Bürgermeister Veith Lemmen hat seinen Dienst im Rathaus in Werther angetreten
Geschenk ist hoffentlich überflüssig

Werther -

​Zusammen mit dem Schlüssel zum Rathaus hat der neue Bürgermeister Veith Lemmen Montagmorgen Baldrian-Tropfen, Oropax und Pflaster bekommen. Seine Amtsvorgängerin hatte ihm eine kleine Tasche gepackt mit Dingen, die er hoffentlich nie brauchen möge.

Montag, 02.11.2020, 20:21 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 20:24 Uhr
Die Türschilder sind ausgetauscht: (Alt-)Bürgermeisterin Marion Weike übergibt an Bürgermeister Veith Lemmen.

(WB). Bei ihr habe das mit exakt diesem Willkommensgeschenk vor 21 Jahren gut geklappt, sagte Marion Weike. Sie räumte ihren Stuhl nicht, sondern nahm ihn zur Erinnerung gleich mit. Zusätzlich  bekam sie von Veith Lemmen Strickzeug und Lesestoff für einen geruhsamen Abend, an dem sie auf das zurückblicken möge, was sie geleistet habe. „Auch das, was keiner bemerkt hat“, wie Lemmen anfügte.

Und dann ging‘s gleich richtig los mit der Arbeit für den neuen  Chef im Rathaus. Nach manchem Vorgespräch in den vergangenen Wochen berief er die erste Fachbereichsleiter-Konferenz ein. Das Thema Corona nahm hier natürlich Raum ein. „Leider ist es gekommen wie befürchtet. Aber das Ordnungsamt ist gut aufgestellt, die erprobten Hygienekonzepte greifen wieder“, berichtet Lemmen. Er kündigte an, dass verstärkt kontrolliert werde. Er ruft dazu auf, die bekannten Regeln zu beherzigen. „Die Zahlen – aktuell sind es 21 Fälle – müssen nicht ängstigen. Gemeinsam werden wir es schaffen, dass Werther weiterhin besser als andere Orte durch die Krise kommt.“

Und doch wirbelt Corona auch die erste Arbeitswoche durcheinander. Zum Beispiel die konstituierende Ratssitzung am Donnerstag. „Nach Rücksprache mit den Fraktionen werden wir die Tagesordnung abspecken“, kündigt Lemmen an. Das bedeutet: Er selbst und die neuen Ratsmitglieder werden ins Amt eingeführt, die Verabschiedung der ausscheidenden Politiker aber wird verschoben. „Das strafft nicht nur das Programm, sondern sorgt zugleich dafür, dass gleich ein Dutzend Leute weniger anwesend sind“, erläutert Lemmen. Das mache das Abstandhalten im Gemeindehaussaal leichter, gelüftet werde ohnehin. Zuhörer seien natürlich zugelassen. „Aber jeder möge für sich überlegen, ob ein Besuch wirklich erforderlich ist.“

Abgearbeitet werde an diesem Abend nur, was für die Aufrechterhaltung der geregelten Demokratie erforderlich sei. Dazu gehört auch, die Fachausschüsse und deren Vorsitze zu besetzen, damit die politische Arbeit korrekt beginnen kann. „Ich bin guter Dinge, dass gemeinsam ein Komplettpaket verabschiedet werden kann, auf das sich die Fraktionen im Vorfeld verständigt haben“, sagte Lemmen. Letzte Absprachen zu den Vize-Posten des Bürgermeisters liefen noch. Lemmen hat eine konstruktive Stimmung ausgemacht. Trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse sei das gutes Zeichen für kommende Aufgaben, die es zu bewältigen gibt, findet er.

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