Geboren vor 130 Jahren: Bankverein Werther würdigt Max Tietz in einer Online-Ausstellung
Der Lehrer, der Musik und Malerei liebte

Werther (WB) -

Ältere Wertheraner können sich noch persönlich an den vielseitig begabten Mann erinnern, der im frühen 20. Jahrhundert zu den prägenden Persönlichkeiten des Kulturlebens der Stadt zählte: Max Tietz --  Volksschulleiter, Künstler, Musiker und Dirigent -- wurde am 11. Februar vor 130 Jahren geboren.

Sonntag, 07.02.2021, 20:17 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 20:20 Uhr
Mit seinem Freund Peter August Böckstiegel unternahm Max Tietz einen Fahrradausflug nach Bückeburg. So entstand dieses Bild einer Näherin bei der Arbeit. Foto: Archiv

 

Und zwar in Berlin. Er wuchs in Ostpreußen auf. Mit Ende 20 verschlug es ihn als jungen Lehrer an den Teutoburger Wald. Ein Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg fand er hier eine Anstellung an der Volksschule, dessen Rektor er später wurde -- und durch Zufall eine Wohnung über dem Bankverein, der damals noch seinen Sitz an der Schloßstraße hatte. Über die Jahre wuchs eine Verbindung mit der Bank, die Tietz‘ Tod im Jahr 1964 genauso überdauerte wie die Eingliederung des einst selbstständigen Bankvereins in die Verbund-Volksbank OWL.

Die führt nämlich bis heute eine Tradition fort, anlässlich des Geburtstags Bilder aus dem Nachlass des Künstlers zu zeigen. Auch der Bankverein selbst ist in Besitz mehrerer Werke. Was früher von einem keinen Kaffeeklatsch mit Zeitzeugen verbunden war, muss dieses Jahr aufs Internet ausweichen. Von Montag, 8. Februar, an bis Freitag, 26. Februar, wird auf der Homepage www.bankverein-werther.de eine Online-Ausstellung präsentiert,die an den passionierten Maler, Musiker und Pädagogen erinnert. »Sehr individuell: mal impressionistisch, mal expressionistisch – Max Tietz hatte seinen ganz eigenen Stil«, so pflegt Adolf Eickhorst, Tietz-Experte im Haller Museum, den Künstler zu beschreiben.

Tietz erzählte stets freimütig, dass er gern freischaffender Künstler geworden wäre. Doch auf Drängen der Eltern entschied er sich für den Lehrerberuf. Die Freude an der Kunst bremste das nicht aus. Er war eng mit Peter August Böckstiegel befreundet, gemeinsam unternahmen sie viele inspirirende Ausflüge. Ganz pragmatisch griff Tietz Böckstiegel dabei unter die Arme: Als Lehrer mit festem Gehalt konnte er es sich leisten, seinem Freund dann und wann finanziell aus der Klemme zu helfen.

Während Tietz heute weiter hinter dem großen Namen Böckstiegels zurück steht, genoss er zu Lebzeiten durchaus Reputation als Künstler. So stellte er unter anderem mit Otto Dix und Max Liebermann im Berliner Schloss aus. Neben seiner Liebe zur Malerei spielte Tietz Geige, Bratsche, Cello und Gitarre und leitete später auch als Vorsitzender und Dirigent den bis heute bestehenden Männergesangsverein „Liedertafel“. Zudem war er lange Zeit Leiter der Stadtbücherei. 1964 starb er mit 73 Jahren.

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