Investoren präsentieren ihre Entwürfe für den Blotenberg vor zwei Ausschüssen. Es gab interessante Entwürfe und Ideen.
Ideen für den Blotenberg

Werther (WB). Bei einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss und dem Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt stand die Realisierung des ersten Bauabschnitts des Wohngebietes Blotenberg im Mittelpunkt. Entscheidungen und Abstimmungen waren zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen, dennoch wurden interessante Entwürfe und Ideen vorgestellt.

Donnerstag, 08.10.2020, 06:00 Uhr

Während die Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser durch die Verwaltung anhand von so genannten Sozialkriterien und einem festgelegten Punktesystem vergeben werden, entscheidet der Haupt-und Finanzausschuss über die Vergabe der Baugrundstücke für Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Beschlüsse über Grundstücksangelegenheiten werden in nicht öffentlicher Sitzung gefasst, Entscheidungen fallen beim nächsten Termin am 28. Oktober.

Einige Interessenten hatten ihre Pläne bereits im Februar vorgestellt, nun nutzten weitere Investoren die Gelegenheit zur Präsentation ihrer Ideen. Die Palette umfasst so ziemlich alles, was derzeit an Bauformen und Wohnkonzepten am Markt verfügbar ist. Die Spanne reicht vom Studentenwohnheim über barrierefrei ausgebaute Eigentumswohnungen bis zu unterschiedlichen Mietobjekten.

So verspricht etwa Diplom-Ingenieur Erkan Adigüzel in seinem »Pilotprojekt für Werther« lebenslang Strom zum Nulltarif und keine Energiekosten im »Energieautarken Haus«. Andreas Ellebracht, Geschäftsführer der Mensch und Immobilie GmbH, stellt das Modell der betreuten privaten Baugemeinschaft als Gegenentwurf zur Eigentümergemeinschaft vor, mit dem sich nach seinen Angaben deutliche Einsparungen von bis zu 20 Prozent der Baukosten realisieren lassen. Gestalterisch möchte sich sein Unternehmen mit dem Projekt auf Bauplatz 7 an das Erscheinungsbild von Hof Overbeck anlehnen. Energiestandards zwischen KfW 55 und 40+ sind je nach Interesse der Bauwilligen möglich.

Sehr weitreichend sind die Vorstellungen, die sich Simon Bilzhause gemacht hat. Der in Hamburg lebende Unternehmensberater hat familiäre Wurzeln in Werther und möchte auf den Bauplätzen 3 – 6 vier unterschiedlich große Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 50-60 Wohneinheiten mit zwei, drei oder vier Zimmern errichten. Nach seiner Auffassung soll die Mieterschaft das Stadtbild Werthers widerspiegeln und ein gesunder Schnitt durch alle Generationen und Lebensabschnitte sein. Den ökologischen Fußabdruck möchte er durch den höchsten KfW-Standard 40+ möglichst gering halten.

Sein Konzept sieht die Verwendung von versickerungsfähigen Pflastersteinen vor, damit Regenwasser ins Erdreich gelangen kann. Fotovoltaikmodule speisen Strom ins hauseigene Netz oder in entsprechende Speicheranlagen. Beheizt werden die Gebäude durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Vorschläge für Reihenhäuser mit einer Wohnfläche zwischen 120 und 130 Quadratmetern kommen von Albert Hatzenbühler von OAH Immobilien GmbH als Kooperationspartner der Wohnen am Deister GbR. Das regionale Familienunternehmen Fischer Bau e.K. stellt sein Konzept für barrierefreie Seniorenwohnungen in einem Mehrparteienhaus vor. Etwas sparsam fallen die Ausführungen der Sedax GmbH zum Bauen mit Massivholz aus.

Yavuz und Yasemin Kizilkan, die in Werther ein Stahlhandelsunternehmen betreiben und sich im Bereich Lärmschutzproduktion engagieren, schlagen ein Studentenwohnheim direkt am Teutoburger-Wald-Weg vor und ergänzen damit das zur Verfügung stehende Angebot um eine weitere Variante. Die Entscheider in Politik und Verwaltung sind also wahrlich nicht zu beneiden, wenn sie in den nächsten Wochen Vor- und Nachteile zur Umgestaltung des lange umstrittenen Neubaugebietes gegeneinander abzuwägen haben.

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