Brücke am Haus Werther muss saniert werden – möglicherweise mit Vollsperrung der Schloßstraße
Gefährliches Bröckeln

Werther (WB). In ihrem Mauerwerk fehlen mehrere Steine, die Brüstung ist gebrochen, ein Holm durchgerostet, an der Kappe gibt es massive Betonabplatzungen, und im Scheitel ist fast kein Mörtel mehr vorhanden: Um die historische Gewölbe- und Bogenbrücke am Haus Werther ist es äußerst schlecht bestellt. Um die Standsicherheit – und damit letztlich die Verkehrssicherheit – weiterhin gewährleisten zu können, muss die Stadt Werther fast 130.000 Euro in die Hand nehmen. Für die umfangreiche Sanierung wird die Schloßstraße, die hier über den Schwarzbach geführt wird, möglicherweise eine Zeit lang komplett gesperrt werden.

Mittwoch, 05.02.2020, 09:00 Uhr
Was auf den allerersten Blick wildromantisch aussehen mag, offenbart inzwischen gefährliche Tücken im Detail: Die Gewölbe- und Bogenbrücke über den Schwarzbach muss schnellstens umfangreich erneuert werden. Foto: Volker Hagemann

Ingenieure geben der Brücke nur die Note 3,5

Das ganze Ausmaß der Schäden hatten im vergangenen Jahr die Fachleute des Ingenieurbüros Bockermann Fritze bei ihrer turnusgemäßen Pflichtprüfung festgestellt. Unterm Strich attestieren die Ingenieure der nostalgischen Brücke nur noch die Zustandsnote 3,5. Die Zeit drängt also, das wurde jetzt auch im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt deutlich. „Die Brücke zu sanieren, ist mehr ein Müssen als ein Wollen”, wie es Bauamtsleiter Jens Kreiensiek ausdrückt. „Es bröselt an mehreren Stellen. Und wenn sich dann wichtige Steine aus dem Gewölbe lösen, könnte die Spannung nachlassen“, macht auch er klar.

Das Büro Bockermann Fritze hat daher ein detailliertes Konzept zur Schadensbehebung erarbeitet. Demnach belaufen sich die geschätzten Kosten für die Sanierung der Gewölbebrücke auf etwa 102.000 Euro – zuzüglich Planungskosten rechnet die Stadt Werther mit einem Aufwand von insgesamt 128.500 Euro.

Fast 130.000 Euro Sanierungskosten

Das umfasst nahezu die gesamten 130.000 Euro, die die Stadt überhaupt zur Unterhaltung ihrer Brücken- und anderen Ingenieurbauwerke für das laufende Haushaltsjahr eingeplant hat. Doch die Stadt hat keine Wahl, und so stimmte der Ausschuss einstimmig für die möglichst zügige Sanierung der Schloßstraßenbrücke. Ebenso stimmten die Politiker für „kleinere Bauwerksprüfungen“ im Bereich Dammstraße, Siegfriedstraße und Sudheideweg – für zusammen 1500 Euro.

An der alten Bogenbrücke am Haus Werther soll nun das schadhafte Gewölbe aus Mauerwerk durch eine Stahlbetonplatte ersetzt werden. Außerdem soll das Bauwerk eine neue Abdichtung erhalten. Der Straßenbelag muss ebenso erneuert werden wie der Gehweg auf seiner gesamten Länge, wo mehrere Platten gebrochen sind. Darüber hinaus wird die gebrochene Brüstung der Brücke aus Mauerwerk mitsamt dem Aufsatzgeländer komplett erneuert.

Bauarbeiten sollen möglichst im Sommer 2020 beginnen

Die Planung und Ausschreibung der Maßnahme sollen nun so schnell wie möglich erfolgen, damit nach Auftragsvergabe zügig mit der Sanierung begonnen werden kann – möglichst noch in diesem Sommer, hoffen die Ausschussmitglieder. Ob die Arbeiten die Komplettsperrung der Schloßstraße erforderlich machen, sei derzeit offen, sagt Jens Kreiensiek: „Vielleicht lässt sich der Verkehr doch noch einspurig weiterführen. Schlimmstenfalls werden wir vorübergehend mit zwei Sackgassen leben müssen; das ist im Detail noch nicht abzuschätzen.“

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