Tipps von der Friseurmeisterin: Was Nagelschere und Haartönung aus der Drogerie im Moment aus- oder anrichten können
Mut zur Matte und Vorsicht bei Blond

Werther (WB) -

Schon am Ansatz zeigt sich das Problem. Gnadenlos scheint da die Natürlichkeit durch, die sonst der Friseur erfolgreich vertuschen hilft. Andere plagen sich inzwischen mit einer viel zu langen „Matte“, einem Pony, der bald die Augen verdeckt, wuchernden Koteletten oder tannenbaumartigem Spliss. Was tun, wenn die Türen zum Friseursalon nach wie vor geschlossen sind?

Freitag, 05.02.2021, 16:55 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 16:58 Uhr
Genervt von den eigenen Haaren ist nicht nur Henrike Gerdkamp. Wie sie sehnen viele die Wiedereröffnung der Friseursalons herbei. Foto: Christina Geis

Aynur Ferah, Inhaberin des gleichnamigen Salons an der Ravensberger Straße, gibt Tipps zur Soforthilfe daheim.

Die Tönung aus dem Drogeriemarkt ist für sie nur eine Notlösung allenfalls für den Ansatz. „Denn es besteht die Gefahr, dass die Farbe sich aufaddiert, dann sind Längen und Spitzen dunkler als der Ansatz“, warnt sie. Sie empfiehlt stattdessen Ansatzpuder, das man wie Lidschatten mit dem Pinsel aufträgt, Haarmascara oder Tönungsliquids. Auch Farbspray könne die erste Not lindern. Aber Vorsicht bei Blondtönen: „Das wird schnell gelb oder grünstichig.“

Ferah bietet Kunden, die sich die Haare in sehr kurzen Abständen färben (müssen), einen Haustür-Lieferservice. „Ich mische die Farbe im Auto unmittelbar vor der kontaktlosen Übergabe an, sie muss ja ganz frisch sein, und die Kundin bekommt sie samt Schale, Pinsel und Handschuhen zur direkten Anwendung“, erklärt sie und schmunzelt: “Manchmal fühle ich mich wie in einer Alchimisten-Küche.“ Ihre Besuche enden ganz klar an der Haustür: Trotz zahlreicher dringlicher Anfragen ist Schneiden für sie tabu. „Das Gesundheitsrisiko ist für alle Beteiligten zu groß.“

Als schnelle Lösung für Probleme am Ansatz empfiehlt sie einen Zick-Zack- oder Seitenscheitel. Ganz Eilige winden sich ein Tuch als stylisches Accessoire um den Kopf oder nutzen die Witterung als Vorwand zum Mütze-Dauertragen.

Langhaarkandidatinnen gönnen den (gespaltenen) Spitzen eine Extraportion Öl, Haarspitzencreme oder Fluid. Volumen am Ansatz erreicht man, indem man Stylingschaum in das feuchte Haar gibt und es über Kopf bzw. von unten nach oben föhnt. Das gilt auch für kurzes Haar. Ebenso effektvoll: Haftwickler direkt nach dem Föhnen in das noch warme Haar geben und etwa eine halbe Stunde darin lassen. Der alte Schnitt vom Profi kommt so auch nach Wochen noch zur Geltung.

Und die Herren? „Die Konturen lassen sich tatsächlich gut mit der Schermaschine begradigen, wenn man die höchste Stufe einstellt und sich von unten nach oben arbeitet“, sagt die Expertin. Ist keine Haarschere im Haus, sollte man die Nagelschere benutzen, eine normale Haushaltsschere ist nicht geeignet. „Die Schere unbedingt senkrecht ansetzen, nie waagrecht“, rät Ferah, „und vom Deckhaar am besten die Finger lassen!“ Wer den Pony kürzen will: „Trockene Haarsträhnen mit einem großen Kamm nach oben ziehen und abschneiden, was stört.“

Obwohl manches Familienmitglied ungeahnte Talente in Sachen Kunst am Kopf entdeckt und der Out-of-bed-Look á la Boris Johnson eine Renaissance in allen Altersklassen erlebt, gilt: „Matter Wachs oder Spray bändigen störrische Partien, bei dickerem Haar hilft Pomade“, so die Coiffeurin.

Ansonsten gilt: Mutig Matte zeigen – bis zu dem Tag, an dem die Lieblingsfriseurin beim Blick auf den Kopf mit Kennermiene feststellt: „Na, diesmal wird’s ein bisschen länger dauern… – Kaffee?“

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