59 Ideen genannt: Wertheraner Bürger schlagen Straßennamen für Häger vor
Liebeserklärung an Tante Erna

Werther (WB). „Wie soll'se denn heißen?“ Die Straße durch das neue Baugebiet, das in Häger direkt gegenüber des Dorfladens entsteht, brachte den Verein auf den Gedanken, einen Ideenwettbewerb auszurufen. Kreativ, pragmatisch, historisch, niedlich: Die stolze Zahl von 59 Vorschlägen von 30 Personen ist eingegangen. Die Liste ist jetzt anonymisiert dem Bauamt übergeben worden.

Donnerstag, 06.02.2020, 08:00 Uhr
Noch sind in Werther-Häger die Erschließungsarbeiten in vollem Gange, doch Überlegungen für Straßennamen sind schon jetzt erlaubt. Die Vorschläge der Bürger reichen vom „Clusenpad“ bis hin zu „Ernas Obstwiesenweg“. Foto: Margit Brand

Bei vielen Ideen spielt der Name Gasthof Weinhorst eine Rolle; schließlich gehörte der Acker nebenan der Familie, bevor hier die Bagger anrückten. „Weinhorstweg“ oder „Gasthofstraße“ zählen dazu oder auch „Im Weinhörstchen“. Andere verbinden eine kleine Liebeserklärung an die alte Wirtin mit ihrem Vorschlag, die neue Siedlungsstraße „Ernas Obstwiesenweg“ zu nennen.

Viele Ideen orientieren sich an der Geschichte von Familie und Gasthof Weinhorst

„Clusenpad“ oder „Klutenpatt“ gehören im weitesten Sinne auch in diese Kategorie, denn eine Gaststätte (früher Klause/„Clus“) ist Weinhorst bereits seit 1883, wie ein Teilnehmer erklärt. Damit sei sie auch historisch bedeutend und prägend für den Ortsteil.

Andere sind noch tiefer in alte Flurbezeichnungen eingetaucht. „Im Freihagen“ passe zum Wort Häger, das sich mit „zu den freien Hagen gehörend“ übersetzen lasse. „Nienhagen“ schlägt ein anderer vor, der die Siedlungsgeschichte studiert hat. „Während die anderen Ortsteile von Werther bereits im Ravensberger Urbar von 1556 ihre konkreten Vorläufer-Bauerschaften hatten, gab es die Hägeraner Struktur damals noch nicht. Was später Häger wurde, lag zwischen den Bauerschaften und Einzelhöfen und nannte sich Nienhagen, weil es jünger war und nicht zu den Urhagen gehört“, lautet die Begründung.

Den Leinenbrink thematisch „ergänzt“

Einer denkt ganz pragmatisch und schlägt die Fortführung der Hausnummern vom „Leinenbrink“ vor. Das sei kostengünstig und verwaltungstechnisch sinnvoll, wo es dort doch bereits jetzt Abzweigungen gebe. Andere spinnen den Faden inhaltlich weiter und schlagen „Damastweg“ vor. Oder „Zum Röteteich“, der gedanklich gut zwischen Leinenbrink und Bleeke passe. Weil der Leinenbrink, von dem die neue Straße abgeht, früher Esch hieß, wurde die Idee geboren, die Siedlung „Häger Esch“ zu nennen. Das passe zu Hägerfeld und Häger­straße, die es ja bereits gibt.

Wieder andere haben sich konkret von den ganz aktuellen Gegebenheiten leiten lassen. Weil die neue Straße an Weinhorsts Apfelwiesen vorbei führt, sei „Apfelwiesenweg“ doch schön. Auch die überdimensionale Blume, das von Irmgard Wiesbrock geschaffene Kunstwerk, das in unmittelbarer Nachbarschaft steht, inspirierte gleich mehrere. „Anemonenweg“ oder auch “Hägermonenstraße“ setzen die lange Liste fort.

Dorfladen will erfolgreichem Teilnehmer 50-Euro-Gutschein spendieren

Am Ende aber ist es nun so wie bei der Geburt eines Kindes: Es entscheiden nicht die, die viele gut gemeinte Namensvorschläge unterbreiten, sondern die Eltern – das heißt in diesem Falle: die Kommunalpolitiker. Die Teilnehmer des Wettbewerbs werden es genau verfolgen. Denn schließlich hat der Dorfladen zugesagt, demjenigen einen Gutschein über 50 Euro zu spendieren, dessen Idee am Ende auf dem Straßenschild prangt.

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