Corona: Werther folgt dem verschärften Erlass – Kirchenglocken läuten für Kranke Auch Spielplätze sind jetzt gesperrt

Werther (WB). Werthers Rathaus ist ab sofort für Besucher dicht, Spiel- und Bolzplätze werden gesperrt, die St.-Jacobi-Kirche öffnet täglich drei Stunden zur Einkehr. Und Entscheidungen aus abgesagten Ausschuss- und Stadtratssitzungen werden teils vertagt, teils als Dringlichkeitsentscheidung gefällt. Die von der NRW-Landesregierung am Dienstagabend nochmals verschärften Maßnahmen zum Schutz vor möglicher Ansteckung mit dem Coronavirus ziehen auch in Werther weitere Kreise.

Von Volker Hagemann
Betreten ab sofort verboten: Um eine mögliche Infektion von Kindern und ihren Begleitpersonen mit dem Coronavirus zu vermeiden, bleibt auch Werthers Spielplatz an der Mühlenwiese bis auf weiteres gesperrt.
Betreten ab sofort verboten: Um eine mögliche Infektion von Kindern und ihren Begleitpersonen mit dem Coronavirus zu vermeiden, bleibt auch Werthers Spielplatz an der Mühlenwiese bis auf weiteres gesperrt. Foto: Margit Brand

Rathaus für Besucher geschlossen

„Die aktuelle Situation erfordert es, dass das Rathaus für den allgemeinen Besucherverkehr ab sofort geschlossen ist“, sagt Guido Neugebauer, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin. „Sofern die Bürgerinnen und Bürger ein unaufschiebbares Anliegen haben, mögen sie uns bitte unter der Telefonnummer 0 52 03/7 05-0 anrufen.“ Der Einwohnerservice sei unter 0 52 03/7 05-44 oder -45 erreichbar, E-Mail: einwohnerservice-werther@gt-net.de.

Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (17. März) hat die Stadt ebenso abgesagt wie die Ratssitzung (18. März). „Die Entscheidung über die barrierefreie Umgestaltung mehrerer Bushaltestellen wird verschoben“, berichtet Guido Neugebauer. Andere Entscheidungen seien, wie Bürgermeisterin Marion Weike berichtet, als Dringlichkeitsentscheidung von den Fraktionsvorsitzenden beraten und getroffen worden: „Etwa die Anschaffung eines Transporters für den Bauhof und eines Dienstfahrzeugs für den Bauhof. Ebenso zugestimmt haben wir einem Betriebskostenzuschuss für den Glasfaseranschluss der PAB-Gesamtschule“, gibt die Bürgermeisterin Beispiele.

Zusätzlich zu schon genannten Regelungen werden gemäß NRW-Landeserlass ab sofort alle Spiel- und Bolzplätze gesperrt. Stichwort Betreuung von Schülern und Kita-Kindern: „Die ist geregelt, am Dienstag gab es nur noch 15 weitere Anfragen“, berichtet Guido Neugebauer.

Beerdigungen und Gebet

Veränderungen gibt auch die Evangelische Kirchengemeinde Werther bekannt. Gemäß der behördlichen Vorgaben sind bis einschließlich 19. April alle Gottesdienste abgesagt, Gruppen und Kreise bleiben ausgesetzt. Das Gemeindebüro öffnet zu eingeschränkten Zeiten: montags, mittwochs und freitags von 8 bis 11 Uhr. Beerdigungen können weiter stattfinden, jedoch nur noch im engsten Familienkreis. Nähere Informationen erhalten Angehörige bei den Bestattungsunternehmen und bei der zuständigen Pfarrperson.

„Wir möchten einen möglichst würdevollen Abschied ermöglichen“, sagt Pfarrerin Silke Beier. Aktuell gebe es eine Anfrage der Familie eines Verstorbenen. Darüber hinaus stehen Pfarrerin Silke Beier, Pfarrer Hartmut Splitter, Pfarrer Holger Hanke und Vikar Björn Knemeyer generell nach wie vor für Gespräche zur Verfügung, in diesen Zeiten allerdings telefonisch (Kontakte unter www.kirche-werther.de).

Einkaufs- und Besorgungsdienst für ältere Menschen geplant

Zudem möchte die Ev. Kirchengemeinde einen Einkaufs- und Besorgungsdienst für ältere Menschen einrichten und sucht Mitstreiter – Näheres bei Jugendreferent Volker Becker, 0 52 03/8 85 57 oder 0171/9 52 32 94, E-Mail: Volker.Becker@t-online.de.

Geöffnet bleibt die St.-Jacobi-Kirche, „jeden Tag von 15 bis 18 Uhr zu Einkehr und Gebet“, so Silke Beier. Dafür suche man Menschen, die die offene Kirche in anderthalbstündigen Diensten betreuen (Kontakt: Björn Knemeyer, 0 52 03/9 24 27 18, E-Mail: Bjoern.Knemeyer@kk-ekvw.de). „An jedem Abend um 18 Uhr rufen wir nun mit Glockengeläut zum Gebet, ganz egal, wo sich jeder gerade befindet. Man kann sich dann fünf Minuten Zeit nehmen, eine Kerze entzünden, ein Gebet für die Opfer der Infektion sprechen, für die Klugheit der Entscheidungsträger, die Besonnenheit der Mitmenschen und für den Trost derer, die unter der aktuellen Situation leiden“, ermutigt die Pfarrerin. Und: „Nicht überall sind die Kirchenglocken zu hören – stellen Sie sich einen Wecker, machen Sie sich eine Notiz im Smartphone!“

Jugendzentrum dicht

Das Jugendzentrum „Funtastic“ bleibt ab sofort bis auf weiteres geschlossen. Das heißt konkret: Derzeit gibt es keinen offenen Treff oder weitere Angebote im „Funtastic“. Bis auf weiteres sei man zwar nicht im öffentlichen Raum unterwegs. „Aber wir sind online für Euch da“, schreibt das Team in den sozialen Netzwerken. Die Mitarbeiter bieten Kindern und Jugendlichen an: „Wenn Ihr Fragen habt oder mit uns reden möchtet, könnt Ihr uns anrufen und ebenso über Messengerdienste oder Social Media erreichen.“ Man halte die jungen Besucher per Instagram, Facebook und auch mit aktuellen Aushängen am Haus auf dem Laufenden, zum Beispiel, ab wann das Haus wieder öffnet.

Erreichbar ist das „Funtastic“ telefonisch unter 0 52 03/57 10, über das Diensthandy unter 0 15 90-4 38 59 02 und wie gewohnt über Instagram und Facebook. Streetworker Marcel Kay ist zudem unter Telefon 0163-7 40 14 74 erreichbar oder per Instagram: @streetwork.b.v.w.

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