250 Zuhörer verfolgen im Publikum und im Netz Bürgermeisterkandidaten-Runde in Werther
Lauter „dicke Bretter“ bei Weco

Werther (WB). Knapp 100 Besucher auf Abstand in der Böckstiegel-Aula, zwischenzeitlich weitere 142 User, die die Vorstellung der fünf Bürgermeisterkandidaten in Werther per Live-Stream Bildschirm verfolgten: Das Interesse, Johannes Decius (UWG), Ralf Eckelmann (CDU), Veith Lemmen (SPD), Thomas Schmolke (Grüne) und Andreas Steffens (Werther – das geht anders!) gemeinsam kennenzulernen, war groß am Montagabend. Die Volkshochschule Ravensberg hatte zum Semesterauftakt die Podiumsdiskussion unter Moderation von Christiane Gerner organisiert.

Mittwoch, 02.09.2020, 05:00 Uhr
Auf Einladung von VHS-Leiter Hartmut Heinze (rechts) und Moderatorin Christiane Gerner auf dem Podium: (von links) Thorsten Schmolke, Veith Lemmen, Andreas Steffens, Ralf Eckelmann und Johannes Decius. Foto: Margit Brand

Zum Auftakt die Herzensangelegenheiten in fünf Minuten: Decius hob seinen Status als unabhängiger Kandidat hervor. In seinen Augen ein klarer Vorteil, wenn man künftig weniger gegen- als vielmehr miteinander agieren will und sich ohne Fraktionszwang Mehrheiten suchen muss.

„Nicht beste Böden zupflastern”

Schmolke stellte „nachhaltige Stadtentwicklung“ als seinen Leitbegriff vor, der alle wichtigen Bereiche der angestrebten Klimaneutralität umfasse. Beispiel Neubaugebiete: „Wir können nicht unseren besten Boden zupflastern, der seit 20 Jahren ökologisch bearbeitet wird”, sagte er in Anspielung auf die Süthfeld II-Debatte.

Lemmen stellte seine Devise von „zuhören und kümmern” vor; die drei gewählten Schwerpunkte Familien, Generationen, Ehrenamt „greifen an vielen Stellen ineinander”. Steffens fühlt sich seit der Podiumsdiskussion beim Landvolk als „oberster Klimaschützer“ wahrgenommen. Das störe ihn nicht. „Aber ich will deshalb die Weiterentwicklung der Stadt nicht blockieren”, sagte er und plädierte für städtischen sozialen Wohnungsbau. „3000 Euro pro Quadratmeter in einer Siedlung können sich nicht alle leisten.” Eckelmann, sonst eher als PAB-Fördervereinsvorsitzender auf der Aula-Bühne, brach eine Lanze für schnellere Entscheidungen und mehr Transparenz. „Je früher Dinge angesprochen werden desto größer die Akzeptanz.”

Bänke gegen wildes Parken

Von Zuschauern gefragt nach ihrem Standpunkt zu einer autofreien Innenstadt durften Lemmen und Schmolke antworten. „Mehr Gerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehmer, mehr Barrierefreiheit“, forderte letzterer ein, ohne das Auto dabei komplett ausschließen zu wollen. Lemmens konkreter Vorschlag: Dort, wo freie Flächen zum wilden Parken verleiten, einfach Bänke und Fahrradbügel aufstellen. „Wir müssen nicht lange den Stein der Weisen suchen und dann erst Maßnahmen ergreifen.”

Die Idee der „shared places” (von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam nutzbare Orte), für die es durchaus breite Sympathie gibt, lehnte später Steffens ab: notwendiger Klimaschutz durchkreuze das womöglich. Es gelte, in Zukunft auf Starkregenereignisse vorbereitet zu sein. „Hochborde an der Ravensberger Straße könnten sinnvoll sein”, regte er eine Hochwassersimulation an.

„Toll, aber unrealistisch”

Eine Frage nach der Zukunft des Weco-Geländes ging an Decius und Eckelmann. Der CDU-Kandidat hofft, dass durch einen Wechsel im Rathaus wieder Bewegung in die festgefahrenen Gespräche mit dem privaten Eigentümer kommt. „Hier geht mehr als Gewerbe”, warb er für ein Quartier, in dem Wohnen, Einkaufen und Arbeiten Platz haben. „Tolle Träume, aber leider unrealistisch”, nannte das Decius: „Das dickste Brett, das wir zu bohren haben, ist es, den Eigentümer zu überzeugen, dass überhaupt etwas passiert”, berichtete er von einem jüngst geführten Gespräch. „Er hat damit abgeschlossen, und er ist da ganz Westfale.” Mehrfach thematisiert wurden die Schadstoffe im Boden.

Wer die zweistündige Kandidatenrunde noch einmal komplett erleben möchte: Der Livestream ist weiter bei Youtube abrufbar.

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