Erste Gottesdienste in Werther seit Wochen – und doch ist das Vertraute fremd
Platzanweiser statt Stammplatz

Werther (WB). Zum ersten Mal seit Wochen werden wieder Gottesdienste in den Kirchen gefeiert. Es ist der Sonntag „Cantate“ – doch gesungen wird bis auf weiteres nicht. Jede Kirchengemeinde hat Hygiene-Konzepte ausgearbeitet, die streng eingehalten werden müssen. Ein Überblick.

Samstag, 09.05.2020, 08:00 Uhr
Mit Wiederaufnahme der Gottesdienste läuten die Glocken zum zuletzt täglichen „Berggebet“ um 19.30 Uhr (außer mittwochs) nicht mehr. Zur stillen Einkehr ist St. Jacobi wieder wie vor der Corona-Pause freitags bis sonntags, 15 bis 18 Uhr „offene Kirche”. Foto: Brand

 

St. Jacobi-Gemeinde

In der evangelischen St. Jacobi-Kirche in Werther (9.45 Uhr) und in der Johannes-Kirche in Häger (10 Uhr) gibt es an diesem und den folgenden Sonntag wieder Gottesdienste – mag die Freude darüber angesichts der strengen Auflagen auch nicht gänzlich ungetrübt sein. Pfarrer Hartmut Splitter zählt die Vorsichtsmaßnahmen auf, die nach Vorgaben der Evangelischen Kirche Deutschlands in Absprache mit dem Robert-Koch-Institut getroffen wurden: Eintrag in Anwesenheitslisten für den Fall, dass eine Rückverfolgung notwendig wird, Abstandspflicht, Handdesinfektion, Mund-Nase-Schutz, getrennter Ein- und Ausgang, Sing-Verbot für Chöre und Gemeinde. Die Plätze sind limitiert und mit Hilfe eines hübschen Fotos eines Kirchenfensters markiert. In Werther finden maximal 97 Gläubige Platz. In Häger sind es 30, wobei hier zur Not auf das angrenzende Gemeindehaus zurück gegriffen werden kann. Auf vorherige Anmeldung verzichtet die Gemeinde. Splitter: „Mit dem ganz großen Ansturm rechne ich nicht.”

Der Hauptgottesdienst wird übrigens weiterhin aufgezeichnet und kann im YouTube-Kanal der Kirchengemeinde abgerufen werden (Zugang: www.kirche-werther.de). Hier ist immer auch ein altersgerechter Beitrag für Kinder und Jugendliche zu finden. Kindergottesdienste sollen erst dann wieder angeboten werden, wenn sich Schul- und Kita-Betrieb normalisiert haben.

Splitter weist darauf hin, dass die Einschränkungen für Gottesdienste nun auch komplett für die Friedhofskapelle (40 Plätze) gelten. So sei nun auch bei Trauerfeiern für Pfarrer wie Besucher unter anderem eine Maske Pflicht.

 

St. Michaels-Gemeinde

Um eine Bedeckung von Mund und Nase bittet auch die katholische Kirchengemeinde beim Gottesdienstbesuch, wenngleich das nicht zwingend vorgeschrieben ist. Der Pastoralverbund Stockkämpen richtet sich nach den Vorgaben des Bistums. Das bedeutet auch hier: Desinfektion statt Weihwasser, Orgelmusik statt Gesang, Abstand statt Nähe, Platzanweiser statt Stammplatz. Der Gemeindeverbund bittet sogar um vorherige Anmeldung im Pfarrbüro (Tel. 05201/ 9719384).

Bis Freitagmittag waren dort etwa die Hälfte der verfügbaren Plätze „vergeben”, wobei das Prozedere eventuell noch nicht allen bekannt ist. Spontane Besuche seien deshalb denkbar, sofern noch Platz sei. St. Michael in Werther fasst zurzeit 28 Personen, Herz-Jesu in Halle 45. Die Vorschriften lassen sich in der kleinen Kapelle in Stockkämpen nicht wirksam umsetzen, so dass hier aktuell keine Heilige Messe gefeiert wird. Die dort übliche Vorabendmesse (17 Uhr), wird nach Halle verlegt. In Werther gibt es ein zusätzliches Gottesdienstangebot freitags sowie eine Werktagsmesse dienstags (je 18 Uhr).

Wie so vieles im gewohnten Ablauf fehlen übrigens auch die Messdiener: Die Gabenbereitung ist aus Hygienegründen komplett dem Priester zugeordnet. Das Heilige Brot wird den Gläubigen auf Wunsch in die Bank gebracht.

 

Bethlehem-Gemeinde

Auch die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) nimmt den Gottesdienstbetrieb zu den gewohnten Zeiten wieder auf – als erstes gibt es in der Bethlehemskirche Rotenhagen diesen Sonntag um 10 Uhr einen Abendmahlsgottesdienst. Wegen der ohnehin kleinen Besucherzahlen wird auf Anmeldung verzichtet, sehr wohl aber eine Anwesenheitsliste geführt. Mit Abstand und Maske, aber ohne Gesang: Das sieht das Hygieneschutzkonzept auch hier vor. „Es gilt – wie überall – einen klugen Weg zwischen Leichtsinn und Panik zu finden“, heißt es in dessen Vorwort. Das bedeutet auch: Wer nicht in die Kirche kommen kann oder will, muss nicht außen vor bleiben. Der Gottesdienst wird als Haus-Gottesdienst per E-Mail oder Post versandt. Er ist außerdem aus der Schwenningdorfer Partnergemeinde zum Beispiel diesen Samstag um 19 Uhr live in einer Telefonkonferenz mitzuhören (Tel. 0201/ 54599800 - Raumnummer 34904#, PIN 12345#).

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