Stimmabgabe nach Hygienekonzept: Wie die Stadt Werther Wahl vorbereitet
In der Einbahnstraße zum Kreuzchen

Werther (WB). Einbahnstraßen-Rundgang, Flatterband und Desinfektionsmittel: Dass die Durchführung einer Kommunalwahl unter Corona-Bedingungen überhaupt stattfinden kann, das sorgt auch bei Guido Neugebauer und Barbara Strellmann von der Stadt Werther für Erleichterung. Sie haben sich durch die wechselnden Vorschriften gekämpft, um alles korrekt vorzubereiten. Somit können die Wahlberechtigten am 13. September – oder schon vorab per Briefwahl – ihr Kreuzchen machen.

 

Sonntag, 06.09.2020, 03:00 Uhr
Neben den Händen müssen auch Unterlagen, Kugelschreiber und weitere Utensilien bei der Wahl regelmäßig desinfiziert werden. Guido Neugebauer und Barbara Strellmann gehören zum Vorbereitungsteam zur Kommunalwahl. Foto: Volker Hagemann

„Wegen Corona ist diesmal alles deutlich umständlicher“, sagt Hauptamtsleiter Guido Neugebauer, der als Wahlleiter fungiert. Ihm und drei weiteren Kollegen der Stadtverwaltung obliegt die Aufgabe, das geforderte Hygienekonzept zur Wahl vorzulegen und vor allem dann auch umzusetzen. Zum vierköpfigen Vorbereitungsteam gehört auch Standesbeamtin Barbara Strellmann.

So viele Gruppierungen gab’s noch nie

Einen offiziellen Teil der Vorbereitungen konnten sie neulich schon problemlos abhaken: die Sitzung des Wahlausschusses im Haus Werther. Auch seitdem steht fest: Fünf Kandidaten stellen sich zur Wahl zum nächsten Wertheraner Bürgermeister: Ralf Eckelmann (CDU), Veith Lemmen (SPD), Thorsten Schmolke (Grüne), Johannes Decius (UWG) und der parteilose Andreas Steffens für die neu gegründete Wählergemeinschaft „Werther – das geht anders!“. Alle Wahlvorschläge sind fristgerecht eingegangen und zulassungsreif, das gilt neben den Bürgermeisterkandidaten auch für die Ratskandidaten: CDU, SPD, FDP, Grüne, UWG und Werther – das geht anders! sind mit Kandidaten in den 14 Wahlbezirken vertreten, außerdem ein Einzelbewerber. „So viele Bürgermeisterkandidaten und politische Gruppierungen hatten wir meines Wissens noch nie in den vergangenen Jahrzehnten, und ich bin schon ein Weilchen dabei“, überlegt Guido Neugebauer.

„Trotz aller Schutzmaßnahmen, die wir in den Wahllokalen treffen werden, schätze ich, dass die Briefwahl diesmal deutlich häufiger genutzt wird“, prognostiziert Wahlleiter Neugebauer. „Daher setzen wir diesmal auch drei statt sonst zwei Briefwahlvorstände ein.“ Sie kümmern sich unter anderem um die Feststellung des Briefwahlergebnisses. Auch die öffentlichen Bekanntmachungen vor der Wahl müssen vorbereitet und ausgehängt werden.

Briefwahl boomt

Überhaupt, die Briefwahl: Sie wird in Corona-Zeiten mehr denn je genutzt. „Bis Anfang dieser Woche hatten wir schon über 2600 Briefwahlanträge. Davon sind bereits bisher 1280 genutzt worden“, zieht Neugebauer Zwischenbilanz.

„Wir haben diesmal ungefähr 9100 Wahlberechtigte“, berichtet Barbara Strellmann. Wer am 13. September eines der Wahllokale in der Stadt nutzen will, sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung mitnehmen; sie zu tragen, werde empfohlen, auf jeden Fall seien auch ausreichende Abstände gewährleistet. Je nach Wahlbezirk gibt es folgende Wahllokale: Grundschule Werther, Grundschule Langenheide, Haus Werther, Bürgerhaus Häger und Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule. „Das sind die seit Jahren bekannten. Denn wir haben das große Glück, dass dort jeweils Klassenraumgröße zur Verfügung steht. So können wir die erforderlichen Abstände gut einhalten“, erklärt Guido Neugebauer. Mit Absperrungen, Flatterband und Markierungen wird für die Wähler in den Räumen jeweils ein Einbahnstraßensystem eingerichtet, um Begegnungen zu vermeiden. „Wir müssen laut Vorschrift auch Ordner auf den Fluren einsetzen, die das richtige Verhalten der Besucher überwachen“, stellt Barbara Strellmann klar.

Wenn alles wie geplant über die Bühne geht, dürfte auch eine mögliche Stichwahl am 27. September ähnlich verlaufen. „Jener Sonntag ist auch der Termin der vom Frühjahr verschobenen Konfirmationen“, weiß Guido Neugebauer. Daher benötige man vor allem für die Stichwahl weitere Wahlhelfer. Sie werden mit dem so genannten Erfrischungsgeld in Höhe von 50 Euro entlohnt. Näheres dazu unter Telefon 0 52 03/7 05-13, E-Mail: guido.neugebauer@gt-net.de, oder Telefon 0 52 03/7 05-41, E-Mail: barbara.strellmann@gt-net.de.

 

Keine große Sause im Anschluss

Wenn sich zur Bekanntgabe der Wahlergebnisse sonst traditionell Politiker und weitere Interessierte im Rathaus und anderswo zu Wahlpartys treffen, ist diesmal alles anders – Stichwort Corona-Schutz. Alles wird in diesem Jahr deutlich abgespeckt, zumindest im Rathaus, wie Wahlleiter Guido Neugebauer ankündigt: „Die Ergebnispräsentation soll am Sonntagabend, 13. September, schon wie gewohnt im Ratssaal stattfinden. Allerdings nur für geladene Gäste: Wir laden je drei Vertreter der Parteien und Wählergemeinschaften dazu ein und die Pressevertreter.“

Und wann dürfte welches Ergebnis feststehen? „Mit der ersten Schnellmeldung zur Landratswahl rechnen wir gegen 19 Uhr“, so Neugebauer. „Dann folgen die Ergebnisse für Kreistag, Bürgermeister und Stadtrat.“

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