Pikeur in Werther erreicht die guten Umsatzahlen der Vorjahre nicht Brexit macht sich bemerkbar

Werther (WB). Mit seinem neuen Logistikzentrum sieht sich Pikeur Reitmoden, Tochterunternehmen der Bugatti Holding Herford, für die Zukunft gut aufgestellt. Das mehrstöckige Gebäude im Gewerbegebiet Esch umfasst eine Lagerfläche von mehr als 17.000 Quadratmetern. Damit finden dort alle Fertigteile, die für Reiter und Pferde vorgehalten werden, Platz. Jetzt können im Durchschnitt bis zu 1200 Paktete von Werther aus in mehr als 65 Länder verschickt werden.

Von Margit Brand
Das neue Logistikzentrum wurde Ende 2019 fertig gestellt. Bis zu 1200 Pakete werden hier täglich auf die Reise geschickt. Im Mai wird weiter digitalisiert und die Waren künftig papierlos kommissioniert. Ein Einweihungsfest ist im Juli geplant.
Das neue Logistikzentrum wurde Ende 2019 fertig gestellt. Bis zu 1200 Pakete werden hier täglich auf die Reise geschickt. Im Mai wird weiter digitalisiert und die Waren künftig papierlos kommissioniert. Ein Einweihungsfest ist im Juli geplant. Foto: Margit Brand

Der Exportanteil bei Pikeur erreichte nach Unternehmensangaben im Jahr 2019 mit knapp 44 Prozent wieder ein sehr hohes Niveau. Die Umsatzzahlen indes erreichten die guten Vorgaben der Vorjahre nicht, Details nennt das Unternehmen nicht. Der allgemein immer schwieriger werdende Bekleidungsmarkt treffe nun auch mehr und mehr die Nische Reitsport, berichtet Vertriebsleiter Hans-Georg Johannsmann. Sowohl in Deutschland als auch in den großen europäischen Nachbarländern, in denen Reitsport eine zentrale Rolle spielt, sitze der Handel auf großen Beständen.

Weiter stark im Export

Stärkste Exportländer waren Großbritannien, die Beneluxstaaten, Schweden, die Schweiz, Österreich und Nordamerika. Wobei sich auf dem wichtigen britischen Markt der Brexit negativ bemerkbar machte. „Die Verunsicherungen hier haben uns Umsatz gekostet”, bilanziert Wolfgang Brinkmann, geschäftsführender Gesellschafter der Holding, im jetzt vorgelegten Jahresbericht.

Als stärkste Produktgruppe bei Pikeur nannte er weiterhin Reithosen und -sakkos, die zum Teil noch in Deutschland – etwa am Stammsitz in Herford – gefertigt werden. 2019 fiel die Entscheidung, den Produktionsstandort Uchte zu schließen. Hosen seien jedoch weniger stark gefragt gewesen seien als im Vorjahr. „Insgesamt konnten sie sich aber in einem gesättigten und umkämpften Reitsportmarkt auf hohem Niveau halten.“ Eskadron, die zweite Marke in Werther, habe seine Marktführerschaft im Bereich textile Pferdeausrüstung bestätigt. Die Marke sei weltweit mittlerweile der wichtigste Lieferant für alle stationären und Online-Reitsporthändler.

Medaillen gesammelt

Die Brinkmann-Gruppe insgesamt investiert 2020 mit einer breit angelegten Mediaoffensive in Print, Online und Social-Media-Kanälen in die Marke(n). Pikeur pflegt zusätzlich alte Verbindungen: „Wir sind weiterhin vom Ausstattervertrag mit dem Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) in Warendorf überzeugt, der bis ins Jahr 2024 reicht.” Die Marke habe 2019 profitiert, sagt Vertriebsleiter Hans-Georg Johannsmann: „Die deutschen Athleten haben im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften in Rotterdam und Luhmühlen in den Disziplinen Dressur, Springen sowie Vielseitigkeit zehn Medaillen gewonnen, darunter Dreifach- Gold in der Dressur und Doppelgold in der Vielseitigkeit.“

Die Unternehmensgruppe hat in den vergangenen zwei Jahren 16,6 Millionen Euro in die Zukunftsfähigkeit investiert. Schwerpunkt war das Pikeur-Logistikzentrum in Werther, das 2019 fertiggestellt wurde. Im Zuge der Digitalisierung wird im Mai 2020 auf ein neues Warehouse Management System umgestellt. Die Waren werden dann über das halb automatische Fördersystem papierlos kommissioniert, so dass in Saisonspitzen noch schneller ausgeliefert werden kann.

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