Nach Impfaktion im Pflegeheim St. Jacobistift steigen Hoffnungen, dass der Corona-Virus weiter draußen gehalten werden kann
55 von 57 Bewohnern lassen sich impfen

Werther -

„Wir sind mittendrin. Zunächst werden die Beschäftigten geimpft, dann sind unsere Bewohner an der Reihe“, sagt der Leiter des Jacobistifts, Hergen Bruns, als er am Silvestertag beobachtet, wie die ersten Mitarbeiter seines Hauses gegen den Covid-19-Virus geimpft werden. Besonders freut Bruns dabei die Tatsache, dass es in seiner Einrichtung offenbar eine hohe Impfbereitschaft gibt: „Sie liegt bei 92 Prozent. Das ist für mich ein sehr gutes Signal“, sagt der Einrichtungsleiter.

Samstag, 02.01.2021, 10:16 Uhr
Rolf Angermann impft Jacobistift-Mitarbeiterin Türkan Gecim, die außer „einem kleine Pieks“ nichts spürt. Foto: Malte Krammenschneider

Wie Bruns während des Pressetermins berichtet, gibt es im Jacobistift keine Impf-Verweigerer. Diejenigen, die an diesem Tag keine Impfung erhalten, hätten stattdessen triftige Gründe wie einen akuten Infekt oder bestimmte Allergien. „Von 57 Bewohnern lassen sich 55 impfen. Hier wird auch der solidarische Gedanke deutlich, denn krank zu werden ist gerade hier keine gute Idee“, erklärt Hergen Bruns. Er nutzt die Gelegenheit, um sich bei den vier Wertheraner Hausarztpraxen zu bedanken, welche ihren freien Tag „opfern“, um die Impfungen in einem Zeitfenster von etwa drei Stunden durchzuführen.

Hausärzte opfern ihren freien Tag

Beteiligt sind übrigens die Praxen von Dr. Wolfgang Decius und Dr. Dirk Decius, die Gemeinschaftspraxis von Dr. Stratmann, Dr. Lüdorff und Rolf Angermann sowie Dr. Müller-Upmeier. Sie alle warten mit Helferinnen an diesem Tag in vier extra eingerichteten Impf-Räumen. „Jeder Bewohner wird von seinem Hausarzt geimpft. Pro Person werden 0,3 Milliliter des Vakzins von Biontech/Pfizer verabreicht“, erklärt Hergen Bruns, der mit seinen Mitarbeitern viel dafür getan hat, möglichst früh impfen zu können. „Wir hatten bis zum 24. Dezember von fast allen Bewohnern die Einverständniserklärung vorliegen“, so Bruns, bevor Pflegedienstleiterin Kerstin Simon erklärt, dass es vor einigen Tagen ein Angebot des Impfzentrums Gütersloh gab. „Wir haben spontan gesagt: Ja wir wollen, und wir können“, so Kerstin Simon, die von einer „optimalen Zusammenarbeit“ aller Beteiligten spricht.

Bürgermeister Veith Lemmen zeigt sich derweil erleichtert über den erfolgreichen Impfstart: „Zum Glück hatten wir vor Ort bisher kaum Infektionsgeschehen. Der Impfstoff ist nun eine doppelt gute Nachricht“, so Lemmen, der es „genau richtig“ findet, dass zunächst mit den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen begonnen wird. Diese haben, wie Kerstin Simon berichtet, übrigens zuvor einen Aufklärungsbogen ausgefüllt, in dem sie ihr Einverständnis zur Impfung geben. Eine Impfung, die in drei Wochen noch einmal wiederholt werden muss. Auch dann werden wieder 150 Dosen des Vakzins verfügbar sein und hoffentlich dafür sorgen, dass die Gefahr eines Corona-Ausbruchs im Jacobistift minimiert wird. „Trotzdem müssen wir dann alle Sicherheitsmaßnahmen beibehalten, denn bis eine Herdenimmunität erreicht ist wird es wohl noch etwas dauern“, verdeutlicht Einrichtungsleiter Hergen Bruns.

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