den Pausenhof der ehemaligen Grundschule in Ahle. Gemeinsam spielen Mädchen und Jungen aus dem Ortsteil mit dem Nachwuchs der Flüchtlinge, die derzeit in den alten Klassenräumen und der Turnhalle untergebracht sind.

Von Daniel Salmon
Keine Berührungsängste: Der junge Iraker Khalaf (links) und Bastian Ueckert  knüpfen beim Spielplatzfest auf dem Pausenhof der ehemaligen Ahler Grundschule erste Kontakte.  »Die Atmosphäre bei der Veranstaltung ist sehr herzlich«, findet der Holser.
Keine Berührungsängste: Der junge Iraker Khalaf (links) und Bastian Ueckert knüpfen beim Spielplatzfest auf dem Pausenhof der ehemaligen Ahler Grundschule erste Kontakte. »Die Atmosphäre bei der Veranstaltung ist sehr herzlich«, findet der Holser. Foto: Daniel Salmon

»Kinder kennen keine Berührungsängste«, sagt Karin Stintmann, die gemeinsam mit Tochter Clara (7) zum Spielplatzfest an der Schule gekommen ist. Sie ist Lehrerin in Holsen und hat bis vor den Ferien in Ahle unterrichtet. »Ich wollte sehen, was aus meiner alten Wirkungsstätte geworden ist«, sagt Stintmann. Sie  ergänzt: »Es sieht jetzt natürlich etwas anders hier aus. Aber auf dem Fest herrscht eine gute Atmosphäre.«

»Ungezwungen Kontakt knüpfen«

Die Pädagogin ist eine der zahlreichen Bürger, die das Spielplatzfest besuchen. Organisiert hat die Veranstaltung das Rote Kreuz in Kooperation mit der Stadt Bünde.  Für die Kinder wird ein vielfältiges Angebot präsentiert. Das Spielmobil der Kommune ist vor Ort, auf einer großen, aufblasbaren Rutsche sausen Mädchen und Jungen aus Ahle und Afrika gemeinsam in die Tiefe. Zur Stärkung gibt es Bratwurst – aus Geflügelfleisch, denn ein Großteil der Flüchtlinge ist muslimischen Glaubens.

Auch Ines Biro ist mit ihren Söhnen Jona (11 Monate) und Levi (4) an die Grundschule gekommen. »Die Aktion finde ich wirklich gut. Flüchtlinge und Bürger können hier ungezwungen Kontakt knüpfen und für die Kinder, die in der Notunterkunft wohnen, ist es eine tolle Abwechslung«, sagt die 36-Jährige. Auch die zweifache Mutter hat gegenüber den Asylsuchenden keine Berührungsängste. »Ein junger Mann hat mich auf Englisch gefragt, ob er meine Kinder mit dem Handy fotografieren und das Bild seiner Familie schicken könnte. Da hatte ich natürlich nichts gegen«, sagt Ines Biro.

»Die meisten Befürchtungen sind zerstreut«

Ein beliebtes Fotomotiv ist am Donnerstagnachmittag auch Australian-Shepherd-Rüde Duke. Viele der Flüchtlinge zücken ihre Smartphones für einen Schnappschuss von dem imposanten Tier. Dukes Besitzer Klaus Wiedemann wohnt  ganz in der Nähe der Notunterkunft: »Ich bin zum Fest gekommen, um mich über die Situation hier zu informieren«, sagt er. Über das rege Interesse seiner Mitbürger an der Veranstaltung freut sich der 66-Jährige. 

Zwar hat der Ahler Verständnis für die Sorgen, die einige Familien mit Kindern gegenüber der Einrichtung einer Asylunterkunft in ihrer direkten Nachbarschaft gehegt haben. »Aber ich denke, die meisten Befürchtungen, die diese Leute hatten, haben sich mittlerweile zerstreut.« Wiedemann selbst hat nach eigener Aussage bislang nur positive Erfahrungen mit den Flüchtlingen gemacht. »Sie sind sehr freundlich, wenn man sie auf der Straße trifft und grüßen immer«, sagt er.

Auch Marco Frodermann vom Jugendamt der Stadt Bünde kann diesen Eindruck unterstreichen: »Als wir hier alles für das Fest aufgebaut haben, kamen viele Flüchtlinge und haben uns dabei geholfen.« Laut Erstem Beigeordneten Günther Berg  würden die Asylsuchenden auch regelmäßig dabei helfen, das Gelände der Grundschule sauberzuhalten.

Positives Fazit

Mit der Resonanz auf das recht spontan organiserte Spielplatzfest zeigt sich Rotkreuz-Leiter Sven Kampeter zufrieden: »Die Veranstaltung ist gelungen. Wirklich toll, dass so viele der Einladung gefolgt sind. Es herrscht wirklich ein herzliches Miteinander.« Das findet auch Ashraf. Gemeinsam mit seinen Freunden betrachtet der junge Somalier  interessiert das rege Treiben auf dem Pausenhof. »Das Fest ist wirklich toll. Und die Deutschen sind alle sehr nett zu uns«, sagt der 20-Jährige in klarem Englisch.

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