Kunst statt Leerstand in Werther: Die Wenzels verwirklichen eine Mutter-Vater-Kind-Ausstellung
Sie malen auch im Schaufenster

Werther (WB). Im früheren Vodafone-Shop, der kleinen Geschäftsfläche zwischen EP Bökenkamp und der Sonnen-Apotheke Werther, können Passanten fortan kleine und größere Kunstwerke bestaunen und einige davon sogar erwerben.

Montag, 04.05.2020, 06:00 Uhr
Sie nutzen die leerstehende Ladenfläche an der Ravensberger Straße für eine Schaufenster-Ausstellung: Shari, Dorothea und Rainer Wenzel (von links). Foto: Malte Krammenschneider

Hintergrund: „Wir wurden vom Inhaber angesprochen, ob wir den Laden nicht beleben wollen, denn er steht schon seit gefühlt 100 Jahren leer “, sagt die Wertheraner Künstlerin Dorothea Wenzel, die nicht lange überlegen musste und kurzerhand zusagte. Zumal nun ein großer Wunsch ihrer Tochter in Erfüllung gehen kann: „Der Traum, eine Mutter-Vater-Kind-Ausstellung zu organisieren, existiert schon seit vielen Jahren. Nun hat es endlich geklappt“, erklärt Shari Wenzel. Der 34-Jährigen scheint das künstlerische Talent förmlich in die Wiege gelegt geworden zu sein, denn nicht nur ihre Mutter ist diesbezüglich seit vielen Jahren aktiv, auch ihr Vater Rainer Wenzel lässt seiner Kreativität nach wie vor freien Lauf.

Die „Traumflieger-Katze“ ist gefragt

Da verwundert es kaum, dass Shari Wenzel sich zunächst für eine Ausbildung zur Mediengestalterin entschied, praktische Erfahrungen bei namhaften Großkunden wie Storck sammelte, sich weiterbildete und schließlich im Jahr 2011 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Früher hatte ich ein Agenturbüro in der Schloßstraße. Vor dreieinhalb Jahren ging es dann nach Gütersloh“, sagt Shari Wenzel, die der Böckstiegelstadt jedoch immer verbunden blieb.

Mittlerweile sind die von ihrem Label „ideenvielfalt“ entworfenen Logos, Designs und Illustrationen wie zum Beispiel die „Traumflieger-Katze“ sehr gefragt und können unter vielen anderen Dingen im Schaufenster betrachtet werden.

In manche der Bilder kann der Auftraggeber sein eigenes Häuschen einfügen.

Dorothea Wenzel

Ebenso wie die Ausstellungsstücke ihres Vaters Rainer, der sich bei seiner Schaffenskraft auf Wertheraner Motive und Auftragsarbeiten konzentriert. Im kleinen, an markanter Stelle der Ravensberger Straße gelegenen Laden werden die von ihm gestalteten Werke gezeigt, die über austauschbare Elemente wie das Storck-Haus oder die St.-Jacobi-Kirche bestimmt für staunende Blicke sorgen. Sie verfügen zudem über den Kniff, dass der Auftraggeber sein eigenes Häuschen in das Kunstwerk einfügen lassen kann. „Sein erstes Ölgemälde hat er übrigens in den 1950er Jahren gemalt“, erzählt Dorothea Wenzel – die berichtet, dass die beiden sich zwar schon vor 30 Jahren haben scheiden lassen. „Künstlerisch sind wir aber immer noch mit­einander verbunden“, betont Dorothea Wenzel, die ebenfalls ihre Kunst vor Ort ausstellen wird.

Zudem sind sogenannte „Live-Paintings“ geplant, bei denen die Künstler hinterm Schaufenster (coronabedingt gibt es erst einmal keine Öffnungszeiten) Einblicke in ihre Arbeitsweisen geben, es sollen „Wertherchen“ bemalt werden, und bei Interesse an bestimmten Werken können sich Passanten mit den Wenzels in Verbindung setzen. „Wenn einem etwas gefällt, kann man gerne darüber sprechen. Allerdings steht nicht alles zum Verkauf“, so Wenzel, die telefonisch unter 0171-4 66 58 75 zu erreichen ist. Sie berichtet schon jetzt von positiver Resonanz: „Die Wertheraner freuen sich wie Bolle!“

Weitere Informationen zum Wirken ihrer Tochter Shari finden Interessierte im Internet auf der Seite www.ideenvielfalt.com.

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