Mehrere Löschzüge aus dem Kreis Gütersloh sind in Werther an der Engerstraße im Einsatz - mit Video Großbrand auf dem Weco-Gelände

Werther (WB/vh). Großbrand auf dem Weco-Gelände : Etwa 80 Feuerwehrleute waren in der Nacht zu Sonntag über mehrere Stunden lang in Werther im Einsatz. Sie löschten ein Feuer, das sich in dem leer stehenden, 1200 Quadratmeter großen Industriegebäude-Komplex an der Enger­straße ausgebreitet hatte.

Der Gebäudekomplex auf dem Weco-Gelände in Werther ist in der Nacht zu Sonntag in Brand geraten.
Der Gebäudekomplex auf dem Weco-Gelände in Werther ist in der Nacht zu Sonntag in Brand geraten. Foto: Volker Hagemann

Vor Ort ist vor allem eines schnell klar: Nach bisherigen Erkenntnissen sind wohl keine Personen bei dem Brand verletzt worden. Allerdings entsteht durch das Feuer starker Brandrauch: Die Rauchwolken über Werther ziehen auch nach Nordosten über Rotenhagen, Häger und Schröttinghausen. Die Feuerwehr-Kreisleitstelle empfiehlt über die Warn-App „Nina“, Fenster und Türen zu schließen und Lüftungsanlagen vorübergehend abzuschalten. Es bestehe aber keine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung.

Unterstützung auch durch Löschzüge aus Halle und Steinhagen

„Um 3.18 Uhr lief die Meldung ‚Brandalarm groß‘ bei uns auf“, berichten der Wertheraner Einsatzleiter Dr. Dirk Hollmann und Feuerwehr-Pressesprecher Detlev Godt vor Ort. „Daraufhin rückten alle drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Werther aus; der Löschzug Werther ist ja glücklicherweise in der Blumenstraße direkter Nachbar des Weco-Areals.

Weitere Unterstützung kommt vom Löschzug Halle mit der Drehleiter, und die Steinhagener Feuerwehr stellt ihren Teleskopmasten zur Verfügung.“ Mit einer Drohne werden zudem Luftaufnahmen über der Einsatzstelle angefertigt und mögliche Brandherde gesucht.

Messzug der ABC-Einheit gibt Entwarnung: Keine akute Gesundheitsgefahr

Unterdessen stellt die Freiwillige Feuerwehr Borgholzhausen den Grundschutz sicher, um notfalls zu anderen Einsätzen ausrücken zu können. Wegen der dichten Rauchwolke wird der Messzug der ABC-Einheit des Kreises Gütersloh angefordert. „Dessen Fachkräfte konnten aber Entwarnung geben, es besteht keine akute Gesundheitsgefahr“, erklärt Godt.

Schon von weitem ist die riesige Rauchwolke zu sehen, die über dem Einsatzgebiet in Innenstadtnähe entsteht. „Als die ersten Kameraden eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Dach. Zum Glück stehen die Gebäude leer“, berichtet Detlev Godt. Demnach habe sich das Feuer offenbar vom westlichen, oberen Teil des zweistöckigen Verwaltungstraktes aus weiter ausgebreitet. Etwa 80 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen sind morgens im Einsatz, mehrere umliegende Hydranten und mehrere hundert Meter Schlauchleitungen sichern die umfangreiche Löschwasserversorgung. „Wegen der starken Rauchentwicklung sind auch 30 Atemschutzgeräteträger im Einsatz“, sagt der Feuerwehr-Pressesprecher.

Jugendlicher auf E-Roller düst durch das Einsatzgebiet

Auch Bürgermeisterin Marion Weike macht sich noch in der Nacht ein Bild von der Lage. Die Engerstraße ist im Bereich des Zentrums für mehrere Stunden gesperrt. Das scheint allerdings noch lange nicht jeden zu beeindrucken: Mitten in den nächtlichen Löscharbeiten düst ein Jugendlicher mit hohem Tempo auf einem E-Roller durch den Einsatzbereich und verschwindet.

Die Feuerwehr bekämpft den Brand zunächst ausschließlich von außen von der Engerstraße und der einmündenden Blumenstraße aus, mittels Drehleiter außerdem von oben. „Denn wir kennen den Zustand der Bausubstanz und mögliche Risse nicht, es besteht Einsturzgefahr. Wahrscheinlich ist der Hallenkomplex eine Stahlkonstruktion, es könnten Teile des Dachs herabstürzen“, erklärt Detlev Godt. Größte Herausforderung sei die schwierige Suche nach Brandnestern, sagt er. „Denn von der Rückseite ist der riesige Hallenkomplex schwer für uns erreichbar.“ Glücklicherweise seien die zum Speckfeld hin gelegenen eingeschossigen Werkhallen weitgehend unbeschadet geblieben.

Gegen 7.30 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle

Unterdessen naht gegen 5.30 Uhr eine willkommene Stärkung: Jan-Philipp Paul versorgt die Einsatzkräfte mit frischen Bockwürstchen aus seiner Fleischerei.

Gegen 7.30 Uhr hat die Feuerwehr den Brand vollständig unter Kontrolle, sagt Dr. Dirk Hollmann, die meisten Kräfte können abrücken. „Etwa um 10 Uhr war das Feuer gelöscht“, so Hollmann.

Unklar blieb am Sonntag die Brandursache, auch die Schadenshöhe stand noch nicht fest. Brandursachenermittler der Kriminalpolizei nehmen auf dem mittlerweile abgesperrten Gelände am Montag ihre Arbeit auf. Die jahrzehntealten Gebäude auf dem Weco-Gelände stehen seit elf Jahren leer. Über ihre künftige Nutzung gibt es Streit zwischen dem Eigentümer und der Stadt Werther.

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