Kandidaten nominiert: SPD Werther will stärkste Fraktion im Rat bleiben
Die Stadt „lebensWerther“ machen

Werther (WB). Seinem Ziel, eine Familie zu gründen, sei er etwas näher gekommen, sagt ein gut gelaunter Veith Lemmen in Anspielung auf die wenige Tage zurück liegende Geburt seines Sohnes. Zusätzlich zum symbolischen Mikromundschutz von der Schwiegermutter nimmt der SPD-Bürgermeisterkandidat als Geschenk des Ortsvereins einen »Lemmen-Tree« entgegen – mit Hinweis auf den geplanten Wertheraner Babywald.

Dienstag, 02.06.2020, 08:00 Uhr
Die »Irrungen und Wirrungen« der coronabedingten Realität womöglich auch als Krisenmanager bewältigen möchte Bürgermeisterkandidat Veith Lemmen (vorn). Georg Hartl, Annette Milke-Gockel und Erika Sahrhage (von links) stärken ihm den Rücken. Foto: Gerhards

»Die Zitrone fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm«, nimmt Lemmen den Faden lächelnd auf und schaltet umgehend auf Wahlkampf-Modus. »Wo Familien sich wohlfühlen, ist es lebensWerther«, lautet einer der Slogans, mit denen er ins Rathaus einziehen und die SPD sich als stärkste Fraktion behaupten will.

Mit Abstand im Gemeindehaus

Im Rahmen der Zukunftsgespräche unter dem Motto »Miteinander mehr möglich machen« hat der SPD Ortsverein nach Angaben Annette Milke-Gockels zahlreiche Anregungen aufgenommen und in das Wahlprogramm einfließen lassen, das die anwesenden 30 Mitglieder bei der Versammlung im evangelischen Gemeindehaus verabschiedeten.

»Viele Menschen in Werther benennen deutlich, was gut ist und was besser werden kann«, unterstreicht auch Lemmen die Bedeutung von Bürgernähe und -beteiligung. Ihm gehe es darum, das Leben im Ort noch lebenswerter zu machen und dabei die großen Themen Klima, Corona und vernetzte Welt nicht aus den Augen zu verlieren.

Sieben Säulen

Der SPD-Wahlkampf ruht auf sieben thematischen Säulen, von denen Lemmen drei besonders hervorhebt: Familien stärken, die Generationensolidarität ausbauen und dem Ehrenamt in Kultur und Sport entsprechende Wertschätzung entgegen bringen. Gerade Familien sollen von funktionierender Mobilität und Arbeitsplatzsicherheit profitieren, in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit wolle man mit gutem Beispiel voran gehen.

Für die ältere Generation seien abgesichert erreichbarer Einzelhandel, die flächendeckende Versorgung mit (Fach-)Ärzten und eine entsprechende Apothekendichte neben Barrierefreiheit in allen relevanten Bereichen von entscheidender Bedeutung. Der Austausch der Generationen habe während der Coronakrise mit Smartphone-Unterweisung und Einkaufsservice erste Früchte getragen.

„Ehrenamt ein Schatz“

Das Ehrenamt sei ein sehr ausgeprägter Schatz, auf den sich die Gesellschaft verlassen könne. »Umsetzen, anpacken, anschieben, anleiten und koordinieren« hat er sich auf die Fahnen geschrieben und bringt gleich neue Formate mit ins Spiel. Im Rahmen der Bürgersprechstunde sei er online oder via Telefon erreichbar, unter dem Motto »Radhaus« komme er mit dem Fahrrad zum Gespräch am Gartenzaun vorbei, verspricht Bürgermeisterkandidat Lemmen. Er stehe für transparentes Miteinander im Team einer guten schlagkräftigen Verwaltung und nicht für Hinterzimmerpolitik. Allerdings halte er nichts von leeren Versprechungen und habe auch keinen Goldesel im Keller stehen.

»Bei uns darf jeder sagen, was er will«, betont Fraktionschef Georg Hartl und lobt die hohe Diskussionskultur in der Partei. Das wird auch deutlich, als sich bei der Aufstellungsversammlung die Direktkandidaten für die 14 Wahlkreise vorstellen. Sechs Newcomer sind dabei, »auf der Liste stehen neben bewährten Kräften auch engagierte junge Leute«, betont Annette Milke-Gockel. Sie weist auf die luxuriöse Situation hin, mehr Interessenten als Plätze verfügbar zu haben. Mit Ausnahme des Bewerbers um das Bürgermeisteramt müssen alle mit Hauptwohnsitz in Werther gemeldet sein. Wie seine Vorgängerin Marion Weike spielt auch Veith Lemmen voll auf Sieg; abgesichert über Direktmandat oder Listenplatz ist er nicht.

Bredhorst wechselt zur CDU

Im Wahlkreis 13 tritt Roland Brinkhoff die Nachfolge des zur CDU gewechselten Ulrich Bredhorst an, der das Mandat in Langenheide zuletzt direkt gewinnen konnte. Die Trennung sei nicht im Streit erfolgt, sagte Udo Lange. Auch wenn einige Mitglieder den Entschluss nicht nachvollziehen können, wollte sich niemand näher zu der Personalie äußern. Unumstritten ist derweil, dass Gert Klages für die SPD als Kreistagskandidat ins Rennen geht.

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