Maximal zehn Besucher gleichzeitig: Die Stadtbibliothek in Werther hat wieder geöffnet
Lesefutter mit Visier und Maske

Werther (WB). „Eine Bibliothek ohne Menschen, das geht gar nicht“, sagt Susanne Damisch. Die Leiterin der Stadtbibliothek Werther ist froh, dass jetzt wieder Besucher persönlich vor ihr stehen. Seit der vergangenen Woche gelten hier nun wieder die regulären Öffnungszeiten – das ist aber schon das einzige, was an Vor-Corona-Zeiten erinnert.

Montag, 04.05.2020, 10:00 Uhr
Sie zählen zu den ersten Besuchern: Edward (10, links) und sein Bruder Jake (6) registrieren sich am Ausgang der Bibliothek. Elisabeth Dieding und Bibliotheksleiterin Susanne Damisch sind hinter Scheibe und Visier doppelt geschützt. Foto: Johannes Gerhards

Denn mehr als zehn Besucher dürfen sich nicht gleichzeitig auf den verschiedenen Ebenen aufhalten. Zur Kontrolle nimmt sich jeder Gast einen Lesekorb. Nach Handdesinfektion am Eingang betritt man den Aufzug und fährt auf die Zwischenebene. Die Bücherregale sind auseinander gerückt, Sitzgelegenheiten fehlen weitgehend, denn die Verweildauer soll begrenzt und gültige Abstandsregeln sollen eingehalten werden. Der Ausgang ist dann unten an der Ausleihtheke.

Kunden müssen sich namentlich registrieren lassen

„Diese Einbahnstraßenregelung ist Teil unseres Hygienekonzeptes“, erklärt Susanne Damisch. Bereits ab Betreten des Schlosshofes müssen alle Besucher einen Mundschutz tragen. Ihre Kolleginnen Sabine Butenuth, die am Eingang die Einweisung übernimmt, und Elisabeth Dieding an der Ausleihe bevorzugen stattdessen Klarsichtvisiere aus Kunststoff – ihnen ist wichtig, ihre Mimik nicht zu verbergen. Zusätzlich werden alle Besucher aufgefordert, sich namentlich registrieren zu lassen. So lassen sich laut Susanne Damisch eventuelle Infektionsketten leichter nachvollziehen, falls doch mal jemand positiv auf Covid-19 getestet werden sollte.

Gleich am ersten Öffnungstag kommen bereits rund 80 Besucher; der „To-go-Service“ für Risikogruppen hat sich in der Krise bewährt und soll auch weiterhin bestehen bleiben, wie auch das immer beliebter werdende Streamingportal „freegal music“. Das Büchertaxi bleibt dagegen in der Garage, und die bis zu 100 bereits gebuchten Klassenführungen sind vorerst gestrichen.

Beim wünschenswerten Nebeneinander von analog und digital ist der soziale Kontakt nicht zu ersetzen.

Leiterin Susanne Damisch

„Wir waren die ganze Zeit präsent, die Onleihe wurde verstärkt genutzt, und unser aus 36 Büchereien bestehender Verbund hat zahlreiche Medien neu angeschafft“, berichtet Susanne Damisch. Neben digitalen Angeboten verzeichnet sie eine steigende Nachfrage nach klassischen Gesellschafts- und Brettspielen. „Beim wünschenswerten Nebeneinander von analog und digital ist der soziale Kontakt nicht zu ersetzen“, betont die Bibliotheksleiterin, die sich darüber freut, ihre Kunden wieder zu haben.

Das finden auch Edward (10), sein Bruder Jake (6) und der elfjährige Samuel. Sie haben sich mit Spielen und Lesefutter eingedeckt, denn an normalen Schulbesuch ist wohl bis zu den Sommerferien nicht zu denken.

Die Stadtbibliothek im Haus Werther an der Schloßstraße 36 ist dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs zwischen 15 und 20 Uhr geöffnet. Kinder unter zehn Jahren dürfen nur in Begleitung von Erwachsenen kommen, Stöbern ist erwünscht – aber nur so lange wie nötig.

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