PAB-Schüler präsentieren die Eindrücke ihrer Keniareise
Herzlichkeit und Lebensfreude

Werther  (WB). »Schwarzen Humor hat nicht jeder, genau wie ein tägliches Essen«, mit dieser sarkastisch provokanten Bemerkung eröffnen die Teilnehmer der Keniareise ihren Präsentationsabend. Einige gängige Vorurteile über den afrikanischen Kontinent und seine Bewohner werden zunächst einmal entkräftet.

Montag, 06.01.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 08:50 Uhr
In Gemeinschaftsarbeit wurden mobile Solarboxen gebaut, in denen Motorradbatterien aufgeladen werden können und so auch bei Dunkelheit Strom liefern. Dabei half der Haller Jan Fischer (Zweiter von rechts). Foto: WB

Mehr als 200 Zuhörer haben sich in der Aula der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Werther versammelt, um sich über die Reise und das integrierte 10. Work-Camp zu informieren. Die Schüler berichten in Zweiergruppen über prägende Erlebnisse und emotionale Eindrücke. Untermalt werden die Schilderungen von Filmeinspielungen und vor Ort entstandenen Fotos.

An der internationalen Begegnungsreise vom 4. Juli bis zum 2. August unter dem Motto »Globales Lernen und ökologisches Handeln in unserer Einen Welt« haben 14 Schüler, drei Lehrer und zwei erwachsene Begleitpersonen teilgenommen. Die Expedition wurde vom »Konkreten Friedensdienst« und »Brot für die Welt« finanziell bezuschusst. Weil ein Sponsor kurzfristig abgesprungen war, sind die Teilnehmer selbst aktiv geworden und haben durch Arbeitseinsätze ihre Eigenleistungen aufgestockt.

Keine Touristen, sondern Projektpartner

»Wir wollten das Land nicht touristisch erkunden sondern unsere Partner mit Projekten unterstützen«, sagt Caro über die der Reise zu Grunde liegenden Motive und ergänzt: »Wir müssen die Freunde in Kenia nicht retten, es geht um Austausch und eine neue Sichtweise über den eigenen Tellerrand hinaus«. Die sich selbst eher als »nüchterne Ostwestfalen« einstufenden Schüler sind immer noch höchst beeindruckt von der überall spürbaren Herzlichkeit und Lebensfreude ihrer Gastgeber. Bereits am Flughafen wurden sie mit Tanz und Gesang willkommen geheißen.

Bei der gemeinsamen Wanderung auf den 2.800 Meter hohen Mount Longonot seien die Kenianer in Flipflops ihren deutschen Besuchern konditionell deutlich überlegen gewesen, räumen die Schüler ein. In der Partnerschule »Gituru Secondary School« im Bezirk Naivasha werden 260 Schüler zwischen 15 und 20 Jahren unterrichtet. Neben der Teilnahme am Schulalltag wurden in gemeinsamer Projektarbeit 25 Bienenkästen gebaut, um Einnahmen durch den Verkauf von Honig und Wachs zu generieren.

Solarbetriebe Lampen in Marmeladengläsern

Die »Lights for Learning« sind kleine solarbetriebene Lampen in Marmeladengläsern, die auch während der lange andauernden Dunkelheit zwischen 18.30 und 6.30 Uhr das individuelle Lesen und Schreiben ermöglichen. Dazu bauen die Schüler 25 transportable Solaranlagen, mit denen Motorradbatterien aufgeladen werden, und beteiligen sich auf dem Kinangop Plateau in den Aberdare Mountains an der Pflanzaktion von mehr als 3.000 Baumsetzlingen.

Johanna zeigt sich besonders beeindruckt vom Besuch in einer Förderschule, da in vielen Teilen Kenias geistige und körperliche Behinderungen als Einfluss des Teufels interpretiert werden. Leonie berichtet in bewegenden Worten vom Besuch in den einfachen Behausungen ihrer Gastgeber. »Auch wenn ich mit meiner afrikanischen Freundin das Bett teilen musste, habe ich gut geschlafen«, erzählt sie beim Rückblick.

2021 kommt der Gegenbesuch

Die Kooperation mit kenianischen Partnerschulen wird vom 2003 gegründeten PAB Afrika Club koordiniert. Durch regelmäßige Besuche und Gegenbesuche sollen Freundschaften entstehen und Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen entwickelt werden. Nach einer Pause im kommenden Jahr, in dem die PAB Gesamtschule ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, wird 2021 wieder eine Besuchergruppe aus Kenia erwartet.

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