Trotz schwammiger Terminvorgaben: Grundschule für Start der Viertklässler gerüstet
Die Hausaufgaben gemacht

Werther (WB). An der Eingangstür prangte die herzliche Botschaft „Wir vermissen euch“, in den Gängen und auf dem Schulhof herrschte seit dem 16. März gespenstische Stille. An diesem Donnerstag wird es endlich wieder laut. Die Grundschule Werther-Langenheide nimmt - zumindest für die Viertklässler - ihren Betrieb wieder auf. Nach fast acht Wochen Zwangspause wegen der Coronakrise.

Donnerstag, 07.05.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 05:03 Uhr
Vertraute Umgebung: Jetzt können zumindest die Viertklässler in Werther (Foto) und Langenheide wieder zur Schule gehen. Sie sind herzlich willkommen. Foto: Gunnar Feicht

Das Kollegium hat sich intensiv auf die schwierigen Umstände unter den Vorgaben der Schutzverordnung und des Muster-Hygieneplans für Schulen vorbereitet. „Das Konzept steht. Das gravierendste Problem bei den Vorbereitungen war die Ungewissheit, wann und unter welchen Bedingungen es wieder los geht“, sagt Schulleiter Jens Gadow. „Das hat besonders die Kommunikation mit den Eltern erschwert. Denn die müssen ja auch ihren Alltag planen und wollen wissen, wann die Kinder in der Schule betreut werden.“ Speziell am Donnerstag vor einer Woche machten Mitteilungen der Landesregierung, die innerhalb weniger Stunden widersprüchliche Vorgaben enthielten, die Arbeit zum Hindernislauf.

Seit der 19. Schulmail des Landesministeriums für Schule und Bildung vom Dienstag wissen alle Beteiligten nun endlich definitiv, dass heute zumindest den Viertklässlern wieder vor Ort Lernstoff vermittelt werden kann. Natürlich unter erschwerten Bedingungen, denn wegen der Abstandsregelungen dürfen in Werther und Langenheide nicht mehr als zehn bis zwölf Kinder zeitgleich in einem Klassenraum unterrichtet werden. Auch die Lehrkräfte müssen Distanz wahren, das Pult trägt eine Plexiglasscheibe, in jeder Schulstunde ist einmal Stoßlüften angesagt.

In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung setzt die Schule alle Punkte um, die in einem neunseitigen Hygieneplan (einzusehen auf der Homepage) festgelegt sind: In den Klassenräume gibt es feste Plätze an Tischen im vorgeschriebenen Abstand, der Hausmeister hat am Mittwoch noch Markierungen für Ein- und Ausgänge und die „Laufrichtung“ auf den Fluren angebracht.

„Wir bilden für das vierte Schuljahr aus den vier Klassen mit insgesamt rund 90 Jungen und Mädchen acht Lerngruppen, die auf die Klassenräume in Werther und Langenheide verteilt werden. Damit bekommen wir den erhöhten Raumbedarf in den Griff“, erläutert Jens Gadow. Donnerstag und Freitag können so jeweils vier Schulstunden absolviert werden. Obwohl die Großbaustelle „Klet­tergerüst“ derzeit einen Großteil des großen Schulhofs an der Mühlenstraße einnimmt, soll auch der Pausenbetrieb keine Probleme bereiten. „Wir haben dort ja zwei Schulhöfe zur Verfügung, der Platz reicht für die kleinen Lerngruppen aus“, sagt der Schulleiter.

Wenn ab Montag auch der Unterricht für die ersten bis dritten Klassen wieder freigegeben wird, müssen eventuell einzelne Jahrgänge in drei Abteilungen aufgeteilt werden. „Davon abgesehen lässt sich das Konzept für die vierten Klassen dann eins zu eins auf die jüngeren Jahrgänge übertragen“, sagt Jens Gadow. Die Landesregierung hat am Mittwochnachmittag mitgeteilt, dass die einzelnen Jahrgänge ab der kommenden Woche nach einem rollierenden System im festen Rhythmus an unterschiedlichen Wochentagen unterrichtet werden sollen.

Mit Blick auf die Personalausstattung sei die Situation in Werther zu meistern, weil an der Grundschule kaum Lehrkräfte als Angehörige einer Risikogruppe ausfallen, sagt der Schulleiter. Die Busse und Bullis zu den Standorten Innenstadt und Lan­genheide fahren für die Viertklässler wie gewohnt. Wer einen etwas weiteren Schulweg hat, sollte aber nach Möglichkeit aufs Fahrrad steigen. Für den Jahrgang, der am jeweiligen Tag unterrichtet wird, bietet die Schule auch die Randstundenbetreuung und die Nutzung des Offenen Ganztags an. Das Raumangebot sei dafür ausreichend.

Die Notbetreuung der Grundschule haben (Stand Mitte der Woche) 22 Kinder wahrgenommen. Nach zwei Änderungen der Bestimmungen für bestimmte Berufsgruppen und Familiensituationen hat sich diese Zahl gegenüber der ursprünglichen Regelung in etwa verdoppelt.

 

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