Ausschreibung kann starten: Brunnen-Neubohrung in Werther für Herbst geplant
Entscheidung mit Tiefgang

Werther (WB). Um Werthers Trinkwasserversorgung auch künftig sicherzustellen, rückt die Neubohrung des Brunnens Schanze näher. Für die Vergabe der Arbeiten hat der Betriebsausschuss am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht gegeben.

Samstag, 07.03.2020, 08:00 Uhr
Weil seine Förderleistung alterungsbedingt durch Ablagerungen nachlässt, ist für den Brunnen Schanze eine Neubohrung gut 100 Meter weiter geplant. Die Politik stimmte jetzt der Ausschreibung der notwendigen Arbeiten zu. Foto: Klaus-Peter Schillig

Dafür wird es eine so genannte beschränkte Ausschreibung geben. Denn die Arbeiten, vor allem die Bohrung, sind derart speziell, dass nur ein enger Kreis an Fachfirmen infrage kommt. „Da sind wir nicht in der Verpflichtung, das EU-weit auszuschreiben“, erklärt Bürgermeisterin Marion Weike.

Fördermenge erhöhen und Verschnitt sicherstellen

Wie berichtet, ist die Fördermenge des jetzigen Brunnens Schanze nahe der Haller Stadtgrenze deutlich zurückgegangen; Rückstände von oxidiertem Eisen und Mangan haben sich im Laufe der Jahre festgesetzt – Verockerung heißt das im Fachjargon. So kann hier nur gut die Hälfte der wasserrechtlich erlaubten 210.000 Kubikmeter pro Jahr gefördert werden. Das Wasserwerk hofft, mit einem neu gebohrten Brunnen später etwa 170.000 Kubikmeter fördern zu können.

Wichtig ist der Brunnen Schanze nahe dem Hermannsweg und dem Freizeitheim „Haus Ascheloh“ vor allem deswegen, weil er recht weiches Wasser fördert. „Wir haben hier eine ausgezeichnete Wasserqualität“, betont Bürgermeisterin Marion Weike. Und so läuft das geologisch bedingt sehr kalkhaltige Wasser aus den Brunnen Kök und Temming nicht nur durch die Enthärtungsanlage, es wird normalerweise auch mit dem Schanze-Wasser gemischt. Hinzu kommt der hohe Sulfatwert der Brunnen Kök und Temming, der sich ebenfalls erst durch die Mischung einpendelt.

Wichtig ist die Neubohrung an der Schanze vor einem weiteren Hintergrund: Mit wachsenden Wohngebieten (Blotenberg und Häger) und Gewerbegebieten (Rodderheide) wird sich Werthers Wasserbedarf in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

Die Ausschreibung für die Bohrung an der Schanze soll „möglichst zeitnah“, so Marion Weike, beginnen. Auch der Umbau des Brunnengebäudes ist darin enthalten. Für die gesamten Arbeiten sind 300.000 Euro eingeplant. Im Oktober 2019 ist das wasserrechtliche Anzeigeverfahren bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh eingeleitet worden, die Stadt Werther rechnet mit dem Abschluss in Kürze.

Wohl erneut Veränderung von Wasserhärte und Sulfatwert

Läuft mit Ausschreibung und Vergabe alles wie geplant, rechnet Marion Weike mit dem Beginn der Bohrung „idealerweise im Herbst 2020.“ Dann müssen sich die Wertheraner erneut auf Veränderungen von Wasserhärte und Sulfatwert einstellen: „Während des Bohrens darf an der Schanze wegen arbeitsbedingter Verunreinigungen einige Wochen lang kein Wasser gefördert werden“, kündigt die Bürgermeisterin an.

Derweil liegt die Sanierung des Hochbehälters Egge im Zeitplan. Der ist daher, wie berichtet, wohl bis Spätsommer außer Betrieb. Der Verschnitt des Trinkwassers aus den drei städtischen Brunnen erfolgt deswegen auch nicht dort, sondern an anderer Stelle – im Trinkwassernetz. Die Folge: Härte und Sulfatwerte im Stadtgebiet variieren teils stark.

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