Ausbildung auch im Elektroauto: Neue Verordnungen für Fahranfänger sollen für mehr Transparenz sorgen
Dennis Husemann ist voller Energie

Werther -

Zuhause „tanken“ kann Dennis Husemann an der Steckdose draußen am Haus. Denn zum Fuhrpark der Fahrschule Husemann aus Werther zählt auch ein VW Golf als E-Auto.

Donnerstag, 07.01.2021, 19:24 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 20:48 Uhr
Die Ladestation mit der sogenannten Wallbox ist direkt an der Hauswand installiert: Fahrlehrer Dennis Husemann lädt eines seiner Fahrschulautos zuhause auf. Foto: hx

Mit dessen Elektromotor in Verbindung mit der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen will der 37-jährige Fahrlehrer zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen beitragen.

Aktuell müssen im Lockdown auch die hiesigen Fahrschulen eine Zwangspause einlegen, dürfen nur „berufsbezogene Ausbildungen“ durchführen. Dennis Husemann und seine Kollegen hoffen darauf, dass sie möglichst zügig wieder loslegen dürfen.

Die ersten Fahrstunden sind meist geprägt von Nervosität und Überforderung. Man muss das Fahrzeug beherrschen, den Verkehr im Blick behalten und die Anweisungen vom Beifahrersitz hören und befolgen. Ab April 2021 gibt es ein neues Ausbildungskonzept: Die Fahranfänger dürfen ihre komplette Ausbildung, inklusive der für die meisten doch aufregenden Prüfung, nun in einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe absolvieren. Um später auch mit Schaltgetriebe fahren zu dürfen, müssen die Fahrschüler während ihrer Ausbildung zehn Ausbildungsstunden in einem Schaltwagen absolvieren.

Nach einer 15-minütigen internen Prüfung durch den Fahrlehrer stellt die Fahrschule dann eine Bescheinigung aus, und danach kann man sich voll auf seine Prüfung konzentrieren. Der Fokus soll auf dem Straßenverkehr bleiben, das Auto nicht mehr aus reiner Nervosität an der nächsten Ampelkreuzung abgewürgt werden.

Feedback und elektronisches Protokoll

Seit 1. Januar 2021 gibt es auch einige Änderungen in den Prüfungsrichtlinien für Prüfer und Fahrschüler. Es soll wesentlich transparenter für beide Parteien zugehen: Während der Prüfer ein detailliertes elektronisches Protokoll auszufüllen hat, bekommt der zukünftige Verkehrsteilnehmer ein ausführliches Feedbackgespräch. „So fällt jegliches Bauchgefühl weg, der Prüfer beurteilt die Fahrt rein sachlich“, erläutert Dennis Husemann, „Und die Prüflinge erfahren, wie sie die Strecke gemeistert haben.“ Kleine Patzer werden gemeinsam besprochen und hoffentlich besser verinnerlicht für künftige Fahrten. Bei groben Verstößen wie etwa dem Anfahren vom Straßenrand ohne Schulterblick fällt man trotzdem immer noch durch und „darf“ ein paar Stunden länger die Praxis üben.

Für die Zeit nach dem Lockdown sind Dennis Husemann und sein Angestellter Matti Mehler bereit, sofort wieder loszulegen. Zwei neue Fahrlehrerinnen sind in Ausbildung und bereichern demnächst sein Team. Bis dahin gibt es hier Informationen.

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