Mitglieder der CVJM-Posaunenchöre ziehen zum Adventsblasen durch Werther – auch an den kommenden Sonntagen
Stimmungsvoller Gruß in aller Frühe

Werther -

Adventssonntage ohne Adventsbläser? Das ist in Werther gar nicht vorstellbar. Schon seit über 60 Jahren ziehen die Mitglieder der CVJM-Posaunenchöre in den frühen Morgenstunden durch die Stadt. Fast hätte Corona es geschafft, auch diese Tradition zu brechen. Aber eben nur fast.

Sonntag, 06.12.2020, 20:12 Uhr
Sie halten die über 60-jährige Tradition aufrecht: Auch Dietrich Thomas, Wilhelm Cristiani, Andreas Thomas und Christina Thomas (von links) sorgen für vorweihnachtliche Klänge, hier vor dem Weihnachtsbaum auf dem Alten Markt. Foto: hx

 

„Das Adventsblasen stand tatsächlich auf der Kippe“, berichtet Dietrich Thomas. Kein Wunder, liegt es doch in der Natur der Sache, dass Blasinstrumente neben Musik auch Aerosole in die Luft wirbeln. Da die kleineren Gruppen, die dieses Jahr unterwegs sind, aber meist sowieso aus je einem bis zwei gemeinsamen Haushalten bestehen, gab es bei der Anzahl der Personen also weniger Bedenken. „Entsprechend konnte man die Auflagen des Ordnungsamtes genau einhalten“, sagt der 57-Jährige, der mit seinem Tenorhorn und der ersten Stimme die Gruppe am 2. Advent noch vor Sonnenaufgang durchs kalte und dunkle Werther führt.

An verschiedenen Straßenecken stellen sich außer ihm auch Wilhelm Cristiani, Christina und Andreas Thomas in Position. Der Mund-Nasen-Schutz wird abgenommen, und die besinnlichen Lieder – „Wie soll ich dich empfangen?“ und „Fröhlich soll mein Herze springen“ – erklingen aus Trompete, Posaune und zwei Tenorhörnern.

Aber, auch wenn es hier und da Einschränkungen und Veränderungen gibt: Die Ehrenamtlichen, die die musikalischen Adventsgrüße in der Stadt verbreiten, haben den Eindruck, dass sie dieses Jahr besonders willkommen sind. „Dankbar haben sich schon immer viele Leute gezeigt“, berichtet Dietrich Thomas, der, wie alle anderen Mitglieder, schon seit frühester Jugend sein Instrument beherrscht. „Aber es war schon in der vorherigen Woche am ersten Advent auffällig, wie viele Menschen auf dem Balkon standen oder an die Haustür gekommen sind.“

Natürlich kommt es dabei nicht zu großen Menschenansammlungen oder frenetischem Jubel, was sicher der frühen Uhrzeit geschuldet ist. Dennoch sind es Momente wie diese, die die Ehrenamtlichen für ihren frühmorgendlichen Einsatz belohnen – auch wenn es mal regnet oder frostig kalt ist. Die Bäckerei Bossert spendiert ihnen an diesem Morgen zum Dank Plätzchentüten.

Um möglichst viele Wertheraner mit ihren Klängen zu erfreuen, schieben die CVJM-Bläser diesmal auch eine „Spätschicht“ ein. Während diesen Sonntag drei Gruppen in der Früh unterwegs sind, ziehen am frühen Abend noch einmal vier kleine Trupps durch die festlich beleuchteten Straßen. Dieses Programm wird es auch am dritten und vierten Advent geben, um die schöne Tradition nicht aussterben zu lassen. „Wegen der verschärften Auflagen dieses Jahr können wir leider keine festen Standorte oder Uhrzeiten mitteilen“, sagt Christina Thomas, „also müssen die Wertheraner früher raus aus den Federn und lauschen, wo wir gerade unsere Lieder anstimmen.“

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