Vor der Neugestaltung der Stadtbibliothek Werther hat das vierköpfige Team alle Hände voll zu tun
Tausende Bücher kommen in Kartons

Werther -

Gerade in diesen Tagen darf man sich in Werthers Stadtbibliothek ruhig mit viel mehr Lesestoff eindecken als sonst. Und das hat diesmal nicht in erster Linie mit vermehrtem Schmökern im Lockdown zu tun.

Dienstag, 10.11.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 19:14 Uhr
Mit Absperrbake und jeder Menge Kartons: Susanne Damisch (links) und Eva Bloss-Vögler bereiten sich schon aufs große Umräumen vor. Foto: Volker Hagemann

Nein, der einfache Grund ist: Umso weniger müssen Susanne Damisch und ihre Mitarbeiterinnen schleppen. Denn die Stadtbibliothek soll eine Verjüngungskur erhalten. Am 20. November ist daher erst einmal letzter Öffnungstag für die Nutzer, bevor es im Januar weitergeht.

Die Räume sind in die Jahre gekommen, auch das Konzept der Bücherei hat sich gewandelt. Höchste Zeit, dem Rechnung zu tragen. „Das Mobiliar genügt nach 27 Jahren nicht mehr den Ansprüchen“, sagt Bibliotheksleiterin Susanne Damisch. Ebenso werde der Bestand an Büchern und weiteren Medien einmal mehr kräftig durchforstet: „Wir sortieren auch viel aus“, kündigt Damisch an.

Die Planungen sehen folgendermaßen aus: Der Freitag, 20. November, wird der letzte Öffnungstag vor dem Umbau sein, bis dahin läuft alles wie gewohnt zu unseren bekannten Öffnungszeiten. Grund genug also, sich bis dahin noch einmal mit reichlich Büchern einzudecken – „dafür haben wir schon jetzt die Ausleihfrist bis in den Januar verlängert“, betont die stellvertretende Leiterin Eva Bloss-Vögler und ermuntert: „Die Kunden dürfen sich jetzt noch gerne ordentlich bevorraten.“ Denn umso weniger müsse das Bibliotheks-Team danach hin und her räumen.

Immerhin bietet die Einrichtung im Haus Werther an der Schloßstraße fast 15.000 Medien, davon allein rund 12.000 Bücher und 250 Spiele. Außerdem gehören CDs, DVDs, Zeitschriften und mehr zum Bestand. „Zwar ist in der Regel fast ein Drittel davon unterwegs, also verliehen, aber den Rest packen wir mit vereinten Kräften in große Kartons“, erklärt Susanne Damisch. Alles werde vorübergehend in anderen Räumen des Hauses Werther zwischengelagert.

Sobald die 353 Quadratmeter große Fläche der Stadtbibliothek leer geräumt ist, können die Handwerker loslegen. „Vor allem Malerarbeiten sind notwendig“, sagt die Leiterin. Außerdem würden neue Regale aufgestellt, allerdings leicht verändert als bisher. Für die Umgestaltung habe man „viel Gehirnschmalz aufgebracht“, so Damisch. Beraten werden die Bibliothek und die Stadt Werther bei alldem von einer Innenarchitektin der Fachstelle Öffentliche Bibliotheken NRW; denn das Land finanziert mit Fördermitteln 60 Prozent der Umgestaltung.

Teilweise seien die alten Regale auch in ihrer Optik ziemlich zusammengewürfelt, sagt Eva Bloss-Vögler, nach der Umgestaltung präsentiere sich alles insgesamt einheitlicher und auch offener, luftiger. Das sei neben dem kundenorientierten Bestandsausbau vor allem einer sich wandelnden Nutzung geschuldet, erklärt Susanne Damisch: „Schon vor drei Jahren haben wir begonnen, unser Konzept zu ändern. Bibliotheken werden zunehmend nicht ausschließlich zum Ausleihen, sondern auch als Aufenthaltsort gerne genutzt – mal von der Corona-Pandemie abgesehen“, so die Leiterin. „Die Besucher wünschen sich schönere Möglichkeiten zum Verweilen, außerdem kommen beispielsweise Schüler gerne zum Arbeiten mit unseren Medienangeboten am PC zu uns. Wir merken, dass sich die Leute bei uns gerne begegnen, man muss ja nicht zwangsläufig etwas ausleihen.“

Wenn alles wie geplant läuft, soll die Stadtbibliothek Werther am Dienstag, 12. Januar 2021, wieder öffnen – dann im neuen optischen Gewand. Und auch die beliebten Angebote wie die „Schoßgeschichten“, „Schlossgeschichten“ und „Schmökern im Pölter“, die E-Book-Sprechstunde sowie Autorenlesungen sollen nach Möglichkeit fortgesetzt werden.

Im Zuge der Umgestaltung der Stadtbibliothek muss auch der Weltladen im Lesecafé des Hauses Werther vorübergehend wieder dicht machen. „Am 12. und 19. November haben wir noch einmal zu den gewohnten Zeiten geöffnet: jeweils von 15 bis 18 Uhr“, kündigt Ursula Härtel vom Team der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen an. „Eine gute Gelegenheit, sich auch bei uns noch einmal zu bevorraten.“

Zum Sortiment gehören fair gehandelte Lebensmittel – weitgehend aus ökologischem Anbau – wie Kaffee und Tee, Honig, Schokolade, Gewürze und vieles mehr. „Und weil es in diesem November leider unseren großen Basar mit fairem Kunsthandwerk aus aller Welt, Lebensmitteln und Büchern nicht gab, haben wir jetzt einen Abverkauf von kunsthandwerklichen Dingen“, berichtet Ursula Härtel. Auch der Weltladen soll im Januar wieder öffnen.

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