Hannelore Hilpert (73) wünscht sich, dass die Idee der Gemeinde Stuhr auch in Werther verwirklicht wird Für jedes Neugeborene einen Baum pflanzen

Werther (WB). Wenn Hannelore Hilpert auf das Thema Babywald zu sprechen kommt, leuchten ihre Augen, dann sprudeln die Argumente für ein solches Projekt nur so hervor. Auch am Montagabend im Wertheraner Ratssaal merkt man erneut: Ein Babywald auch für Werther, das ist ihr eine absolute Herzensangelegenheit. Daher hat sie ihren Wunsch Ende vergangenen Jahres an die Stadt herangetragen; der Anregungsausschuss gab nun grünes Licht dafür, das Thema in weiteren Ausschüssen zu diskutieren.

Von Volker Hagemann
Nick ist stolz auf „seinen“ eigenen Baum in Stuhr. In der Gemeinde in der Nähe von Bremen sind seit 1982 allein für den Babywald etwa 5700 Bäume auf mehr als 28 Hektar Fläche gepflanzt worden. Auch eine Idee für Werther?
Nick ist stolz auf „seinen“ eigenen Baum in Stuhr. In der Gemeinde in der Nähe von Bremen sind seit 1982 allein für den Babywald etwa 5700 Bäume auf mehr als 28 Hektar Fläche gepflanzt worden. Auch eine Idee für Werther? Foto: Jessica Hilpert

Die Stadt müsste die Bäume anschaffen

Hintergrund: „Mein Sohn Sascha und seine Frau Jessica haben mit ihrem Sohn Nick im November 2019 in der Gemeinde Stuhr bei Bremen eine junge Eiche gepflanzt – im dortigen Babywald. Den gibt es dort seit Jahrzehnten“, berichtet Hannelore Hilpert. „Die Idee: Für jedes Neugeborene wird ein Baum gepflanzt, den die Kommune bezahlt. Der wird dann auch weiterhin besucht und gepflegt“, erklärt die 73-Jährige begeistert.

Inzwischen folgen mehrere Kommunen in ganz Deutschland diesem Vorbild. „In Stuhr hat sich das Ganze längst zu einem Event entwickelt. Da kommen Hunderte mit Kind und Kegel zusammen, rücken mit Kinderwagen und Bollerwagen zum Baumpflanztag und zum Baumpflegen an, kürzlich zum 39. Mal“, weiß Hannelore Hilpert.

Eine Idee auch für Werther? Na klar, ist die mehrfache Mutter, Oma und Uroma überzeugt: „Der Baum wächst zeitgleich mit dem Kind. So kann man den Nachwuchs doch prima frühzeitig an die Natur heranführen, die Kinder bekommen einen viel besseren, ganz persönlichen Bezug dazu. Das ist doch besser als Spielzeug, man kann sogar auf dem Schulhof von ‚seinem‘ eigenen Baum erzählen“, schwärmt die engagierte Seniorin. „Da kommt man auch nicht so schnell auf dumme Gedanken, im Stadtpark Zweige abzubrechen oder Bäume zu zerstören.“

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Vor dem Event eines solchen großen Pflanztages könnte sich sogar unser Erdbeerfest verstecken!

Hannelore Hilpert

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Hannelore Hilpert nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wenn vielleicht auch in Werther einmal jährlich viele Menschen zum Bäumepflanzen kommen, hätte man mal wieder ein tolles Event in der Stadt und endlich etwas Positives zu berichten. Diese Gemeinschaft – da könnte sich das Erdbeerfest vor verstecken!“, sagt sie augenzwinkernd.

Stadt Werther besitzt kaum eigene Flächen für einen möglichen Babywald

Bleiben in Werther Fragen zur Umsetzung: Wie hoch wären die Kosten? Wo gäbe es eine geeignete Fläche für einen Babywald? „Nach den trockenen Sommern muss man eh aufforsten, das ließe sich doch verbinden. Es reicht ja erst einmal auch eine kleine Fläche“, schlägt Hilpert vor.

„Leider stehen nur wenige Waldflächen im Eigentum der Stadt“, schränkt Birgit Reinhardt (CDU) ein. „Da müssten wir schon Flächen kaufen. Und das Ganze muss zuverlässig gepflegt werden, letztlich müssten auch die Waldbauern mit ins Boot geholt werden.“ Positiv stehen letztlich alle Fraktionen der Idee gegenüber: „Neue Kinder sind eine gute Nachricht, neue Bäume auch“, so Uwe Gehring (UWG).

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