ADFC-Kampagne: Sicheres Miteinander im Verkehr
Mindestens 1,5 Meter Abstand halten

Werther (WB). »Schon seit längerer Zeit sind auf Fahrzeugen der Polizei Aufkleber angebracht, die an den seitlichen Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern beim Überholen von Radfahrern erinnern«, sagt Fritz Spratte vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club ADFC. Mit ähnlichen Hinweisen soll künftig auch der städtische Fuhrpark in Werther ausgerüstet werden.

Montag, 02.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 18:16 Uhr
So ist es richtig. Mit vorbildlichem Seitenabstand von mindestens 1,5 Metern überholt Dr. Nadine Dannhaus am Steuer des städtischen Fahrzeugs den Rad fahrenden Fritz Spratte. Am Straßenrand beobachten Werthers Bürgermeisterin Marion Weike, Ulrike Miesen vom Ordnungsamt und Praktikantin Anna-Lena Knop die Situation. Foto: Johannes Gerhards

»Für Radfahrer ist es besonders wichtig, wie sich andere Verkehrsteilnehmer verhalten«, sagt das Vorstandsmitglied des ADFC-Kreisverbandes Gütersloh. Übliche Entscheidungen von Obergerichten sind jetzt bei der Novellierung der Straßenverkehrsordnung berücksichtigt worden. Im ergänzten Paragraf 5 heißt es »Beim Überholen von Fußgängern, Fahrradfahrern und Fahrern von Elektrokleinstfahrzeugen mit Kraftfahrzeugen beträgt der Seitenabstand innerorts künftig mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens zwei Meter«.

Radler wünschen sich mehr Sicherheit

Die örtliche Infrastruktur sei nicht an die Zunahme des Radverkehrs angepasst worden, betont Fritz Spratte, laut Fahrrad-Klimatest gewinne das Sicherheitsbedürfnis der Radfahrer zunehmend an Bedeutung. Durch die steigende Nutzung von Pedelecs und E-Bikes gelte der bisherige Grundsatz vom Autofahrer, der immer die Schuld an Kollisionen trage, nicht mehr uneingeschränkt. Eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit verhindere dagegen die Schwere der Unfälle.

Bürgermeisterin Marion Weike weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in Werther fast flächendeckend in nahezu sämtlichen Wohngebieten Tempo 30 gilt. Sie persönlich befürwortet eine derartige Regelung auch an Durchgangsstraßen, hier sei die Stadt aber nicht Entscheidungsträger. Der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter gilt im Übrigen auch für Radfahrer, die an Fußgängern oder geparkten Autos vorbei fahren.

Fritz Spratte plädiert für geschützte Radfahrstreifen, die durch bauliche Maßnahmen deutlich vom Fahrbereich der Pkw abgetrennt sind. Erfahrungsgemäß bieten so genannte »Shared Places« – also von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzte Flächen – die größtmögliche Sicherheit. In diesem Zusammenhang appelliert auch Umweltbeauftragte Dr. Nadine Dannhaus dafür, dass alle respektvoll miteinander umgehen und jeder auf jeden achtet – eine Grundregel übrigens, die in der STVO unter Paragraf 1 ganz am Anfang steht.

Psychologisches Problem

Mit der »Aktion 1,50 Meter Abstand«, die seit einem Dreivierteljahr im Kreis Gütersloh läuft, möchte der ADFC laut Spratte einem »psychologischen Problem« der Autofahrer begegnen. Beim Überholvorgang könne ruhig die Gegenfahrbahn genutzt werden. Wann immer dies nicht möglich ist, bleibe nur geduldiges Abwarten. Auch Marion Weike möchte dazu beitragen, die Autofahrer entsprechend zu sensibilisieren, schließlich gebe es seit fünf Jahren deutlich mehr Radfahrer in den Städten.

Damit sich die Freunde klimaschonender Mobilität aber nicht zu »E-Bike-Seniorenrowdys« entwickeln, empfiehlt der ADFC, sich rechtzeitig an die flotten Zweiräder zu gewöhnen. Auch Autofahrer sollten bei Radlern auf der Fahrbahn nicht vorschnell und oberlehrerhaft auf die Hupe drücken. Gerade alte Radwege seien oft zu schmal oder in einem baulich schlechten Zustand. Dazu könne die Gefahr durch Ein- und Ausfahrten bewirken, dass die Radwegbenutzungspflicht nicht mehr besteht. In diesem Fall sei die Fahrbahn definitiv sicherer

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