Stadt verteidigt Wasserqualität – doch viele Leitungen sind jahrzehntealt
Sanierungsbedarf ja, Panik nein

Werther (WB). Ist Werthers Leitungswasser wirklich so trüb oder gar schlecht, wie es in der öffentlichen Diskussion zuletzt den Anschein hatte? Die Stadt sagt ganz klar nein und argumentiert einmal mehr mit den jüngsten Wasserrohrbrüchen im Stadtgebiet.

Dienstag, 26.11.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 12:54 Uhr
Ungetrübter Genuss: So sollte es auch in Werther der Normalfall sein, wenn man den Wasserhahn aufdreht. Die Stadt betont, Trübungen seien die Ausnahme, im übrigen werde das Leitungswasser regelmäßig auf seine Güte kontrolliert. Foto: dpa

Das Thema Wasser beherrscht aktuell das Stadtgespräch – mal wieder. Den aktuellen Anlass lieferte in der vergangenen Woche der Wasserrohrbruch am Meyerfeld (wir berichteten) . Grund war eine defekte Dichtschelle. »Wenn sich dann an manchen Stellen im Rohrnetz kleine Mengen Sand ablösen, vermischen die sich mit dem durchlaufenden Trinkwasser. Das kann zu Trübungen führen, die aber nicht gesundheitsschädlich sind«, erklärt Rainer Demoliner, Betriebsleiter des Wasserwerks, noch einmal.

Eine Häufung von Beschwerden kann der Wasserwerkleiter nicht erkennen

»Wenn dann wegen trüben oder vorübergehend abgestellten Wassers auch noch die Gesamtschule und die AWO-Kita Weststraße, wie vergangene Woche geschehen, vorübergehend schließen, sorgt das bei vielen Bürgern naturgemäß für noch mehr Aufregung und verständlicherweise für Unmut«, so Demoliner. Und gerade dann erinnerten sich manche Bürger, dass es bei ihnen auch schon einmal trübes Wasser gegeben habe.

Von einer Häufung will er keinesfalls sprechen. »Über die Jahre gibt es das eine oder andere Schreiben von Bürgern an die Stadtverwaltung, in dem sie sich über bräunliches oder allgemein trübes Wasser beklagen. Vereinzelt kommen andere auch zum Gespräch ins Rathaus, und hin und wieder bringt dann auch mal jemand eine Probe mit. Der Ursache gehen wir aber immer auch nach«, betont der Wasserwerks-Betriebsleiter.

»Durchschnittlich gibt es jedes Jahr in Werther etwa 20 Wasserrohrbrüche. Das sind allein in den vergangenen fünf Jahren 100«, verdeutlicht er, dass manche Zahl über einen gewissen Zeitraum durchaus dramatisch erscheinen könne. »Und durch die aktuelle Berichterstattung wird das Ganze noch präsenter.«

Nach einem Rohrbruch muss man es eine ganze Zeit lang laufen lassen, bis wieder klares Wasser aus dem Hahn kommt.

Rainer Demoliner, Betriebsleiter Wasserwerk

Natürlich sei grundsätzlich jeder Rohrbruch einer zu viel. »Aber wenn es dann mal wieder doch dazu kommt, sind zum einen meist mehrere Straßenzüge betroffen, zum anderen tritt dann getrübtes Wasser oft auch erst nach vielen Stunden an anderer Stelle aus der Leitung. Das muss man dann erst einmal eine ganze Zeit lang laufen lassen, bis wieder klares Leitungswasser aus dem Hahn kommt.«

Gleichzeitig sagt Rainer Demoliner aber auch, dass Sanierungsbedarf bestehe. Etwa 90 Kilometer Länge umfasse Werthers Trinkwasserleitungssystem. Mehr als ein Viertel der Rohre sei jahrzehntealt, und das betreffe eben auch viele Straßenzüge in der Innenstadt. »Die Sanierung mehrerer Straßen und dann natürlich auch der Leitungen ist ja ohnehin peu a peu geplant. Sie dürfte sich aber über mehrere Jahre hinziehen«, betont Demoliner. »In den Wirtschaftsplan ist das längst aufgenommen, aber die Umsetzung dauert dann natürlich.« Rainer Demoliner weist ebenfalls erneut auf die veröffentlichten Werte zu Werthers Trinkwassergüte hin. Sie lassen sich über die städtische Internetseite einsehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7090000?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
Vier Menschen in Trier bei Vorfall mit Auto getötet
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nahe der Fußgängerzone in Trier.
Nachrichten-Ticker