Bürgermeister-Kandidat Thorsten Schmolke skizziert erste Ziele bei Grünen-Empfang
„Stadt Werther soll mehr Öko-Projekte in Eigenregie machen“

Werther (WB). »Wir erwarten am internationalen Frauentag keine Rosen«, sagt die als Ehrengast geladene Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann bei der Gesprächsrunde zum grünen »Start in den Frühling«. Allerdings verliere sie langsam die Geduld, immer wieder auf Artikel 3 des Grundgesetztes zu erinnern, nach dem Männer und Frauen die gleichen Rechte haben.

Montag, 09.03.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 05:01 Uhr

Sie verspricht, den grünen Bürgermeisterkandidaten Thorsten Schmolke auch im kommenden Wahlkampf zu unterstützen. Dieser begrüßt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Nominierung die grünen Mitglieder rund 40 Gäste in den Räumen der Firma Trainsform am Meyerfeld, darunter auch Vertreter der übrigen Parteien.

Britta Haßelmann (Grüne, MdB) kritisiert Bundesverkehrsminister

Politik in Werther sei nicht immer einfach, das sachliche Streiten dürfe aber nicht ins Persönliche ausarten, betont Schmolke und fordert den Schulterschluss aller demokratischen Parteien. »Wenn wir die AfD aus dem Rat raushalten, hat die Demokratie gewonnen«, so Schmolkes Überzeugung. Zuvor hatte Britta Haßelmann in ihrem »Bericht aus Berlin« gemahnt, dass man nach Hanau nicht mehr ohne weiteres zum Alltag zurückkehren könne und unbedingt verhindern müsse, dass »das Gift des Rassismus in die Gesellschaft einträufelt«.

In der aktuellen Lage geflüchteter Menschen in Griechenland hält Britta Haßelmann sofortiges humanitäres Handeln für erforderlich – leider sei der Bundestag nicht dem Antrag der Grünen gefolgt, besonders schutzbedürftige Menschen aufzunehmen. Im Gegensatz dazu stehen die mehr als 120 Städte, die sich unabhängig vom Parteibuch zu »sicheren Häfen« erklärt haben. Über den tagespolitischen Ereignissen gerate leider die Klimapolitik aus dem Fokus der Öffentlichkeit. So würden die mit breitem Konsens hergestellten Vereinbarungen der Kohlekommission im jüngsten Regierungsentwurf unterlaufen, und der CSU-Verkehrsminister verweigere sich durch »Beharrungspolitik der 70er-Jahre«, seinen Beitrag zur Klimawende zu leisten.

Ökomaßnahmen auf der städtischen und überregionalen Ebene besser verzahnen

»Die Energie- und Mobilitätswende wird in den Kommunen gemacht«, bekräftigt Thorsten Schmolke und nennt als ersten Ankerpunkt die zukunftsweisende Mobilitätsstation am ZOB. Er hält aber die bessere Verzahnung von lokalen Maßnahmen und denen auf Kreis- und Landesebene für erforderlich und bezeichnet das resolute »Abrasieren von Straßenbegleitgrün durch Straßen.NRW« als ökologische Katastrophe. Durch Versiegelung von immer mehr Flächen sinke der Grundwasserspiegel, dadurch werde letztlich der Landwirtschaft die Existenzgrundlage entzogen.

»Die Stadt könnte mehr in Eigenregie machen«, fordert Schmolke und nennt die Übernahme von Brachflächen, die Errichtung von Gebäuden und nachhaltige Pilotprojekte als Beispiel. Mit der Errichtung eines zweiten Windrades auf dem Stadtgebiet könne Werther in absehbarer Zeit seinen Energiehaushalt klimaneutral bestreiten, so bezieht er klar Stellung zu einem recht kontrovers diskutierten Thema. Einig sei man sich dagegen in Bezug auf den Grünzug, der im Sinne der Naherholung erhalten und ausgebaut werden müsse.

Sanierungsquote beim Thema Wasser will Schmolke verdreifachen

Die derzeitige Sanierungsquote von einem Prozent bei Altbauten muss nach Schmolkes Vorstellungen mindestens verdreifacht werden. Schließlich spielt auch unter dem Stichwort Wasser ein weiteres Wertheraner Reizthema eine wichtige Rolle. »In das 70 Kilometer umfassende Leitungsnetz ist in der Vergangenheit zu wenig investiert worden«, beklagt der grüne Bürgermeisterkandidat.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7317345?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa
Nachrichten-Ticker