Nutzungsmöglichkeiten in Werther bestehen ab Beginn des neuen Schuljahres
Haltezonen für Elterntaxis geplant

Werther (WB). Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen , sorgen regelmäßig für chaotische und gefährliche Zustände. Im Bestreben, den eigenen Nachwuchs scheinbar sicher behütet zu transportieren und abzusetzen, gefährden sie oft zu Fuß gehende oder Rad fahrende Schüler durch das selbst erzeugte hohe Verkehrsaufkommen und teils unkontrollierbare Wendemanöver.

Donnerstag, 18.06.2020, 12:27 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 12:30 Uhr
Zwischen dem Bankverein Werther und der Adler-Apotheke liegen zwei weitere Standplätze, die zunächst in einer Pilotphase für die Dauer eines Schuljahres getestet werden sollen. Danach will man weitersehen. Foto: Johannes Gerhards

Die Arbeitsgruppe „Schulische Mobilität“ mit Vertretern von Verwaltung, Polizei, Schulleitung, Eltern und einem Planungsbüro hat Vorschläge für verschiedene Haltezonen erarbeitet, um die Situation an der Grundschule Mühlenstraße zu entschärfen. Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Generationen, Schule und Sport haben jetzt zwei davon genehmigt. Ab dem kommenden Schuljahr sollen sie den Eltern zur Verfügung stehen.

Standort an der Mobilstation

Unumstritten ist der Standort an der Mobilstation in der Nähe des „Sedan“. Hier werden drei Halteplätze markiert und mit einem Schild ausgestattet. Der Restschulweg zur Grundschule Mühlenstraße beträgt 350 Meter, führt durchs Wohngebiet „Im Viertel“ und wird nach Ansicht der Arbeitsgruppe als sehr sicher eingestuft. Zusätzlich kann die Haltezone auch von den Eltern genutzt werden, deren Kinder die Gesamtschule besuchen.

Standort an der Ravensberger Straße

Ein weiterer Standort auf beiden Seiten der Ravensberger Straße – zwei Parkplätze vor dem Geschäft „Lessi-Design“ und in Gegenrichtung in der Nähe des Bankvereins – sorgt indes für Diskussionen. Heike Wäger (UWG) hält es für problematisch, dass zumindest ein Teil der Schüler die Ravensberger Straße überqueren muss. Hier drohen nach ihrer Ansicht Gefahren durch Autofahrer, die sich nicht an das geltende Tempolimit von 20 km/h halten. Gert Klages (SPD) schlägt vor, die Haltezone an dieser Stelle zunächst in einer Pilotphase über die Dauer eines Schuljahres zu testen. Schließlich sei die Gestaltung der Ravensberger Straße noch nicht abschließend geklärt.

Andere von der Arbeitsgruppe untersuchte Standorte kamen nicht in die engere Auswahl. Der Nettoparkplatz scheidet wegen fehlender Zustimmung des Eigentümers aus, am Böckstiegelplatz sei die Verkehrssituation zu unübersichtlich. Die von Udo Lange (SPD) angeregte Variante am Gemeindehaus scheint aus vielerlei Gründen nicht realisierbar. In der Gartenstraße wolle man zunächst den Umbau abwarten, dann die Verkehrssituation neu beurteilen, sagt Guido Neugebauer, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin.

Vertrauen in Schüler und Eltern

„Was passiert mit den Eltern, die ihre Kinder doch unmittelbar bis zum Schulgebäude an der Mühlenstraße bringen?“, möchte Rolf Düfelmeyer (UWG) wissen. Sandra Wursthorn vom Fachbereich 1 weist darauf hin, dass es sich hier um ein freiwilliges Angebot handelt. Außer gelegentlicher Polizeipräsenz habe man im Umfeld der Schule keine Handhabe. Schulleiter Jens Gadow setzt dagegen großes Vertrauen in seine Schüler, „auch was die Erziehung der Eltern angeht“. Zusätzlich komme das Thema im Unterricht ausführlich zur Sprache.

Die Zone an der Mobilstation wird auf dem Asphalt markiert, in der Ravensberger Straße ist das wegen der Pflasterung nicht möglich. Hier soll lediglich ein Verkehrsschild auf die temporäre Nutzung als Elterntaxi-Haltestelle hinweisen. Falls nötig, werde zusätzlich ein Halteverbot angeordnet, kündigt Sandra Wursthorn an. Laut einstimmigem Beschluss der Ausschussmitglieder wird die Stadt beauftragt, die Elterntaxi-Haltezonen im Stadtgebiet zum Beginn des Schuljahres 2020/2021 an den genannten Stellen einzurichten. Dabei gilt für die Ravensberger Straße eine Pilotphase für ein Schuljahr. Die Verwaltung wird im Anschluss einen Bericht zur Auswertung vorlegen.

Nach einem Schuljahr wird 2021 Bilanz gezogen

Einstimmig dafür – auch der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt hat dem Beschlussvorschlag zu den Elterntaxi-Haltezonen an der Ravensberger Straße und am ZOB zugestimmt. Jetzt sind sowohl Verwaltung als auch Ausschussmitglieder gespannt, ob die Regelung im neuen Schuljahr die Rush Hour an der Grundschule Mühlenstraße tatsächlich in zivilisierte Bahnen lenkt.

Erzwingen lasse sich das Absetzen der Kinder an den etwas entfernteren Haltepunkten nicht, räumte die Bürgermeisterin ein. Marion Weike ist aber nach eigenen Worten „zuversichtlich“ und „hofft auf erhebliche Entlastung“: „Schließlich haben wir das Konzept in engem Austausch mit den Eltern entwickelt. Das Motto muss lauten: ‚Lasst uns wenigstens ein paar Schritte zur Schule machen‘.“ Nach einem Schuljahr wird 2021 Bilanz gezogen.guf

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