Nach zwölf Wochen Schließung meistern die Kitas auch in Werther wieder den Regelbetrieb
Händewaschen ja, Maske nein

Werther (WB). Ein Stück zurück Richtung Normalität: Seit Montag läuft auch in Werthers Kindertagesstätten und Kindertagespflegen wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb , wenn auch mit verkürzten Betreuungszeiten – exakt zwölf Wochen nach Inkrafttreten des NRW-weiten Betretungsverbotes in Kitas. Die Erfahrungen der ersten drei Tage lassen hoffen, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Donnerstag, 11.06.2020, 09:00 Uhr
Zusammen spielen macht mehr Spaß als allein: In den Kitas geht’s wieder rund. Finanziell gibt es für Eltern einen Lichtblick: Sie müssen im Juni keine und im Juli nur die Hälfte der Beiträge für die Kinderbetreuung zahlen. Foto: dpa

Dass in den vergangenen Wochen die Zahl der Kinder in Notbetreuung gestiegen ist, sei gleichzeitig eine Gelegenheit gewesen, zu beobachten, wie sich der neue Alltag in der Kita stemmen lässt, berichtet Michaela Vogelsang, Leiterin der Kita „Bunter Sandkasten“ an der Ravensberger Straße. „Mitte April hatten wir erst zwei Kinder, kurz darauf dann 17 Kinder in der Notbetreuung. So konnten wir uns langsam an die Bedingungen in Coronazeiten gewöhnen. Inzwischen kommen wieder alle 32 Kinder zu uns“, so Vogelsang.

Immer nur in einer Gruppe – nur draußen wird gemeinsam getobt

Im Gegensatz zu den Eltern beim Bringen und Abholen müssen die Kleinen keine Maske tragen. Aber das regelmäßige Händewaschen gehöre ohnehin zum Tagesablauf in der Kita: „Das haben die Kleinen super verinnerlicht!“, betont die Leiterin. „Nur anfangs gab es noch viel Unsicherheit wegen der Hygienevorschriften; oft kamen mehrmals pro Woche neue Formulierungen. Das war schon aufregend... Wir handhaben es jetzt so, dass die Kinder mit ihren Erzieherinnen strikt in ihrer Gruppe bleiben. Lediglich draußen toben sie gemeinsam“, erklärt Michaela Vogelsang.

Gewöhnt hätten sich die meisten Eltern auch an die verringerten Zeiten: Statt ehemals 45 gibt es vorerst 35 Betreuungsstunden pro Woche. Eine Ausweitung müsse man beim Kreis Gütersloh beantragen. Das Wichtigste sei jedoch unterm Strich: „Wir merken: Die Kinder sind superglücklich, sich wiederzusehen!“

Die Eltern haben ihren Nachwuchs in den vergangenen Wochen wirklich super auf die Corona-Bedingungen vorbereitet!

Kita-Leiterin Susanne König

„Entspannt, ganz in Ruhe“ sei der Betrieb in dieser Woche auch in der evangelischen Kindertagesstätte „Nazareth“ an der Oststraße wieder angelaufen, berichtet Leiterin Susanne König. Von den eigentlich 40 Kindern besuchten derzeit 34 wieder die Kita, „drei Familien wollen ihre Kinder lieber noch zu Hause lassen.“ Auch in dieser Einrichtung bleiben die Kinder zumindest drinnen in ihren festen Gruppen, „es gibt keine Durchmischung“, betont sie.

Das allerdings sei anfangs schwer gewesen, ihnen das klar zu machen. Kinder zwischen ein und sechs Jahren – wie erklärt man denen die Gefahr des Virus? Susanne König lobt die Eltern: „Die haben ihren Nachwuchs in den vergangenen Wochen wirklich super auf die Corona-Bedingungen vorbereitet!“, betont die Kita-Leiterin und nennt ein Beispiel vom Montagmorgen: Da rannten zwei Vierjährige gleich voller Wiedersehensfreude aufeinander zu – und bremsten plötzlich von selbst abrupt ab“, erzählt Susanne König schmunzelnd.

„Mit gemischten Gefühlen“ sieht der Landeselternbeirat (LEB) Nordrhein-Westfalen den eingeschränkten Regelbetrieb in der Kindertagesbetreuung. Oft seien die Betreuungszeiten zu starr und unflexibel; besser sei es, die Bedarfe bei den Familien noch genauer abzufragen, moniert LEB-Vorstandsmitglied Daniela Heimann.

Wie das aussehen könnte, zeigt das Beispiel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das in Versmold zwei Kindertagesstätten betreibt: „Wir haben uns in punkto Öffnungszeiten eng mit den Eltern abgestimmt und im Rahmen der aktuellen Rahmenbedingungen an deren Wünschen und Erwartungen orientiert“, sagt Karin Schnitker vom DRK-Kreisverband Gütersloh. „Innerhalb eines täglichen Zeitfensters, das von Kita zu Kita variiert, haben die Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, ihre Kinder im Rahmen der ihnen zustehenden Betreuungsstundenzahl in die Obhut der Einrichtung zu geben“, erklärt Schnitker. Solchen engen Kontakt zu den Eltern gibt es in Werther ebenfalls. Susanne König würde sich generell für die Kitas mehr Personal wünschen, „doch woher sollen die Leute kommen, und wer soll das bezahlen?“

Beiträge vorübergehend deutlich herabgesetzt

Einen Lichtblick gibt es bei den Elternbeiträgen: Eltern müssen im Juni keine und im Juli nur die Hälfte der Beiträge für die Kinderbetreuung zahlen. Diesem Vorschlag der CDU hat der Kreisausschuss am vergangenen Montag zugestimmt.

Unterschiedlich gestaltet sich die Betreuungsmöglichkeit in den einzelnen Kitas während der diesjährigen Sommerferien: Während die AWO-Kitas Weststraße, Speckfeld und Waldkauz in den Ferien durchgehend geöffnet bleiben, läuft in der Kita „Bunter Sandkasten“ noch die Abfrage des Bedarfs bei den Eltern. Die Wertheraner Kitas in evangelischer Trägerschaft richten wie jedes Jahr eine Bereitschaftsgruppe für die ersten beiden Ferienwochen ein, dieses Jahr in der Kita „Nazareth“.

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