Jörg Hülsmann will Danke sagen – Organspende rettete seiner Frau das Leben Pilgerreise soll aufklären

Bünde (WB). Etwa 10.000 schwerkranke Menschen warten in Deutschland pro Jahr laut Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation auf eine lebensrettende Organspende – viele davon vergeblich. Mit einer besonderen Aktion will der Bünder Jörg Hülsmann nun auf die Problematik aufmerksam machen.

Von Daniel Salmon
it 13 Kilogramm Gepäck in seinem Wanderrucksack wird Jörn Hülsmann in wenigen Tagen seine Reise antreten. Mit der Aktion will er auf die Transplantationsproblematik aufmerksam machen. Seine Frau Christina hatte vor zwei Jahren eine Lebertransplantation.
it 13 Kilogramm Gepäck in seinem Wanderrucksack wird Jörn Hülsmann in wenigen Tagen seine Reise antreten. Mit der Aktion will er auf die Transplantationsproblematik aufmerksam machen. Seine Frau Christina hatte vor zwei Jahren eine Lebertransplantation. Foto: Daniel Salmon

Die Diagnose traf die Familie Hülsmann hart: Bei Mutter Christina wurde vor einigen Jahren die Autoimmunkrankheit PSC (Primäre sklerosierende Cholangitis) festgestellt, die früher oder später ein Leberversagen zufolge hat. Nur eine Transplantation wurde notwendig. »Unser Leben wurde völlig auf links gekrempelt«, erinnert sich Ehemann Jörg Hülsmann an die Zeit nach der Diagnose.

2012 erhielt die 47-jährige zweifache Mutter schließlich an der Medizinischen Hochschule in Hannover die lebensrettende Spende. »Als wir davon erfahren haben, dass es ein passendes Organ für meine Frau gibt, waren wir alle sehr bewegt«, erinnert sich Jörg Hülsmann noch ganz genau an jenen Abend, als der erlösende Telefonanruf kam. Während seine Frau die größere rechte Hälfte der Spenderleber erhielt, bekam ein Kind den kleineren linken Teil des Organs transplantiert. »Es ist  schade, dass ich nie dem Menschen werde danken können, dessen Organspende meiner Frau das Leben gerettet hat«, sagt Hülsmann.

Mit einer etwa 220 Kilometer langen Pilgertour von Osnabrück nach Wuppertal unter dem Titel »Pilgern für’s Leben – für Organspende« will der Bünder nun über die Transplantationsproblematik in Deutschland sowie über den Nutzen von Spendenausweisen aufklären:  »Denn es wissen nur wenige, dass man auf den Ausweisen auch vermerken lassen kann, dass man seine Organe nicht spenden will. In jedem Fall nimmt man den Angehörigen durch so einen Ausweis schwere Entscheidungen ab.«  Doch Hülsmann bezweckt mit seiner Tour noch mehr : »Ich will vor allem Danke sagen, und zwar den Ärzten und den Pflegern, die täglich in der Transplantationsmedizin arbeiten. Ich will ihnen zeigen, wie wertvolle ihre Arbeit ist«, sagt der 50-Jährige. Er ergänzt: »Außerdem  geht auch ein großes Dankeschön an die wunderbaren Menschen, die sich ehrenamtlich in der Selbsthilfe um Menschen kümmern, die als Patienten und Angehörige den schweren Weg durch die Transplantation gehen müssen.«

Auf seiner Pilgertour, die Hülsmann am 21. August am Osnabrücker Dom starten wird,  acht Tage später in Wuppertal-Beyenburg ihr Ende finden soll und einen Teil des berühmten Jakobswegs markiert, will der Bünder an verschiedenen Stationen Halt machen. »Dort will dann mit Menschen, Transplantations-Selbsthilfegruppen und Klinikpersonal zu dem Thema ins Gespräch kommen«, sagt er.

Bereits am Mittwoch hat der 50-Jährige den  symbolischen Start  seiner Wanderung  absolviert. Und zwar am Bünder Lukas-Krankenhaus. »Denn hier nahm unsere Odyssee  ihren Anfang, hier hat meine Frau die erste Diagnose erhalten und wir wurden wirklich sehr schnell an die Medizinische Hochschule Hannover verwiesen.«

Zu diesem Anlass übergab Michaela Schmidt, Öffentlichkeitsarbeiterin am Bünder Krankenkenhaus, Hülsmann auch einen kleinen Stein, auf dem in blauen Lettern das Wort »Danke« zu lesen ist. »Der wird mich auf meiner Pilgertour, die ich auf Facebook dokumentieren werde, begleiten. Auf dem höchsten Punkt meiner Reise, bei Beyenburg, werde ich ihn dann ablegen. Das ist mein persönlicher ›Cruz de Ferro‹«, spielt Hülsmann auf die höchste Erhebung des Jakobswegs an.

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