CDU-Podiumsdiskussion auf Hof Pahmeyer – Was Adenauer zu Werthers Wasserproblem und Willen sagt
Landwirte fordern mehr Planungssicherheit

Werther (WB). »Werther ohne Landwirtschaft ist wie ein Garten ohne Früchte – schön anzuschauen, aber man wird nicht satt«, sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Ralf Eckelmann. Angesichts der Tatsache, dass 65 Prozent von Werthers Flächen landwirtschaftlich genutzt werden, habe er immer ein offenes Ohr für die Landwirte vor Ort. »Zuhören können und pragmatische Lösungen finden«, bezeichnet er als seine Stärken.

Montag, 07.09.2020, 04:00 Uhr

»Landwirtschaft wird in Brüssel erdacht, in Berlin justiert und in Düsseldorf umgesetzt«

Auf dem Podium stellen sich neben ihm mit Bianca Winkelmann auch die Landtagsabgeordnete und fachpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Werther, Jürgen Schierenbeck, und Max Schwanhold von der Landjugend den Fragen von Moderatorin Dr. Mechthild Frentrup. Später gesellt sich auch Sven-Georg Adenauer als Ehrengast dazu. Knapp 80 Besucher haben sich unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln in der nach frisch geernteten Kartoffeln duftenden Halle von Gastgeber Uwe Pahmeyer versammelt.

»Landwirtschaft wird in Brüssel erdacht, in Berlin justiert und in Düsseldorf umgesetzt«, sagt Bianca Winkelmann zum angestrebten Strukturwandel, der neben den Klimaveränderungen zu den größten Herausforderungen des »schönsten Berufs in der Welt« gehört. Die erste Säule der Agrarförderung in Form von finanziellen Zuwendungen werde zunehmend ergänzt durch die zweite, auf die Entwicklung des ländlichen Raumes zielende Säule. Dazu gehöre unter anderem eine Umstellung der Nutztierhaltung auf tierwohlgerechtere Methoden.

Herrschender Stillstand in der Branche kann sich auch zum Rückschritt entwickeln

Diese könnten laut der von Jochen Borchert geleiteten »Zukunftskommission Landwirtschaft« durch ein dreistufiges Label gekennzeichnet werden. Als Ausgleich empfiehlt Bianca Winkelmann eine verpflichtende Tierwohlabgabe bei importierten Lebensmitteln. Für Max Schwanhold, einem von vier verbliebenen Sauenhaltern in Werther, endet die Ehrlichkeit der Verbraucher oft beim Einkauf. Die Bereitschaft für angemessene Preise sei meist nur ein Lippenbekenntnis. Er wünscht sich mehr Planungssicherheit, andernfalls könne sich der herrschende Stillstand in seiner Branche zum Rückschritt entwickeln.

Ralf Eckelmann beklagt das Fehlen der Landwirte in der aktiven Politik, schließlich werde deren berufliche Expertise dringend benötigt. Nur im Dialog mit Wald- und Landwirtschaft könne der starken Nachfrage von Industrie und Bauwilligen begegnet werden. Er plädiert für maßvolle Bebauung, ohne unnötige Flächenressourcen zu verbrauchen. Die derzeitigen Förderrichtlinien für Aufforstungsmaßnahmen bezeichnet er als »nicht immer ganz praxisnah«. Nach Ansicht von Jürgen Schierenbeck ist genügend Geld da, nur es sage einem keiner genau, mit welchen Bäumen die Funktion des Waldes auch in Zukunft erhalten bleibe.

„Bürgerabgabe für den Wald“ ins Gespräch gebracht

Die Landwirtschaft könne sich seiner Ansicht nach schneller anpassen, etwa durch andere Fruchtfolgen, beim Wald sei es aufgrund der Langfristigkeit schwieriger. Zudem kann er sich auf Dauer auch eine »Bürgerabgabe für den Wald« vorstellen. Bei der Fragestunde geht es unter anderem um Werthers Wasserproblematik und die damit verbundene vorübergehende Tolerierung höherer Sulfatwerte durch den Kreis. »Bei der Kreisverwaltung gehen wir so lange vom guten Willen aus, bis schlechter Wille klar erkennbar ist«, so lautet Sven-Georg Adenauers Antwort auf kritische Anmerkungen aus dem Publikum.

Adenauer verteidigt noch einmal seine Strategie im Kampf gegen die Coronaausbrüche bei Tönnies und nennt das Virus »heimtückisch und saugefährlich«. Bei allen gemachten Fehlern sei es besser gewesen, einige Menschen länger in Quarantäne zu halten als Infizierte frei rumlaufen zu lassen. So sei das Überspringen in die Bevölkerung verhindert worden.

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