Hunnebrocker haben ein Hornissennest im Garten – Tiere stehen unter besonderem Schutz Kein Anlass zur Panik

Bünde(BZ). Viele Menschen geraten bereits beim Anblick von Wespen in Panik. Familie Tworek aus Hunnebrock hat im Garten seit einiger Zeit ein Hornissennest – und lebt ganz friedlich mit den Tieren zusammen.

Von Kathrin Brinkmann
Die Hornissen haben ihr Nest in einer morschen Weide gebaut. Die 18 bis 28 Millimeter langen Tiere sind 22 Stunden am Stück aktiv und fliegen ein und aus, um Insekten zu fangen. Zur Beute der Hornissen zählen unter anderem Wespen.
Die Hornissen haben ihr Nest in einer morschen Weide gebaut. Die 18 bis 28 Millimeter langen Tiere sind 22 Stunden am Stück aktiv und fliegen ein und aus, um Insekten zu fangen. Zur Beute der Hornissen zählen unter anderem Wespen. Foto: Kathrin Brinkmann

Es brummt und knistert am morschen Weiden-Baumstamm. Im Sekundentakt fliegen Hornissen ein und aus. Friedhelm Diebrok vom NABU hat es bereits erlebt, dass Anwohner hysterisch auf Hornissennester im Garten reagieren. Dazu allerdings gebe es keinen Anlass. »Hornissen sind weit weniger störend als Wespen«, sagt Diebrok. Viele Menschen hätten Angst, weil die Hornissen so groß seien. Ihr Stich sei jedoch nicht giftiger oder schmerzhafter als der von Bienen oder Wespen. »Ohnehin stechen Hornissen nur, wenn man ihnen den Eingang zum Nest blockiert oder das Nest schüttelt. Das kommt einem Angriff gleich«, sagt Diebrok.

Während Wespen sich bekannter Weise von süßen Speisen und Getränken anlocken lassen, sind Hornissen davon völlig unbeeindruckt. Sie ernähren sich von Insekten und seien daher optimale Schädlingsbekämpfer. »Selbst Wespen, die in diesem Jahr besonders gehäuft vorkommen, stehen auf dem Speiseplan der Hornissen«, sagt Diebrok. Ein halbes Kilo Insekten pro Tag verzehre ein Hornissenvolk. Die Tiere seien 22 Stunden am Stück aktiv. Diebrok ist es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass Hornissen laut Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz stehen. »Sie sind in Deutschland nur noch sehr selten zu finden. Ihre Nester dürfen nicht entfernt werden. Wer das Glück hat, ein Hornissennest bei sich in der Nähe zu haben, sollte sich freuen, so etwas beobachten zu können«, sagt Diebrok. Auch Anja Tworek stimmt ihm zu. »Wir schauen den Tieren gerne bei der Arbeit zu. Obwohl unsere Grillstelle in der Nähe des Nestes liegt, ist noch keiner von uns gestochen worden. Wir freuen uns, dass die Tiere in unserem Garten einen Lebensraum gefunden haben.«

Drittes Jahr in Folge ein Hornissennest im Garten

Der Naturgarten der Familie in Hunnebrock sei etwas ganz Besonderes,  findet Friedhelm Diebrok. Bereits im dritten Jahr in Folge sei dort ein Hornissennest zu finden. Das sei höchst ungewöhnlich. Eigentlich suchen Hornissen nämlich jedes Jahr einen neuen Standort. »Aber hier im Garten gibt es viele Eichen und Obstbäume. So ein morscher alter Weidenstamm bietet da ideale Bedingungen«, sagt Diebrok.

Etwa 700 Arbeiterinnen und eine Königin gehören zu einem Hornissenvolk. Die Königin legt Eier, während die Arbeiterinnen Waben bauen und Nahrung herbeischaffen. »Erst ganz zum Schluss legt die Königin spezielle Eier, aus denen Drohnen, also männliche Hornissen, sowie neue Königinnen schlüpfen. Die Drohnen sind nur dazu da, die jungen Königinnen zu befruchten. Danach sterben sie sofort«, sagt Diebrok. Bis auf die neuen Königinnen sterbe das gesamte Volk im Herbst ab. Die neuen Königinnen gründen im Folgejahr im Mai dann wieder ein neues Volk.

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