UWG Werther präsentiert Programm und ermittelt Verkehr in der Innenstadt
„Mentalität des Anpackens“

Werther (WB). Nach eigener Aussage ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) so besonders wie Werther. Das wird nicht nur durch eine stichprobenartige Verkehrszählung in Eigenregie deutlich. Auch ein ambitioniertes Wahlprogramm und das zunehmend selbstbewusstere Auftreten ihres Bürgermeisterkandidaten Johannes Decius zeugen von der leidenschaftlichen Entschlossenheit, mit denen sich die UWG für Werthers Wohl engagieren will.

Freitag, 04.09.2020, 04:00 Uhr
Mit einer in Eigenregie organisierten Verkehrszählung in Werthers Innenstadt möchte die UWG zur Versachlichung der emotional aufgeheizten Debatte beitragen. Von links Uwe Gehring, Johannes Decius und Olaf Wöhrmann Foto: Johannes Gerhards

Im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt sind sie dennoch kürzlich mit ihrem Antrag gescheitert, noch in dieser Legislaturperiode einen Bebauungsplan Süthfeld II aufzustellen. Obwohl nahezu alle Parteien in ihren Wahlprogrammen die Notwendigkeit eines entsprechenden Neubaugebietes befürworten, sei so wertvolle Zeit verloren gegangen. „Die Wahrscheinlichkeit der Bebauung in der kommenden Wahlperiode tendiert dadurch gegen Null“, stellt Johannes Decius bedauernd fest. Uwe Gehring kritisiert die anderen Parteien: „Die reden und schreiben nur und machen nichts“, ganz im Gegensatz zur UWG, die eine „Mentalität des Anpackens“ verfolge.

Selbst organisierte Verkehrszählung auf der Ravensberger Straße

Mit einer selbst organisierten Verkehrszählung auf der Ravensberger Straße wollen die Unabhängigen zur Versachlichung eines sehr emotional diskutierten Wahlkampfthemas beitragen. Am 18. August zwischen 16.15 und 17.45 Uhr waren zwölf UWG-Kandidaten mit eigens dafür entwickelter Software im Einsatz, um die Bewegungen des Autoverkehrs zu analysieren. Die Kernaussagen fassen sie folgendermaßen zusammen: 44,7 Prozent der Autofahrer verweilen weniger als drei Minuten in der Innenstadt, nutzen die Ravensberger Straße also lediglich als „Transitstrecke“ ohne Einkauf. Das schnellste Fahrzeug war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43 km/h unterwegs – erlaubt sind bekanntlich 20 km/h.

Von 559 unterschiedlichen Fahrzeugen während der Messphase gelangten rund drei Viertel über die Ravensberger Straße in die Innenstadt. „Viele subjektiven Eindrücke sind durch die Messung bestätigt worden“, sagt Johannes Decius, der zudem aufzeigen möchte, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand viel erreicht werden kann. Auch wenn ihre pragmatisch angelegte Untersuchung nicht das Niveau eines Verkehrsgutachtens erreiche, sehen die Unabhängigen darin in erster Linie eine Diskussionsgrundlage.

Hohe ökologische Vorgaben bei Neubauten gefordert

In ihrem Wahlprogramm benennt die UWG gesundes Klima, sauberes Wasser, schönes Leben und gute Zukunft als ihre Hauptziele für Werther. Darunter verstehen sie hohe ökologische Vorgaben bei Neubauten; Niedrigenergiehäuser, Regenwassernutzung und Blockheizkraftwerke sollen gefördert werden. Im Sinne einer konstanten, hochwertigen und störungsarmen Trinkwasserversorgung sei es erforderlich, die veraltete Aufbereitungs- und Enthärtungsanlage dem heutigem Stand der Technik anzupassen und das zum Teil marode Wasserleitungsnetz zu erneuern.

Darüber hinaus unterstützt die UWG alle Aktivitäten und Angebote, die das Leben von Familien erleichtern und verbessern. Dazu gehört in ihren Augen auch eine Willkommenskultur für geflüchtete und in Not geratene Menschen. Verkehrspolitisch plädieren die Unabhängigen für einen Kreisverkehr an der Bielefelder Straße und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Auch die Initiative „Jung kauft Alt“ und die Schließung innerstädtischer Baulücken findet grundsätzlich ihre Zustimmung. Allerdings gehe hier nichts ohne die Zustimmung der Eigentümer, betont Johannes Decius. Das gelte nicht zuletzt vor allem für das dickste zu bohrende Brett – die Neugestaltung und künftige Nutzung des Weco-Geländes.

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