FDP-Ortsverband sieht Vorfälle in Thüringen kritisch – Fokus auf Werther
„Kemmerich war naiv“

Werther (WB). »Mit zwei von 36 Ratsmitgliedern haben wir eine enorme Vielzahl von Themen und Anträgen in Kooperation mit anderen durchsetzen können«, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Jan-Holm Sussieck beim letzten Ortsparteitag der laufenden Kommunalwahlperiode. Bei dem Treffen am Donnerstag mit den turnusgemäß anstehenden Abstimmungen über den neuen Vorstand haben er und der Vorsitzende Andreas Honsel auch Stellung zu den Vorfällen im Thüringer Landtag bezogen, die ihre Schatten bis nach Ostwestfalen werfen.

Samstag, 08.02.2020, 08:00 Uhr
Frauenüberschuss: Im neuen Vorstand der FDP Werther sind – wie im gesamten Ortsverband – mehr Frauen als Männer vertreten. Von links Gaby Plümer, Jan-Holm Sussieck, Britta Banse-Sussieck, Andreas Honsel und Susanne Weiß-Honsel. Foto: Johannes Gerhards

Besser nicht angenommen

»Auch wenn die Landesverbände ein Stück weit autonom sind, handelt es sich hier um einen ärgerlichen und traurigen Vorfall, zu dem sich der Bundesvorsitzende Christian Lindner und der NRW-Landesvorsitzende Joachim Stamp angemessen geäußert haben«, kommentiert Jan-Holm Sussieck. Laut Andreas Honsel müsse man die Dinge vom Ende her denken. »Diese Wahl nicht anzunehmen, wäre richtig gewesen«, lautet sein Statement zum Verhalten Thomas Kemmerichs, der sich in Thüringen mit den Stimmen der AFD zum bundesweit zweiten FDP-Ministerpräsidenten hat wählen lassen – nach Reinhold Maier, der von April 1952 bis Oktober 1953 in Baden Württemberg eine vorläufige Landesregierung anführte. Honsel bezeichnet Kemmerichs Annahme, SPD und Grüne für ein Kabinett gewinnen zu können, als naiv.

Für Werther wolle die FDP dagegen die Mitte stärken, vor allem »in hysterischen Zeiten, in denen die Ränder stärker werden«, kündigt Jan-Holm Sussieck an. Seit man 2004 mit drei Leuten angefangen habe, sei die Mitgliederzahl des Ortsverbandes Werther auf 16 angestiegen. Darunter sind nach seinen Angaben mehr Frauen als Männer und überdurchschnittlich viele junge Leute.

Erfolgreiche Projekte

Im Stadtrat gebe es ein erfolgreiches und kooperatives Mitein­ander. Zu zahlreichen Projekten habe die FDP den Anstoß gegeben und zu deren Umsetzung beigetragen. Im Einzelnen erwähnen Sussieck und Honsel die Realisierung des Gewerbegebietes Rodderheide, die Kläranlage und den Breitbandausbau. Daneben habe man das Wirtschaftsklima in der Stadt verbessert, Steuererhöhungen verhindert und beim Aufregerthema Wasser die Berufung eines unabhängigen Ombudsmannes erreicht.

Schließlich werde auf Initiative der FDP seit nunmehr drei Jahren die Ehrennadel der Stadt verliehen, um das ehrenamtliche Engagement der Bürger zu stärken. Den eingeschlagenen Weg will auch der erneuerte Vorstand fortsetzen. Dafür stehen neben den im Amt bestätigten Andreas Honsel (Vorsitzender) und Jan-Holm Sussieck (Stellvertreter) auch die neue Schriftführerin Britta Banse-Sussieck und die beiden Beisitzerinnen Gaby Plümer und Susanne Weiß-Honsel.

Der Ortsparteitag ist in den monatlichen »Liberalen Treff« eingebunden. Dazu werden regelmäßig die Mitglieder der Ortsverbände aus Steinhagen, Halle, Werther und Borgholzhausen eingeladen. Thüringen wird auch hier Thema gewesen sein.

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